Industrie zu Arbeitsmarkt: Arbeitszeitgesetz modernisieren, Lohnnebenkosten weiter senken

IV-GS Neumayer: Bei Beschäftigungsbonus unbürokratische und rechtssichere Ausgestaltung entscheidend – Modernes Arbeitszeitrecht für Wachstum und Beschäftigung essenziell

Wien (OTS) - „Rückläufige Arbeitslosigkeit und steigende Beschäftigungszahlen zeigen Ende Mai zwar grundsätzlich eine positive Entwicklung der österreichischen Arbeitsmarktlage, doch im EU-Arbeitslosigkeitsvergleich liegt Österreich längst nicht mehr im Spitzenfeld“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, zu den heute, Donnerstag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. „Während Österreich vor vier Jahren noch die geringste Arbeitslosenquote in der gesamten Europäischen Union verzeichnete, rutschen wir nach den jüngsten EU-Daten auf den zehnten Platz – weit hinter die Spitzenreiter Tschechien und Deutschland – zurück. Wir dürfen den wirtschaftlichen Aufschwung in der EU nicht an uns vorbeiziehen lassen. Es gilt die positive konjunkturelle Stimmung zu nutzen und nunmehr die strukturellen Herausforderungen für den Standort Österreich in Angriff zu nehmen – dann werden das Wirtschaftswachstum und die Verringerung der Arbeitslosigkeit nachhaltig sein. Dabei steht unter anderem die Modernisierung des Arbeitszeitrechts auf der Agenda. Um den Arbeitsmarkt nachhaltig anzukurbeln und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit zu senken, ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit, die sich an der betrieblichen Praxis orientiert, essenziell“, betonte der IV-Generalsekretär, der mit Nachdruck die Anhebung der möglichen Tageshöchstarbeitszeit bei Gleitzeit auf zwölf Stunden forderte.

Grundsätzlich müsse Österreich die Lohnnebenkosten weiter senken, sie seien einer der größten Arbeitsplatzverhinderer. Diese Reduktion müsse zumindest auf deutsches Niveau erfolgen, um Investitionen, Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Erhebliches Senkungspotenzial ortete Neumayer aktuell etwa beim Beitrag zum Insolvenzentgeltfonds, denn „es ist es in keiner Weise nachvollziehbar, warum hier die gebotene Beitragssenkung nicht schon längst realisiert wurde“. „Der geplante Beschäftigungsbonus, der die Lohnnebenkosten von Neueinstellungen fördern soll, ist ein positives Signal, wenn es gelingt, auf die betrieblichen Bedürfnisse einzugehen und eine praxisgerechte unbürokratische und rechtssichere Abwicklung sicherzustellen“, so Neumayer, der hierbei den vorgesehenen Ausschluss von EU-Ausländern kritisch bewertete.

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