ÖGB-Frauen begrüßen Frauenquote

Renate Anderl: „Es ist längst Zeit und äußerst notwendig, dass die Wirtschaft endlich das Potenzial weiblicher Führungskräfte nutzt"

Wien (OTS) - Im Justizausschuss wurde bereits letzte Woche eine Gesetzesvorlage verabschiedet, gestern, Mittwoch, wurde die längst fällige gesetzliche Frauenquote im Nationalrat beschlossen. Konkret soll ab 2018 in allen börsennotierten Unternehmen sowie in Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ein Frauenanteil von 30 Prozent in den Aufsichtsräten erreicht werden. „Die Quote ist definitiv kein Universalmittel, aber ein enorm wichtiges, politisches Steuerungsinstrument und Signal für eine gendergerechtere Arbeitswelt“, so Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende.

Der Staat als Vorbild

Im staatsnahen Bereich konnte der Frauenanteil in Aufsichtsräten in den letzten Jahren durch die von der österreichischen Bundesregierung selbst gesetzte Quote deutlich erhöht werden. So liegt er derzeit bei durchschnittlich 40 Prozent, vor einigen Jahren lag er noch bei der Hälfte. ÖGB-Frauenchefin Anderl betont, dass die Regelung ebenso vorsieht, dass beide Seiten im Aufsichtsrat, Eigentümervertretung und Belegschaftsvertretung, die Frauenquote erfüllen müssen. Vor allem im Handel erwartet Anderl Auswirkungen. „Dort arbeiten überwiegend Frauen, aber nur 12,9 Prozent der Aufsichtsräte sind weiblich. Hier ist Handlungsbedarf“, so die ÖGB-Frauenchefin. Vorbild sei dabei das deutsche Modell gewesen, das eine 30-prozentige Geschlechterquote für Großunternehmen vorsieht.

Die Privatwirtschaft als Ziel

Auch ÖGB-Bundesfrauensekretärin Isabella Guzi stellt fest: „Dass die Quote ein wirksames Instrument ist, sehen wir im staatsnahen Bereich sowie in anderen Ländern. Ziel muss sein, den Frauenanteil auch durch konsequente Frauenförderung in Führungspositionen zu heben, um die gläserne Decke endlich zu durchbrechen.“ Wie die Führungsfunktionen zusammengesetzt sind, habe großen Einfluss auf viele Entscheidungen, etwa in welchem Bereich Personal eingespart wird oder welches Angebot das Unternehmen zum Thema Vereinbarkeit und Väterkarenz macht. „Frauen denken oft andere Lebensrealitäten mit – auch in Führungsfunktionen. Daher sind dann auch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege ein Thema“, erinnert Renate Anderl.

Karrierehindernis Geschlecht

Es gebe so viele hochqualifizierte Frauen, kein einziger Sessel in einem Aufsichtsrat müsse somit unbesetzt bleiben. „Dieses neue Gesetz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gleichstellung, von dem nicht nur die Frauen profitieren, sondern auch die Wirtschaft“, so das ÖGB-Frauen-Powerduo Anderl und Guzi. (SA)

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