- 13.06.2017, 14:13:32
- /
- OTS0157
Requiem für Alois Mock: Kirche und Politik sagen Dank
Weihbischof Krätzl stand Gottesdienst im Stephansdom vor - Fast gesamte politische Spitze Österreichs und darüber hinaus erwies verstorbenem früheren Außenminister die letzte Ehre - Krätzl: "Dank an Alois Mock dafür, was er in mehr als drei Jahrzehnten für Österreich getan hat, vor allem aber, wie er sein Zeugnis als christlicher Politiker gegeben hat"
Utl.: Weihbischof Krätzl stand Gottesdienst im Stephansdom vor -
Fast gesamte politische Spitze Österreichs und darüber hinaus
erwies verstorbenem früheren Außenminister die letzte Ehre -
Krätzl: "Dank an Alois Mock dafür, was er in mehr als drei
Jahrzehnten für Österreich getan hat, vor allem aber, wie er
sein Zeugnis als christlicher Politiker gegeben hat" =
Wien (KAP) - Mit einem Requiem im Wiener Stephansdom hat sich
Dienstagmittag das offizielle Österreich vom verstorbenen früheren
Außenminister und VP-Obmann Alois Mock verabschiedet. Dem
Gottesdienst stand der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl vor.
Bundeskanzler Christian Kern, Vizekanzler Wolfgang Brandstetter,
Außenminister Sebastian Kurz sowie zahlreiche weitere Minister, die
Nationalratspräsidenten Doris Bures und Karlheinz Kopf, zahlreiche
Landeshauptleute, Alt-Bundespräsident Heinz Fischer und viele weitere
Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft erwiesen Mock die letzte
Ehre.
Namens der Kirche wolle er Mock dafür danken, "was er in mehr als
drei Jahrzehnten für Österreich getan hat, vor allem aber, wie er
sein Zeugnis als christlicher Politiker gegeben hat", so Weihbischof
Krätzl in seiner Predigt. Krätzl stand dem Gottesdienst u.a. mit dem
Linzer Altbischof Maximilian Aichern, dem Göttweiger Abt Columban
Luser, Hochmeister Bruno Platter vom Deutschen Orden und den Altäbten
Joachim Angerer (Geras) und Berthold Heigl (Seitenstetten) vor.
Der Wiener Weihbischof erinnerte u.a. daran, wie Mock am 27. Juni
1989 mit dem ungarischen Außenminister Gyula Horn an der
österreichischen-ungarischen Grenze ein Stück des Stacheldrahtes
zerschnitt. Es sollte Symbol und Herausforderung sein, "niemals mehr
in der Zukunft neue Mauern oder Zäune aufzurichten", so der
Weihbischof: "Und das nicht nur an den Grenzen der Länder, sondern
auch nicht zwischen Menschengruppen, Religionen oder Parteien; oder
auch innerhalb von Parteien."
Ebenso unvergesslich bleibe jenes Bild, als Mock am 1. März 1994 den
Beitritt Österreichs zur EU verkünden konnte und in überschwänglicher
Freude Europastaatssekretärin Brigitte Ederer herzte. Krätzl: "Für
mich ist der emotionale Ausbruch von Alois Mock ein Symbol, aber auch
einer Herausforderung, dass es doch möglich ist, über die Grenzen das
Parteien hinaus, sich über ein gemeinsam erreichtes Ziel so herzlich
zu freuen." Das sollte alle belehren, "die in der Politik bisweilen
dem anderen einen Erfolg nicht gönnen".
Dank aus Südtirol
Bundespräsident Alexander van der Bellen konnte wegen eines
Staatsbesuchs in Ungarn nicht am Requiem teilnehmen. - Er hatte sich
zuvor im Kondolenzbuch im Außenministerium eingetragen und Mock als
"großen Staatsmann und echten Europäer" gewürdigt. - Dafür waren aus
dem Ausland zahlreiche Politiker nach Wien gekommen; u.a. die
kroatische Kulturministerin Nina Obuljen Korinek, der frühere
kroatische Außenminister Mate Grani und der frühere slowenische
Außenminister Dimitrij Rupel. Mock hatte sich zu seiner aktiven Zeit
vehement für die Unabhängigkeit Kroatiens und Sloweniens eingesetzt.
Stark vertreten war beim Requiem auch die Südtiroler Politik mit
Landeshauptmann Arno Kompatscher an der Spitze. Der frühere
Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder dankte am Ende des
Gottesdienstes in einer kurzen Rede dem Verstorbenen für dessen
Einsatz für Südtirol und die Südtiroler, damit diese die ihnen
zustehenden Rechte und Autonomie erlangen konnten. Die Menschen in
Österreich und in Südtirol hätten Alois Mock sehr viel zu verdanken,
dass es ihnen heute so gut gehe, sagte Durnwalder. Mock habe für sein
Engagement Respekt und Bewunderung bei politischen Freunden wie auch
Gegnern erfahren. Er sei zudem immer davon überzeugt gewesen, dass
die Europäische Union mehr sein müsse, als eine bloße
Wirtschaftsgemeinschaft. Für Mock sei die EU zugleich auch eine
Wertegemeinschaft und ein Friedensmodell gewesen.
Schließlich würdigte zum Abschied einmal mehr Außenminister Sebastian
Kurz den Verstorbenen. Alois Mock sein ein "ganz großer Österreicher
und Europäer" gewesen. Die Basis für seinen politischen Erfolg sei
dabei stets seine menschlichen Fähigkeiten, sein Redlichkeit, sein
Anstand aber auch seine Hartnäckigkeit gewesen, so Kurz.
Für die musikalische Gestaltung waren u.a. die Chöre "Ars Vivendi"
und "Cantores Dei Allhartsberg", sowie das Kammerorchester Waidhofen
an der Ybbs zuständig. Zudem prägten zahlreiche Abordnungen der
Cartellverbände das Bild im Dom.
Das Begräbnis von Alois Mock findet am Mittwoch im engsten
Familien-und Freundeskreis in Wien statt.
O-Töne vom Requiem sind in Kürze unter www.kathpress.at/audio
abrufbar.
Fotos vom Requiem stehen unter www.kathpress.at/foto zum Download
bereit.
((ende)) GPU/FAM
Copyright 2017, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






