- 06.07.2017, 11:21:15
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LR Benger: Problem-Bär: Viele Analysen – keine Entscheidungen
Bär in Siedlungsnähe: Benger erneuert Forderung nach Herabsetzen des Schutzstatus für Großräuber und die Überarbeitung aller Managementpläne
Utl.: Bär in Siedlungsnähe: Benger erneuert Forderung nach
Herabsetzen des Schutzstatus für Großräuber und die
Überarbeitung aller Managementpläne =
Klagenfurt (OTS) - Seit Wochen ist ein Bär südlich von Klagenfurt
unterwegs und nähert sich bekanntlich auch bewohntem Gebiet. „Die
unkontrollierte Ausbreitung von Großraubtieren, die sich daraus
ergebende Gefahr für Mensch und Eigentum ist im Kärntner Jagdgesetz
verankert. Ausnahmeregelungen zur Regulierung durch den Menschen sind
demnach möglich“, so LR Christian Benger.
Im Fall des Falles kann laut Jagdgesetz die Landesregierung agieren.
„Wenn was passiert, brauchen wir keinen Sitzungsmarathon, sondern nur
noch die rasche Umsetzung“, fordert Benger. Er, Benger, erinnert an
die Diskussion, als noch die Meinung vorherrschte, Kärnten sei von
Bär und Wolf nicht betroffen. „Der Irrtum ist augenscheinlich, wenn
wir uns an den Wolf in einem Stall in Oberkärnten erinnern und die
Vorfälle jetzt beobachten. Wir sollten vorbereitet sein und vor allem
mit Hausverstand agieren“, so Benger.
Wichtig sei jedoch, den Schutzstatus für Großraubwild auf EU-Ebene
(EU FFH-Richtlinie (RL 92/43/EW) endlich herabzusetzen, erneuert
Benger seine Forderung. „Dafür muss es endlich Einigkeit über alle
Parteien auch in Kärnten hinweg geben. Kopf in den Sand bringt
nichts“, so Benger. Für die Herabsetzung des Schutzstatus setzen sich
auch andere europäische Länder ein. Weiters werden Bär und Wolf,
sofern Mensch und Leben in Gefahr sind, in einigen europäischen
Ländern bereits entnommen. „Der Schutz von Mensch und Leben kommt
dort noch vor der Angst vor einem etwaigen
EU-Vertragsverletzungsverfahren“, weist Benger hin.
Dem voraus gingen Positionspapiere sämtlicher Almwirtschaftsvereine
Europas und eine Resolution des Kärntner Almwirtschaftsvereines, die
im Ausschuss des Landtages diese Woche behandelt wird.
Die europäischen Almwirtschaftsverbände fordern die Herabsetzung des
Schutzstatus von Großraubwild in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
und die Regulierung der Populationen durch den Menschen. „Die Sorge
ist auf Grund von Rissen von Nutztieren und dauernden Sichtungen
berechtigt. Die Großraubtiere sind da und es werden mehr. Es geht um
den Schutz von Mensch, Nutztier und Betrieben“, fasst Benger. Kein
Landwirt wolle seine Tiere auf Almen auftreiben, wenn er um die
Bedrohung von Großraubwild weiß. Außerdem sei der Tourismus zu
berücksichtigen und das Freizeitverhalten der Bevölkerung.
Benger fordert auch die Überarbeitung sämtlicher Managementpläne.
Jener für Bären stammt beispielsweise aus dem Jahr 2005. Im
Managementplan Bär wurde beispielsweise schon festgehalten, dass „die
Sicherheit der Menschen jederzeit Priorität vor dem Schutz der Bären
hat“ und wurden sämtliche Möglichkeiten bis hin zur „Entnahme“
festgehalten. „Ein Managementplan ist jedoch nur eine Richtlinie und
keine gesetzliche Grundlage, die ein Agieren möglich macht“, so
Benger. Der Managementplan Bär wurde von den Ländern Kärnten,
Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und dem
Lebensministerium erarbeitet. (Schluss)
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