• 15.07.2017, 16:35:38
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Kanzler im ÖSTERREICH-Interview: "Da reißt mir die Geduld"

Kanzler kritisiert das "Krank reden" der österreichischen Wirtshaft im Wahlkampf: "Von meiner Seite ist eine sehr ernste Mhnung fällig. Wer Stimmung zerstört, schadet dem Land."

Utl.: Kanzler kritisiert das "Krank reden" der österreichischen
Wirtshaft im Wahlkampf: "Von meiner Seite ist eine sehr ernste
Mhnung fällig. Wer Stimmung zerstört, schadet dem Land." =

Wien (OTS) - Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung
ÖSTERREICH übt Bundeskanzler Christian Kern Kritik an jenen Parteien,
die den Standort Österreich "krank reden". Kern: "Ich verstehe
überhaupt nicht und bin - wenn ich ehrlich sein darf - auch entsetzt
darüber, warum jetzt manche Parteien anfangen, unser erfolgreiches
Land negativ herunter zu machen. Auch unser Regierungspartner sollte
doch eigentlich dazu stehen, was wir gemeinsam erreicht haben. Unsere
Wirtschaft wächst stärker als von allen Forschern prognostiziert, wir
wachsen sogar deutlich über EU-Schnitt. Laut Wifo haben wir ein
Wirtschaftswachstum von 2,4 % verglichen mit 1,8 % in der Euro-Zone.
Auch unsere Investitionen und neue Jobs liegen schon deutlich über
jenen der Deutschen. Natürlich brauchen wir viele Verbesserungen.
Aber es gibt keinen Grund, unser Land aus lauter Wahl-Taktik jetzt
krank zu jammern."

Über ein Interview von Außenminister Sebastian Kurz mit der
Wirtschafts-Agentur Bloomberg, in dem der neue ÖVP-Chef die
österreichische Wirtschaftspolitik kritisierte, meint Kern: "Ich
nenne bewusst keine Namen, aber es ist jetzt von meiner Seite als
Bundeskanzler erstmals in diesem Wahlkampf eine sehr ernste Mahnung
fällig. Mit der Wirtschafts-Reputation eines Landes spielt man nicht
- da geht es um viele, viele Arbeitsplätze. Ich bin ja als
Bundeskanzler auch der Chef-Verkäufer Österreichs im Ausland. Und ich
kann Ihnen sagen: Unser Wirtschafts-Iamge ist so gut wie lange nicht.
Ich habe gerade mit der Vorstandsvorsitzenden von Easy Jet
verhandelt, dass diese wichtige Airline von London nach Wien kommt.
Wir haben mit ABB, mit Boehringer, sogar mit dem Investmentfonds von
Abu Dhabi große Investments erzielt. Alle sehen die großen Chancen in
diesem Land, die Stabilität, die Verlässlichkeit. Wenn jetzt
Wahlkämpfer hergehen und aus reiner Taktik unser Land in wichtigen
ausländischen Medien schlecht reden - dann ist das indiskutabel. Das
muss sofort aufhören."

Und - Kern weiter: "Jeder weiß, aus welcher Ecke dieses
"Abgesandelt"-Heruntermachen unseres Landes kommt. Da reißt mir jetzt
die Geduld. Das ist ein No-Go. Die internationalen Investoren, die so
wichtig sind, wollen Stabilität und gute Stimmung. Wer die zerstört,
der schadet Österreich. Und das hat unser Land nicht verdient."

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