Bundesratspräsidentin Ledl-Rossmann zu Besuch beim Hilfswerk Kärnten

„Wir müssen in der Pflege mutiger und innovativer denken!“

Klagenfurt (OTS) - Anlässlich ihres gestrigen Kärnten-Aufenthaltes besuchte Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann auch das Hilfswerk Kärnten (HW). Im HW „Generationentreff“ diskutierte sie mit dem HW Vorstand, dem HW Geschäftsführer, politischen Vertretern sowie Hilfswerk-Mitarbeiterinnen über die aktuelle Pflegesituation.

Neben Themen wie „Änderungen in der Pflegeausbildung“ oder „Finanzierung von Pflegemodellen“, stand vor allem ein Thema im Mittelpunkt: die Situation von pflegenden Angehörigen, insbesondere die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

„Über Familie und Beruf wird viel gesprochen und es werden Maßnahmen gesetzt, um hier zu unterstützen. Dasselbe muss für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gelten. Menschen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, leisten für unsere Gesellschaft wertvollste Arbeit. Dieses muss auch dementsprechende Anerkennung und Unterstützung erfahren“, so Ledl-Rossmann.

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen, forderte die Bundesratspräsidentin, selbst diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, einen Schulterschluss der Politik: „Wir benötigen dringend Lösungen und müssen hier im Pflegebereich beginnen mutiger und innovativer zu denken – und das über die Parteigrenzen hinweg!“

HW Präsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler nutzte die Gelegenheit, um einen Appell an die Politik zu richten: „Der überwiegende Teil der Menschen möchte zu Hause gepflegt werden. Hier wird vor allem die Politik in den nächsten Jahren mehr denn je gefordert sein, Rahmenbedingungen für alternative Betreuungsformen im extramuralen Bereich zu schaffen und zu unterstützen.“

Horst Krainz, Geschäftsführer des Hilfswerks Kärnten, übte Kritik an dem aktuellen Finanzierungsmodell im Pflegebereich: „In den letzten Jahren wurden politische Entscheidungen getroffen, die an der Realität vorbeigehen. Ich denke dabei beispielsweise an die Verschärfung der Zugangskriterien für das Pflegegeld. Hier wurde nicht zu Ende gedacht, was dies an volkswirtschaftlichen Kosten in Zukunft zur Folge hat. Weiteres Beispiel, der Pflegefonds. Hier muss der Bund garantieren, dass die von ihm bereitgestellten Gelder aus dem Pflegefonds, in den Ländern zweckgebunden eingesetzt werden müssen, was derzeit nicht der Fall ist.“

Neben der Diskussionsveranstaltung wurde der Bundesratspräsidentin auch das Modell des „Betreubaren Wohnens“ vorgestellt und im Zuge dessen, die modernst ausgestatteten Wohnungen besichtigt, deren Mieter/innen durch eine Alltagsmanagerin des Hilfswerks betreut werden. In dieser Wohnanlage befindet sich auch der „Generationentreff“, ein Projekt des Hilfswerks gemeinsam mit der Stadt Klagenfurt. Hier sollen alte und junge Menschen gemeinsam Freizeit erleben. Verschiedenste Veranstaltungen werden hier angeboten, die aber nicht nur den Bewohnern, sondern allen Interessierten zugänglich sind.

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Hilfswerk Kärnten
Petra Groll
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