• 23.06.2017, 10:00:02
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Responsible Science: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Mitglieder der Allianz für Responsible Science diskutieren neue Ansätze und stellen Pilotprojekte vor.

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/9526 Im Bild
vl.: Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl (Generaldirektor NHM Wien,
Universität Wien), DDr. Christoph Thun-Hohenstein (Generaldirektor
und wissenschaftlicher Geschäftsführer MAK), Dr. Marie Celine Loibl
(Leiterin des Forschungsprogramms Sparkling Science im
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft),
Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger (Präsident der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften), Univ.-Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer
(Vorständin des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität
Wien), Prof. Dr. Klement Tockner (Präsident des Wissenschaftsfonds
FWF)

Utl.: Mitglieder der Allianz für Responsible Science diskutieren
neue Ansätze und stellen Pilotprojekte vor. =

Wien (OTS) - Responsible Science bindet die Zivilgesellschaft aktiv
in Forschungs- und Innovationsprozesse ein. Auch in Österreich
gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung und führte u. a. vor
zwei Jahren in die – federführend durch das Bundesministerium für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) gegründete – Allianz
für Responsible Science. Mittlerweile verschreiben sich 38
Partnerinstitutionen aus Wissenschaft, Forschung, Bildung und Praxis
der Weiterentwicklung aktiver Bürger/innenbeteiligung. Am 22. Juni
2017 diskutierten Allianzpartner/innen mit Expert/innen im Rahmen
einer Festveranstaltung an der TU Wien Ansätze und Erfahrungswerte
von Responsible Science, spannende Beispielprojekte machten das
Konzept greifbar. Das BMWFW gab einen ersten Ausblick auf die
strategische Ausrichtung einer neuen geplanten Fördermaßnahme.

Festveranstaltung der Allianz für Responsible Science

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Sektionschefin Barbara
Weitgruber (BMWFW). Wie sich „Wissenschaft in Zeiten der Ignoranz"
verändern muss, betonte Univ.-Prof. Dr. Klement Tockner (FWF) in
seiner Keynote, in der er u. a. über die Veränderung in der
Forschungslandschaft sprach und hier den Stellenwert des zunehmenden
Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie einen mutigeren
Ansatz in der Forschung – auch unter Einbeziehen neuer Akteur/innen –
hervorhob. In einer anschließenden Podiumsdiskussion sprach er
gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger (Österreichische
Akademie der Wissenschaften), DDr. Christoph Thun-Hohenstein (MAK),
Univ.-Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer (Universität Wien), Dr. Marie Celine
Loibl (BMWFW) und Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl (Universität Wien)
über nachhaltige Mitgestaltungsmöglichkeiten von Citizen Scientists
im digitalen Zeitalter, der Verantwortung der Wissenschaft für die
Gesellschaft und (Ir)responsible Science. Durch das Programm führte
Tarek Leitner.

Neue Fördermaßnahme ab 2018

Von der Wissenschafts-Community mit Spannung erwartet wurden die
angekündigten Ausblicke auf eine neue Fördermaßnahme, die dem Ende
2019 auslaufenden Wissenschaftsprogramm Sparkling Science folgen
soll. Geplant ist, laut Dr. Marie Céline Loibl, BMWFW, eine
Erweiterung der für die Projektentwicklung und Bewertung üblichen
wissenschaftlichen Exzellenzkriterien im Bereich Responsibility.
Gefördert werden sollen Projekte, die durch den Einsatz von Citizen
Science oder Open-Innovation-Methoden gewinnen und die den
Gestaltungsprinzipien für Responsible Science entsprechen. Den
Forscher/innenteams möchte man großen Gestaltungs- und
Entscheidungsfreiraum geben. Ein erster Aufruf zur Einreichung von
Projektvorschlägen soll 2018 veröffentlicht werden.

Top Citizen Science – Bürger/innen forschen mit

Die erste Förderinitiative, die bereits jetzt gezielt Citizen
Science-Projekte anspricht, ist Top Citizen Science. Die von BMWFW,
FWF und OeAD getragene Initiative wurde 2015 ins Leben gerufen. Sie
dient der Finanzierung von Erweiterungsprojekten zu bestehenden FWF-
bzw. Sparkling-Science-Projekten (je 250.000 Euro), der dritte Call
soll im Herbst 2017 starten. Ziel der Initiative ist die Einbindung
von Bürgerinnen und Bürgern und die Nutzung ihres Wissens, ihrer
Ressourcen und ihres Engagements für wissenschaftliche Forschung und
wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Bisher konnten insgesamt 24 Top
Citizen Science-Projekte gefördert werden. Eines davon ist CODE IT!,
das vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien unter
der Leitung von Dr. Katharina T. Paul durchgeführt wird und im Rahmen
der Festveranstaltung auch präsentiert wurde. Im Projekt nehmen
Wissenschaftler/innen die Debatte zur Einführung der Impfung gegen
sexuell übertragbare Humane Papilloma Viren (HPV) – deren
Medienverbreitung, die Informationspolitik, den Diskurs – und somit
auch die heimische Impfpolitik – unter Einbeziehung von
Open-Science-Methoden politikwissenschaftlich unter die Lupe. Rund
100 interessierte Bürger/innen helfen ihnen dabei: Sie analysieren
und interpretieren Pressemeldungen und bringen ihre eigenen Ideen
ein. Das gesammelte Wissen steht allen Bürger/innen offen.
Schüler/innen können die Daten beispielsweise für
vorwissenschaftliche Arbeiten nutzen. Forscher/innen steht der
Quellcode – die Basis der Forschungen – für andere Forschungsprojekte
zur Verfügung.

http://citizenscience.univie.ac.at

„Young Crowd“, das zweite präsentierte Projekt, ist ein
interdisziplinäres sozialwissenschaftliches Pilotprojekt im Rahmen
der Initiative Responsible Science. Hier hat das Rote Kreuz
Jugendliche eingeladen, eine neue App zu testen, die im Krisen- und
Katastrophenfall zum Einsatz kommen wird. Die juvenilen Citizen
Scientists sammeln zusätzlich Daten über die Funktionsweise, melden
eventuell auftretende App-Fehler und unterstützen so deren letzten
Entwicklungsschritte. Sie leisten so einen Beitrag zum Aufbau eines
österreichweiten Crowd-Tasking-Systems, welches in Krisenfällen
Freiwillige mittels App in die Hilfe einbindet. Das Projekt soll dazu
beitragen, die österreichweite Vorsorge zu stärken und in den
Bereichen Frühwarnung, Risikominderung und Management nationaler und
globaler Katastrophen zusätzliche Freiwillige zu aktivieren.

www.youngcrowd.at

Alle laufenden Top Citizen Science-Projekte finden Sie unter
www.zentrumfuercitizenscience.at/de/projekte

Nähere Informationen zur Allianz und zur Veranstaltung:
www.responsiblescience.at
www.youngscience.at/allianz_festveranstaltung

Weitere Bilder unter: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/9526

Rückfragen zur Allianz:
Mag. Petra Siegele, Leitung Public Science, OeAD-GmbH
[email protected], www.oead.at, Tel.: +43 1 53408-430

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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