Neues „Universum“ erzählt „G’schichten aus dem Wiener Prater“

Am 6. Juni um 20.15 Uhr in ORF 2 mit Musik von Ernst Molden

Wien (OTS) - Der Wiener Prater ist eine jahrhundertealte Welt der Zerstreuung und des Müßiggangs für die Menschen Wiens, eingebettet in die naturnahe Auenlandschaft im Herzen der Millionenstadt. Nur wenige Schritte sind es vom lauten Wurstelprater in die ruhigen Erholungszonen des Praters, wo Regisseur Thomas Rilk für die „Universum“-Dokumentation „G’schichten aus dem Wiener Prater“ manch überraschende Begegnung mit Wildtieren gemacht hat. Der Film, dem Liedermacher Ernst Molden seinen unvergleichlichen Sound verleiht, entstand als Koproduktion von ORF und Rilk Film, gefördert von Fernsehfonds Austria und Filmfonds Wien.

„G’schichten aus dem Wiener Prater“ erzählt am Dienstag, dem 6. Juni 2017, um 20.15 Uhr in ORF 2 von Tieren, die in den Praterauen, links und rechts der Hauptallee, gar nicht so weit abseits vom Trubel der Praterbuden, ihr Zuhause haben: das Wiener Nachtpfauenauge, Europas größter Nachtfalter, das sich manchmal spätnachts in die glitzernde Welt des Wurstelpraters verirrt, der unermüdliche Biber, der am Krebsenwasser Nacht für Nacht seine Burg verlässt, die scheuen Rehe, die für Felix Saltens Welterfolg „Bambi“ Vorlage gestanden haben könnten, die alte Sumpfschildkröte, beinahe ausgestorben, die in der Nähe des Lusthauses am Mauthnerwasser die Wärme der Sonne sucht, und eine Dachsfamilie, die in der Freudenau tief unter der Erde in einem riesigem Dachsbau lebt. Mit eigens entwickelten Infrarotkameras wurden die nachtaktiven und sehr scheuen Tiere über ein Jahr lang vom „Universum“-Team beobachtet. Besondere Einblicke ins nachtaktive Leben der Dachse sind das sehenswerte Resultat dieser ausdauernden Beobachtungen.

Die Nähe zum Nationalpark Donau-Auen hält auch die Vielfalt der Wildtiere im Wiener Prater hoch. Wie im Nationalpark finden sich auch im Prater noch naturnahe Gebiete ehemaliger Donaugewässer, wie Mauthnerwasser, Krebsenwasser, Heustadl- und Lusthauswasser. Seit der Donauregulierung (1870–1875) werden die Gewässer des Praters nur noch durch Grundwasser gespeist. Doch da der Prater niemals forstlich bewirtschaftet wurde, konnte sich hier bis heute eine Vegetation halten und entwickeln, die natürlichen Auengebieten entspricht. Die nur langsam verlandenden ehemaligen Donauarme sind kostbare Refugien für Tiere und Pflanzen, manche davon nicht nur in Wien bereits stark vom Aussterben bedroht.

Die Filmmusik zur neuen „Universum“-Dokumentation steuert ein Meister des neuen Wiener Liedes bei – Ernst Molden. Gemeinsam mit seinem Musiker-Kollegen und Freund Walther Soyka an der Knöpferlharmonika. Ernst Moldens absoluter Lieblingsort – zum Entspannen wie zum Komponieren – findet sich im Wiener Prater; es ist ein ruhiger Platz unter einem alten Baum. Der Künstler schwärmt vom Prater: „Seit seiner Öffnung durch Joseph II. gehört der Prater allen. Es gibt keine sozialen Schranken, man muss keinen Eintritt zahlen. Genug Platz für alle. Wer es wild will und die Ausschweifung sucht, kann das im Wurstelprater machen. Wer mitten in der Stadt Natur sucht, geht in den Grünen Prater. Ein magischer Ort.“

Für den Wiener Regisseur Thomas Rilk ist die Zusammenarbeit mit dem Liedermacher eine einmalige Gelegenheit: „Ernst Molden ist wie ich ein überzeugter Städter und Naturliebhaber. In seinen Liedern erinnert er uns, dass die Natur selbst in der Großstadt ein glückliches Platzerl finden kann. Man muss sie nur entdecken. Ernst Molden ist der Alexander von Humboldt des Wiener Praters. Hier unternimmt er seine Expeditionen ins Tierreich, komponiert und textet unter seinem Lieblingsbaum am Lusthauswasser. Hier findet er die Hauptdarsteller seiner Geschichten: Bäume, Schnee und Wind, die Hauptallee, den Rudschduam und die vielen Viecherln, die in seinen Liedern vorkommen.“

Das Titellied des neuen Prater-„Universums“ heißt „Hauptallee“; interpretiert wird es von Willi Resetarits. Es ist eine Reminiszenz an die vier Kilometer lange Straße vom Praterstern zum Lusthaus – wer jemals den Wien-Marathon gelaufen ist, kann wohl ebenfalls ein Lied davon singen.

Am Eingang der Prater Hauptallee beginnt auch der Film. Der Blick vom Riesenrad gewährt Eindrücke auf die kleinen und großen Wunder des Grünen Praters, einem faszinierenden Stück Auenlandschaft: geschaffen vom Donaustrom und im Lauf der Jahrhunderte vom Menschen nach seinen Bedürfnissen verändert – jedoch ohne die Natur dabei ganz zu eliminieren. Ein wunderbares Stück Wildheit inmitten einer Millionenstadt.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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