Schließung Porzellanfabrik in Frauental: 3,4 Millionen Euro Sozialplan steht

Betriebsrat, ÖGB und AK verhandeln finanzielles Trostpflaster für 160 Betroffene

Frauental/Steiermark (OTS) - Für die 160 Beschäftigten der PPC Insulators in Frauental war es ein „Schlag ins Gesicht”, als sie am 5. April dieses Jahres überraschend erfahren mussten, dass eine Schließung ihres Betriebes vorbereitet wird. Unverständnis und Wut machte sich bei der Belegschaft breit. Immerhin wirft das Werk einen Gewinn ab und steht für die höchste Qualität im gesamten Konzern. Nun war der Betriebsrat gefordert und hat in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer einen Sozialplan für alle Betroffenen mit der Geschäftsführung abgeschlossen, sollte es 2018 tatsächlich zu einer Schließung kommen. ++++

Der Betriebsrat wurde rasch aktiv, um für die Betroffenen gemeinsam mit den Experten der Gewerkschaften Bau-Holz (GBH), Privatangestellten (GPA-djp) und der Arbeiterkammer einen Sozialplan auszuarbeiten. Nach fünf Verhandlungsrunden ist es zu einem Abschluss gekommen. Im Falle einer Schließung wird es zusätzlich zu den gesetzlichen und kollektivvertraglichen Ansprüchen freiwillige Sozialplanleistungen sowie eine Arbeitsstiftung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Diese zusätzlichen freiwilligen Geldleistungen werden nach Lebensalter und Dienstjahren berechnet.

Andreas Linke, Landesgeschäftsführer der zuständigen Gewerkschaft Bau-Holz (GBH): „Ziel der Arbeitsstiftung ist es, alle Betroffenen durch Weiterbildungsmaßnahmen, Schulung und Beratungen so schnell wie möglich wieder in Beschäftigung zu bringen.” GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch ergänzt: „Das Gesamtpaket, welches durch die Betriebsräte, Gewerkschaften und Arbeiterkammer verhandelt wurde, ist im Vergleich zu anderen Sozialplänen in der Steiermark äußerst positiv zu bewerten. Damit wird den Betroffenen bei der geplanten Schließung ab 2018 zumindest ein finanzielles Trostpflaster für die Überbrückung, bis sie einen neuen Job haben, zur Verfügung gestellt. Ohne die Gewerkschaften mit ihren Betriebsräten wären die Arbeitnehmer `mit einem Butterbrot abgespeist´ worden!"

Für Muchitsch und Linke sind die Schließungspläne zwar nach wie vor unverständlich, aber im Falle einer tatsächlichen Schließung sei das bestmögliche für die Beschäftigten herausgeholt worden.


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