Gewerbeordnung: Hufbeschlag ohne Qualifikationsnachweis gefährdet 140.000 Pferde

Auch zahlreiche andere Nutztiere betroffen – hoher Stand der Ausbildung wird mit Federstrich gekippt

Stadl-Paura (OTS) - Wenn die Gewerbeordnung so kommt, wie sie nun überraschenderweise geplant sein dürfte, ist die verantwortungsvolle Arbeit an Pferden und anderen Nutztieren in Zukunft ohne jeglichen Befähigungsnachweis –zumindest auf dem Papier- möglich. Denn dass gerade die Arbeit am lebenden Tier äußerste Kompetenz erfordert, beginnend bei der veterinärmedizinischen Komponente – auch das gehört zum Huf- und Klauenbeschlag! – bis hin zur metalltechnischen Fertigkeit und der Fähigkeit, mit Tieren umzugehen, ist die wahre Seite der Medaille.

„Eine Freigabe dieser Tätigkeit erscheint wenig durchdacht und ist dazu angetan, langfristig die Qualität des Hufbeschlags in Österreich zu beeinträchtigen, die Gesundheit der Tiere sowie die Sicherheit der Reiter bzw. der Nutzer zu gefährden, bis hin zu Vermögensschäden, wenn Tiere lahmen und an Wert verlieren“, so der Sprecher der Hufschmiede, Josef Frech.

„Das Ausland beneidet uns um unseren hohen Standard in der Kunst des Hufbeschlags, die Kunden kommen nach Österreich wegen der guten Hufschmiede. Dieses hohe Niveau und damit ein hoher Mehrwert für Österreich wird nun mit einem Federstrich zunichte gemacht“ bedauert Frech.

Die Vertretung der Hufschmiede in der Innung hat sich auch für die Wiedereinführung des Lehrberufs Hufschmied eingesetzt, der seit 2010 wieder ausgebildet wird. Dies erscheint nun gefährdet, da die Qualifikationsperspektive fehlt und bei fehlender Qualifikation des Betriebes auch nicht ausgebildet werden kann. Wie Beispiele im Ausland gezeigt haben, geht bei fehlender Gewerbequalifikation auch die Zahl der Auszubildenden merklich zurück.

  • 140.000 Pferde gibt es derzeit in Österreich. Die Arbeiten an diesen Tieren – sowie an anderen Huf- und Klauentieren- sollen mit der Gewerbeordnungsreform in Zukunft an keinerlei Befähigungsnachweis gebunden sein.

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