AK: Kündigung im Krankenstand – Reinigungsfirma agierte gar nicht sauber

Wien (OTS) - AK: Kündigung im Krankenstand – Reinigungsfirma agierte gar nicht sauber

Die Arbeitnehmerin befand sich über längere Zeit im Krankenstand. Ihr Sohn meldete den Krankenstand sogleich am ersten Tag telefonisch bei der Arbeitgeberin. Als Reaktion darauf wurde seine Mutter noch im Zuge des Telefonats sofort mündlich gekündigt. Weder das Krankenentgelt, noch der offene Urlaub wurden bezahlt, die Kündigungsfrist wurde auch nicht eingehalten. Abgemeldet wurde die Arbeitnehmerin bei der Wiener Gebietskrankenkasse mit dem Beendigungsgrund „Kündigung durch den Arbeitnehmer“. In der AK ließ sich S. ihre Ansprüche berechnen und machte ihre Forderung schriftlich geltend. Auf ein Forderungsschreiben der AK-Rechtsschützer reagierte die Arbeitgeberin und behauptete, die Arbeitnehmerin hätte mündlich vor ihrem Krankenstand selbst gekündigt. Ihren gesamten Urlaubsanspruch hätte sie schon verbraucht. Als Beweis dafür legte der Arbeitgeber angeblich von S. unterschriebene Urlaubsanträge vor. Im Urteil des Gerichts wurde jedoch ausdrücklich festgehalten, dass die meisten Unterschriften auf den vorgelegten Urlaubsanträgen nicht von der Arbeitnehmerin stammen. Die Firma wurde zur Zahlung von über 3.300 Euro an Kündigungsentschädigung, Krankenentgelt und Urlaubsersatzleistung verurteilt. Die AK wird diesen Fall zum Anlass nehmen, eine Anzeige wegen Vorlage gefälschter Beweismittel vor Gericht zu erstatten.

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