Kadenbach: Zehnjährige Glyphosat-Verlängerung ist ein Fehler

EU-Kommission darf die Gesundheitsbedenken der Öffentlichkeit nicht ignorieren

Wien (OTS) -  „Laut Medienberichten soll die EU-Kommission die Zulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre planen. Wenn diese Informationen zutreffen, fordere ich Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dringend auf, diesen Vorschlag der Behörde nochmals zu überdenken. Die EU-Kommission kann diese Zulassung nicht einfach nur technisch abwickeln, es geht um eine zutiefst politische Entscheidung. Denn gegen Glyphosat gibt es in der Bevölkerung schwerwiegende Gesundheitsbedenken. Auch der ohnehin schon sehr moderate Vorschlag des EU-Parlaments, die Verlängerung von Glyphosat für sieben Jahre zu gewähren, würde damit ignoriert werden“, sagt Karin Kadenbach, die Gesundheitssprecherin der Europa-SPÖ. ****

„Ich bin der Meinung, dass wir Glyphosat so schnell wie möglich auslaufen lassen sollten. Es ist zwar zu begrüßen, dass die Kommission offenbar plant, den Mitgliedsstaaten zu empfehlen den Glyphosateinsatz an öffentlich zugänglichen Orten zu minimieren. Aber das wird nicht reichen. Hier braucht es klare Vorschriften und ein möglichst rasches generelles Verbot des Pflanzenschutzmittels“, sagt Kadenbach.

„Die Monsanto Papers haben gezeigt, dass von der Agrochemielobby die Gesundheitsgefahren von Glyphosat massiv heruntergespielt wurden. Der Umwelt- und der Agrarausschuss werden deshalb im Herbst in einer gemeinsamen Sitzung VertreterInnen der Kommission, der Unternehmen und der Europäischen Chemikalienagentur ECHA vorladen. Wir erwarten uns Antworten, inwiefern Studien im Auftrag der Industrie Einfluss auf die Zulassung von Glyphosat hatten. Wenn wir diese nicht erhalten, ist es auch vorstellbar, dass wir einen Untersuchungsausschuss einrichten. Wichtig ist aber auch der öffentliche Druck. Bereits 1,3 Millionen Menschen haben die Europäische BürgerInneninitative für ein Verbot von Glyphosat unterschrieben. Ein starkes Signal, dass die EU-Kommission nicht ignorieren sollte. Hier erwarte ich mir aber auch von Landwirtschaftsminister Rupprechter, dass er sich im Rat gegen eine zehnjährige Verlängerung ausspricht“, schließt Kadenbach. ew

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