Samariterbund: NGO-Flotten im Mittelmeer sind Reaktion auf EU-Versagen

Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs: „Die Abschottungspolitik der EU macht NGO-Einsätze im Mittelmeer erst notwendig.“

Wien (OTS) - „In den vergangenen Tagen haben europäische NGOs wieder hunderte schiffbrüchige Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. Ohne Hilfe wären diese Menschen ertrunken. Die privaten Hilfsorganisationen reagieren mit ihren Rettungseinsätzen auf das komplette Versagen der Politik. Eine Politik der Abschottung, wie sie in der EU gelebt wird, führt zwangsläufig zu einer katastrophalen Situation, die NGO-Einsätze im Mittelmeer notwendig macht“, so Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.

„Der Vorwurf, dass NGO-Flotten mit ihrem Mittelmeereinsatz das Geschäft der Schlepper begünstigen, ist völlig absurd. Unglücksfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass viele Schlepper am Schicksal der Flüchtlinge kein Interesse haben. Die Theorie, dass mehr Hilfe mehr Menschen zur Flucht ermutigt, stimmt nicht. Flüchtlinge versuchen nach Europa zu kommen, da sie in ihrer Heimat keine Perspektiven sehen und von Krieg und Terror bedroht sind. Ohne Rettungsboote im Mittelmeer wäre die Anzahl der Flüchtlinge gleich groß, nur jene der Toten wesentlich höher“, so Schnabl weiter. 

„Entwicklungszusammenarbeit kann einen wertvollen Beitrag leisten und den Grund von Migration bekämpfen. Wo ein menschenwürdiges Leben und soziale Sicherheit gewährleistet sind, müssen sich weniger Menschen auf den Weg machen. Die Erhöhung der finanziellen Mittel für Flüchtlingsbetreuung im Nahen Osten, wie sie am Dienstag im Ministerrat beschlossen wurde, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, betont Schnabl.

„Rechtsextreme, die versuchen mit Störaktionen in italienischen Häfen die Abfahrt von NGO-Schiffen zu verhindern, nehmen den Tod tausender Männer, Frauen und Kinder in Kauf und verhindern trotzdem nicht, dass sich Menschen in ihrer Verzweiflung auf die Flucht machen“, so Schnabl.

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