• 28.06.2017, 21:15:01
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  • OTS0305

26. Wiener Gemeinderat (12)

Subvention an den Verein COURAGE – Österreichisches Institut für Beziehungs- und Sexualforschung

Utl.: Subvention an den Verein COURAGE – Österreichisches Institut
für Beziehungs- und Sexualforschung =

Wien (OTS/RK) - GR Mag. Manfred Juraczka (ÖVP) warf der FPÖ vor, das
Thema für den offensichtlich angebrochenen Wahlkampf zu verwenden und
mit Gemeinderätin Reif eine Mandatarin vorzuschicken, „um einen Text
abzulesen“. Er teile auch nicht jede Forderung des Vereins COURAGE
und hege persönlich ein ganz anderes Familienbild – das ändere aber
nichts daran, dass den von COURAGE betreuten jungen Menschen geholfen
werden müsse und diese Förderung absolut legitim sei.

GR Dr. Wolfgang Aigner (FPÖ) bezeichnete es als „umgekehrten
Sexismus“, wenn der FPÖ nun vorgeworfen werde, „Mandatarinnen
vorzuschicken“. Die Freiheitlichen lehnten eine „Gender-Ideologie ab,
die über das biologische Geschlecht hinweg konstruktivistische
Definitionen“ schaffen wolle. Die FPÖ sei gegen Homophobie, aber „es
gibt einen Unterschied zwischen tolerieren und propagieren“.

GRin Mag.a Faika El-Nagashi (Grüne) sagte: „So viel Hass, so viel
Abwertung – nur für den Wahlkampf.“ Die FPÖ möge sich dringend ein
anderes Thema suchen und ihren Wahlkampf nicht auf dem Rücken der
LGBTIQ-Community austragen.

GR Armin Blind (FPÖ) sagte, Rot-Grün müsse akzeptieren, dass die
Freiheitlichen in dieser Sache anderer Meinung seien und diese
Meinung im parlamentarischen Plenum zugelassen sei. Er sei gegen die
Abwertung von homosexuellen Menschen, aber wissenschaftlich
definiertes biologisches Geschlecht dürfe nicht gegen geschlechtliche
Neigungen ausgetauscht werden. Gender-Mainstreaming trete nämlich
laut Blind nicht für die Gleichstellung, sondern für die Auflösung
der Geschlechter ein.

GR Dr. Kurt Stürzenbecher (SPÖ) meinte, in 20 Jahren Zugehörigkeit
zu „diesem Hohen Haus noch nie so eine menschenverachtende Rede“ wie
jene von FPÖ-Gemeinderätin Reif gehört zu haben. Die Freiheitlichen
lägen falsch, wenn sie glaubten, mit solchen Aussagen im Wahlkampf
punkten zu können.

GR Markus Ornig, MBA (NEOS) habe sich „auf ein gemeinsames
Abendessen mit meiner Frau und Tochter“ gefreut – und müsse nun, im
Jahr 2017, in einem Haus voller gut gebildeter Menschen eine solch
„tiefe“ Diskussion erleben. Dass sich der Wahlkampf bereits jetzt auf
einem solchen Niveau befinde, sei „unglaublich“.

Für die Entscheidung über eine Gewährung der Subvention an den
Verein COURAGE wurde eine namentliche Abstimmung gefordert. Diese
ging mit 57 Ja- zu 32 Nein-Stimmen zugunsten der Förderung aus.

Der 26. Wiener Gemeinderat endete um 20.34 Uhr.

(Schluss) esl

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