JW-Groß: Beschäftigungsbonus ist für junge Selbstständige Startschuss für nachhaltige Standortpolitik

JW-Umfrage: Beschäftigungsbonus wird begrüßt, Lohnnebenkosten bleiben Generalthema - Fachkräftemangel trifft auch Jungunternehmer - JW fordert Nachhaltigkeit bei Reformen

Wien (OTS) - Rechtzeitig zum Start des Sommers holt die Junge Wirtschaft (JW) die Stimmungslage unter den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern in Österreich ein und setzt den Schwerpunkt dabei gezielt auf die hochaktuellen Themenbereiche Lohnnebenkosten, Beschäftigungsbonus und Fachkräfte. „Der Tenor der Jungunternehmer ist eindeutig: Mit dem Beschluss zum Beschäftigungsbonus fällt vielen jungen Selbstständigen ein Stein vom Herzen, da er eine wesentliche finanzielle Erleichterung darstellt“, kommentiert die Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW), Amelie Groß, die die Umfrage des market-Instituts mit über 800 Befragten.

 Die Konjunkturbarometer-Ergebnisse offenbaren auch Kritik an der Höhe der Lohnnebenkosten. Darüber hinaus ist der Fachkräftemangel für Österreichs Jungunternehmer bittere Realität. Auf Basis dieser Ergebnisse sieht die Bundesvorsitzende klaren Handlungsbedarf: „Die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sind mit innovativen Ideen die treibende Kraft für den zukünftigen Wirtschaftserfolg Österreichs. Dazu brauchen sie aber die entsprechenden Rahmenbedingungen. Der Beschäftigungsbonus kann daher nur der Startschuss für nachhaltige Standortpolitik in der heimischen Wirtschaft sein.“

 Beurteilung der Rahmenbedingungen zum Mitarbeiteraufbau sind Alarmsignal

 Jungunternehmer stehen den Rahmenbedingungen in Österreich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen, mehr als kritisch gegenüber. Hier gibt nur ein Prozent an, dass die allgemeinen Rahmenbedingungen sehr gut sind. Für 22 Prozent sind die Rahmenbedingungen gut. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) beurteilen die Rahmenbedingungen als eher schlecht und 19 Prozent befinden die Rahmenbedingungen dezidiert als schlecht. „Das ist ein Alarmsignal und ein eindeutiger Arbeitsauftrag an die Politik. Das Ergebnis führt vor Augen, dass in Österreich zu viele Chancen liegen gelassen werden“, stellt die JW-Bundesvorsitzende mit Nachdruck klar.

 Vor allem bei dem Thema Lohnnebenkosten sprechen die Ergebnisse der Befragung eine klare Sprache. 63 Prozent empfinden die derzeitige Höhe als starke Belastung – rund 27 Prozent  „eher“ als Belastung. Nur verschwindend Wenige finden, dass die Höhe der Lohnnebenkosten keine (1 Prozent) oder eher keine (2 Prozent) Belastung darstellt. „Bereits heute schafft jedes neu gegründete Unternehmen 2,4 Arbeitsplätze alleine im ersten Betriebsjahr. Doch das Ergebnis der Befragung zeigt, wieviel Potential noch ungenützt bleibt“, sieht die Groß enorme Wachstumschancen.

 Ein Drittel wird die Gelegenheit Beschäftigungsbonus beim Schopf packen

 Mit 35 Prozent sagen mehr als ein Drittel der befragten Jungunternehmer, dass sie aufgrund des Beschäftigungsbonus planen, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen. 32 Prozent der Befragten planen dies nicht oder „eher nicht“ (23 Prozent). „Der Beschäftigungsbonus reduziert den Druck bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so die JW-Bundesvorsitzende und hält gleichzeitig fest: „Aus diesem Grund muss seine Umsetzung auch so unbürokratisch wie möglich erfolgen.“

 Fachkräftemangel bei Jungunternehmen die bittere Realität

 Die JW-Umfrage zeigt zudem auf, dass mehr als die Hälfte der Jungunternehmen (57 Prozent) bereits Probleme damit hatte, geeignete Fachkräfte zu finden: Insgesamt geben rund 57 Prozent an, diesbezüglich bereits „große Probleme“ oder „eher schon“ Probleme gehabt hätten. Nur zehn Prozent sagen, noch keine Probleme gehabt zu haben. „Nur durch gut ausgebildete Fachkräfte können unsere Betriebe erfolgreich sein und mit der nationalen und internationalen Konkurrenz mithalten. Hier gibt es noch eine Vielzahl an Hausaufgaben, die wir in Österreich zu erledigen haben“, sagt Amelie Groß.

 JW fordert: Politik muss bei Lohnnebenkosten über den Tellerrand blicken

 Die Junge Wirtschaft sieht den Beschäftigungsbonus als wichtigen Schritt. „Es darf in diesem Zusammenhang aber nicht ein Bürokratie-Rucksack gegen einen anderen ausgetauscht werden“, stellt Amelie Groß klar und fügt hinzu: „Nur wenn Kraft, finanzielle Ressourcen und Zeit in innovative Ideen und Wertschöpfung und nicht in Bürokratie fließen, kann nachhaltig Wachstum entstehen.“ Nachhaltigkeit sieht die JW-Bundesvorsitzende als Stichwort der Stunde: „Die Lohnnebenkosten werden auch nach dem Beschäftigungsbonus eine finanzielle Belastung darstellen. Junge Unternehmen brauchen daher geeignete Rahmenbedingungen für Wachstum und dafür ist eine langfristig spürbare Entlastung und somit generelle Senkung der Lohnnebenkosten ein zentraler Hebel!“

 Bildungsoffensive von heute schafft Fachkräfte von morgen

 Für Groß sind die Themen Bildung und Fachkräfte die wichtigsten Voraussetzungen für den Wirtschaftsstandort der Zukunft: „Sowohl die schulische Grundbildung als auch die Lehraus- und Weiterbildung sind ausschlaggebend, wenn wir als Lebens- und Wirtschaftsstandort einen Schritt nach vorne gehen wollen. Darum braucht es im Bildungsbereich eine Offensive auf allen Ebenen, die auch besonders auf die digitalen Kompetenzen der Österreicherinnen und Österreicher abzielt.“

 JW: Die Botschaft heißt Reformen

 Die Jungunternehmer Österreichs senden eine eindeutige Botschaft an die Politik. „Auf Wahlkampfgetöse im Vorfeld der Nationalratswahl können sie getrost verzichten. Denn im Gegensatz zur Politik stehen sie im Wahlkampf nicht still. Der Beschäftigungsbonus kann dabei als Startschuss für nachhaltige Reformmaßnahmen gelten. Und zwar umfassend und spürbar als Voraussetzung für Wachstum, Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze“, hält Amelie Groß abschließend fest. (PWK581/ES)

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