Grüne/Mitsche: Nikels »Virismus«-Kampf offenbart ein starkes Stück Ahnungslosigkeit

BZÖ-Landesobmann propagiert Abkehr vom Feminismus

Klagenfurt (OTS) - Über die Aussage von BZÖ-Kärnten-Landesobmann Herbert Nikel, wonach er für die Auferstehung eines »Virismus« (sic!) kämpfe, zeigt sich die Landessprecherin der Grünen Kärnten Marion Mitsche fassungslos: »Nikels Attitüde zeigt, dass er von der Realität vieler Frauen, Männer und Familien keine Ahnung hat, wenn er Feminismus offenbar als obsolet und schädlich ansieht. Wir leben in einer Zeit, in der es einen gewaltigen antifeministischen Backlash gibt, der - wie Nikel - traditionelle Frauenbilder forcieren will. Frauen sind job-, pensions- und einkommensmäßig nach wie vor stark benachteiligt, und Aussagen, wonach Frauen Männer als »Finanzierungsmodell« entdeckt haben, offenbaren ein starkes Stück Ahnungslosigkeit für einen Politiker einer Partei im Kärntner Landtag. Ob ihm bewusst ist, dass Kärntens Bevölkerung zur Hälfte aus Frauen besteht, denen er unterstellt, lieber Männer finanziell auszunehmen, als selber Karriere zu machen? Frauen, die sich bemühen, Kinderbetreuung und Beruf unter einen Hut zu bringen und die immer noch den Großteil der unbezahlten Hausarbeit in Familien machen?«

Mitsche bricht eine Lanze für den Feminismus: »Dass Frauen bessere Ausbildungen haben als Männer, aber kaum in Führungspositionen vertreten sind, liegt im Gegensatz zu Nikels Aussagen nicht daran, dass wir lieber bequem von Männern schmarotzen wollen, sondern vielfach an den Strukturen des von Nikel so genannten »Virismus« - für den die korrekte Bezeichnung »Patriarchat« lautet. Übrigens profitieren auch Männer von gleichberechtigten Partnerinnen, für die sie aus feministischer Sicht gerade NICHT finanziell aufkommen müssen, weil diese selber ausreichend Geld verdienen. Für gebärfreudige junge Frauen klingen gute, leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen, gutbezahlte Wiedereinsteigerjobs, soziale Absicherung und flexible, familienfreundliche Unternehmen wesentlich attraktiver als eine Rückkehr zu Unterdrückung und Abhängigkeit wie in vorfeministischen Zeiten.«



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