Schönborn würdigt Mock: "Ganz große Persönlichkeit"

Kardinal zum Tod des früheren Außenministers und ÖVP-Obmanns: "Weitsichtiger und tief gläubiger Politiker, dem wir enorm viel verdanken"

Wien (KAP) - Als eine der ganz großen Persönlichkeiten in der jüngeren Geschichte der österreichischen Politik hat Kardinal Christoph Schönborn den am Donnerstag verstorbenen früheren Außenminister und ÖVP-Obmann Alois Mock gewürdigt. Er bezeichnete Mock gegenüber "Kathpress" als "aufrechten, geradlinigen und weitsichtigen Politiker, dem wir enorm viel verdanken; vor allem auch den Beitritt zur Europäischen Union." In vielerlei Hinsicht sei Mock der "Baumeister" dieses Beitritts gewesen, so der Kardinal.

Freilich hätten sich die extremen Anstrengungen der Beitrittsverhandlungen auch negativ auf seine Gesundheit ausgewirkt. Es sei beeindruckend gewesen, mit welch großer Würde Mock seine gesundheitlichen Leiden ertragen habe, zollte der Kardinal dem Verstorbenen Respekt. Zugleich habe Mock bis zuletzt höchstes Interesse an allen nationalen und internationalen Entwicklungen gezeigt.

Unvergesslich sei jenes Bild von Mock, als er den Eisernen Vorhang durchtrennte. In einem geschichtsträchtigen symbolischen Akt durchschnitt Mock mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn im Juni 1989 den Grenzzaun zu Ungarn und damit zum damaligen Ostblock.

Besonders hob Kardinal Schönborn eine "weitsichtige Initiative" Mocks hervor, die dieser in den 1990er-Jahren gemeinsam mit seinem iranischen Amtskollegen, Außenminister Ali Akbar Velayati, gestartet hatte: einen offiziellen institutionalisierten Dialog zwischen Österreich und dem Iran. Dieser wurde dann über 15 Jahre auf sehr hohem Niveau betrieben und habe auch Früchte getragen. - Kardinal Schönborn reiste beispielsweise im Rahmen dieser Initiative im Jahr 2001 in den Iran.

Mock habe damals schon verstanden, so Schönborn, dass der Dialog zwischen den Völkern und Religionen der einzig gangbare Weg in die Zukunft sei. Das werde gerade heute, wo im Nahostkonflikt eine Friedenslösung unrealistischer denn je erscheint, wieder umso deutlicher.

Schönborn weiter: "Mock war ein zutiefst gläubiger Mensch, der aus seinem Glauben heraus gelebt und gehandelt hat." Sein Mitgefühl gehöre in dieser Stunde auch Mocks Gattin Edith, so der Kardinal weiter. Sie verdiene höchste Anerkennung und Bewunderung im Hinblick darauf, wie sie ihren Mann über all die Jahre begleitet, betreut und schließlich gepflegt hatte.

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