21er Haus: Linda Christanell. Picture Again

Ausstellung von 22. Juni bis 10. September 2017

Wien (OTS) - Die Künstlerin und Filmemacherin Linda Christanell (* 1939) gilt seit Ende der 1960er-Jahre als eine Schlüsselfigur der österreichischen feministischen Avantgarde. Das 21er Haus zeigt als erstes Museum einen Querschnitt durch ihren künstlerischen Kosmos.

Linda Christanell setzt sich seit den frühen 1960er-Jahren mit weiblichen Lebenswelten, Sexualität und gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Ihre eigene Biografie und ihr Körper sind Inspiration und Thema ihrer Arbeiten. Charakteristisch für Christanells OEvre sind gefundene Objekte, die Weiblichkeit und Sexualität symbolisieren oder gesellschaftlich normierte Rollenbilder ironisch kommentieren. Die medienübergreifenden Arbeiten der Wiener Avantgardekünstlerin spannen einen Bogen von Zeichnung über Stoffobjekte bis hin zu Performance, Fotografie und Film. Kaum ein Werk steht für sich alleine, stets stellt Christanell Querverbindungen zwischen frühen und neuen Arbeiten her und verflechtet diese zu poetischen Bildergeschichten.

Nach Abschluss ihres Kunststudiums arbeitet Linda Christanell zunächst in den Bereichen Malerei, Objektkunst und Installation. In den 1960er-Jahren fertigt sie Objekte aus damals neuartigen Materialien wie Schaumstoff oder Plexiglas an.  Die Vergänglichkeit dieser Werkstoffe veranlasst die Künstlerin dazu, die Objekte auf Basis von Leinen neu zu interpretieren. Diese Arbeiten entwickelt sie weiter zu tragbaren Körperobjekten, wodurch sich die Performance als nächster logischer Schritt ihrer künstlerischen Entwicklung ergibt. 1976 gründet Christanell gemeinsam mit Renate Bertlmann das BC Kollektiv. Die Aktionen im Kollektiv prägen ihre Arbeit als Performancekünstlerin und Filmemacherin. Ihre Performances „Fingerfächer“, „Die weiße Kugel“ oder „Bindung“ bringen ihr Ende der 1970er-Jahre internationale Aufmerksamkeit. 

Über die Dokumentation ihrer Performances gelangt die Künstlerin zur Fotografie und zum Medium Film, dem sich Christanell schließlich verstärkt widmet. Der Ausgangspunkt für ihre aus Einzelbildern generierten Filme ist immer die eigene künstlerische Arbeit und deren Reflexion über die Medien. Aus fotografischen Elementen, Trashobjekten, Fotos sowie Texten lässt Christanell eine vielschichtige, poetische und indirekt biografische Narration entstehen. Die Dekonstruktion von tradierten männlichen Blickmustern und das Hinterfragen der Funktionsmechanismen des Mediums Film stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Ihr preisgekröntes filmisches Schaffen wird innerhalb der zweiten Welle österreichischer weiblicher Avantgardefilmerinnen verortet. Gemeinsam ist den Künstlerinnen dieser Zeit die Auseinandersetzung mit Sexualität, Körperlichkeit, Erotik und den damit behafteten Tabus.

Die retrospektive Gesamtinstallation im 21er Haus setzt Arbeiten Linda Christanells aus den letzten 50 Jahren räumlich miteinander in Beziehung. Bisher nicht gezeigte Werkgruppen, wie frühe Plexiglas- und Kartonobjekte, sowie neuere Fotoserien geben Einblick in das umfangreiche Werk der Künstlerin.

Kuratiert von Harald Krejci

Der Pressetext sowie hochauflösende Pressebilder stehen unter folgendem Link zum Download bereit: http://bit.ly/21erHaus_LindaChristanell_Presse

Rückfragen & Kontakt:

Irene Jäger
Presse 21er Haus
+43 1 795 57-185
presse@21erhaus.at
www.21erhaus.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BEL0002