AK Vizepräsidentin Adler zu Primärversorgung: Leistung der Gesundheitsberufe bleibt im Dunkeln

Brigitte Adler begrüßt, dass die Primärversorgungszentren nach der Einigung der Regierungsparteien auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden.

St. Pölten (OTS) - „Die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten und den hochqualifizierten Gesundheitsberufen zum Wohle der NiederösterreicherInnen wird damit auf eine solide Basis gestellt. Allerdings fehlt in dem Gesetz eine eigene Leistungserfassung der nicht-ärztlichen medizinischen Berufe. Das ist ein Mangel, denn die Aufgaben der therapeutischen Berufe, der medizinisch-technischen Berufe und der Diplomkrankenpflege sind sehr umfangreich“, macht AK Niederösterreich-Vizepräsidentin Adler auf ein Problem im Gesetzentwurf aufmerksam. 

Zwtl.: Werden die Gesundheitsberufe tatsächlich PartnerInnen der ÄrztInnen? 

Erstversorgungszentren als GesellschafterIn zu gründen und zu betreiben ist nach langem hin und her in dem derzeitigen Gesetzesentwurf ein Monopol der ÄrztInnen. In multiprofessionell breit aufgestellten Gesundheitsversorgung der Zukunft müssen aber qualifizierte Gesundheitsberufe mit ÄrztInnen auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.   

Zwtl.: Gesundheitsberufe sollen eigene Leistungen darstellen können 

Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt grundsätzlich über die ÄrztInnen, die Leistungen der anderen Berufe werde größtenteils pauschal abgegolten und auch nicht gesondert erfasst. „Damit werden wir uns Probleme einhandeln, wenn die Gesundheitsberufe ihre Leistungen nicht darstellen können. Dadurch fehlen spezifische Grundlagen für eine spezialisierte Versorgungsplanung, und es fehlen die statistischen Grundlagen für eine künftige leistungsgerechte Bezahlung etwa von DiätologInnen oder PflegeexpertInnen“, ergänzt AK Niederösterreich-Gesundheitsökonom Dr. Bernhard Rupp, MBA. „Etwa 80 Prozent der direkten Gesundheitsystemkosten werden von chronischen PatientInnen verursacht. Die lebensqualitätsverbessernde Versorgung dieser PatientInnen in den Primärversorgungseinrichtungen wird hauptsächlich in den Händen von PflegepertInnen und medizinisch-technischen Berufen liegen. Wenn wir nicht wissen, wer tatsächlich was leistet, tappen die PlanerInnen weiterhin im Dunkeln. Das sollte vor der Beschlussfassung im Parlament nächste Woche noch repariert werden".

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Bernhard Rupp, MBA, Abteilungsleiter Gesundheitspolitik der AK Niederösterreich, Tel. 05-7171-21251

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