BELVEDERE: Maria Theresia und die Kunst

Wien (OTS) - Das Belvedere nimmt den 300. Geburtstag von Maria Theresia zum Anlass, ihren Bezug zur bildenden Kunst zu beleuchten und neue Aspekte abseits der gängigen historischen Darstellungen der berühmten Habsburg-Herrscherin zu zeigen. Kurator Georg Lechner fördert in der Ausstellung spannende Details zu Tage. So war Maria Theresia in ihrer Kunstauffassung sehr frei und unverbildet. Die rund 120 Werke umfassende Schau zeigt, welche Bedeutung das kulturelle Engagement der „Herrin im Hause Österreich“ für die Nachwelt hatte. 

Die Ausstellung zeigt in sechs Abschnitten Maria Theresias Zugang zur bildenden Kunst. Die Kaiserin war sich ihrer Repräsentationspflicht gänzlich bewusst. Gleichzeitig machte ein geschmälertes Budget die Erwerbung von Werken alter Meister nur sehr eingeschränkt möglich. So beschäftigte Maria Theresia vor allem zeitgenössische Künstler aller Metiers und bewies damit Mut zu unkonventionellen Lösungen und ein sehr progressives Kunstverständnis. Bis heute prägt die Auftrags- und Ankaufspolitik der Herrscherin einen Teil der Sammlungen des Belvedere. 

„Als historische Einstimmung zeigen wir im ersten Abschnitt der Ausstellung Beispiele der Porträtmalerei, die zur Zeit Maria Theresias einen starken Aufschwung erfuhr. Zu den Lieblingsporträtisten der Kaiserin zählte allen voran Martin van Meytens d. J., der den Geschmack des Kaiserhauses wohl am besten traf“, so Kurator Georg Lechner. Daneben waren es die Werke Jean-Etienne Liotards, aber auch zahlreicher weiterer Künstler, die von der Kaiserin besonders geschätzt wurden.

Ein weiteres Kapitel der Schau widmet sich dem Bildhauer Balthasar Ferdinand Moll, der ebenfalls zu den Favoriten der Kaiserin zählte und mit zahlreichen Aufträgen bedacht wurde. Sein Hauptwerk bildet der noch heute in der Kapuzinergruft befindliche Doppelsarkophag der Monarchin und ihres Gemahls Franz Stephan. Die Dubletten der Seitenreliefs mit Szenen aus dem Leben des Herrscherpaares gelangten in die kaiserlichen Sammlungen und werden in der Ausstellung gezeigt.

Wilhelm Beyer war u.a. in Ludwigsburg als Modellmeister in der Porzellanmanufaktur tätig, bevor er im Jahr 1773 vom Kaiserhaus mit der skulpturalen Ausstattung des Schönbrunner Schlossparks beauftragt wurde. Für die zeitgerechte Fertigstellung des Großauftrags mit 36 Statuen wurden 16 Bildhauer beschäftigt, die sich zu prägenden Gestalten auf dem Gebiet der Skulptur entwickelten. Beyer und seinem Kreis ist daher ein weiterer Abschnitt in der Ausstellung gewidmet.

Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Maria Theresias Bezug zum Belvedere. Die Monarchin erwarb das Ensemble mitsamt den Gartenanlagen 1752 von Prinzessin Victoria, der Nichte Prinz Eugens von Savoyen, führte es aber nicht gleich einer konkreten Verwendung zu. „Es war die Entscheidung von Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II., die kaiserlichen Sammlungen von der Stallburg in das ehemalige Repräsentationsschloss Prinz Eugens zu verlegen. Damit wurde das Belvedere im Jahr 1777 als Bildungsinstitution und Museum erstmals für alle Bürger_innen frei zugänglich. Die in der Ausstellung präsentierten Gemälde waren bereits damals Teil der Sammlung “, so Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere.

In einem weiteren Abschnitt rückt die Landschaftsmalerei und hier besonders Johann Christian Brand in den Fokus. 1765 zum Kammermaler ernannt und später mit einer Professur an der Wiener Akademie bedacht, entwickelte sich der Künstler zum bedeutendsten Landschaftsmaler seiner Zeit. Maria Theresia beauftragte den Künstler mit der Reiherbeize in Laxenburg und der Schlacht bei Hochkirch für die Ausstattung der kaiserlichen Residenzen. Beide Bilder befinden sich heute in der Sammlung des Belvedere.

Nicht zuletzt ist den Entwürfen für Deckenfresken und Allegorien ein Kapitel in der Ausstellung gewidmet. Diese gelten als Charakteristikum für das Habsburgerreich zur Zeit Maria Theresias und dienten der Verherrlichung des Herrscherhauses. Die Ausstellung zeigt Ölskizzen von Franz Anton Maulbertsch, Gregorio Guglielmi, Daniel Gran u.a.m. Die großformatigen Ausführungen der Werke sind oft noch erhalten und laden Besucher_innen ein, sich auf Entdeckungsreise auf Maria Theresias Spuren in Wien und Umgebung zu machen. 

Ein begleitendes Online-Spezial ergänzt die Ausstellung mit Informationen und Videos. 

 Zur Ausstellung, zu sehen vom 30. Juni bis 5. November 2017 im Unteren Belvedere (Rennweg 6, 1030 Wien), erscheint ein Katalog.

#RoyalMaria 

Pressebilder stehen unter www.belvedere.at/presse kostenlos für Pressezwecke zum Download zur Verfügung.

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