Weltmilchtag - Stronach/Steinbichler: Milchpreise wie vor 40 Jahren sind kein Grund zum Jubeln

Heftige Kritik an Exportpolitik Rupprechters und zunehmendem Palmöl-Boom in der Lebensmittel-Industrie - Forderung nach Palmölsteuer

Wien (OTS) - "Während zum Weltmilchtag wieder Jubelmeldungen über die gute Exportsituation bei Milchprodukten und die angeblich guten Milchpreisen kommen, sieht die Realität komplett anders aus: Wir haben derzeit am Bauernhof Milchpreise wie vor 40 Jahren!", erklärt Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler. Und weiter: „Wenn die Milch am Bauernhof 56 Cent kosten würde, müssten für die Konsumenten die Preise im Supermarkt nicht erhöht werden und zahlreiche Bauern könnten wieder kostendeckend produzieren und eine lebensfähige Landwirtschaft betreiben. Da der Preis für einen Liter Milch jedoch nach wie vor 33 Cent beträgt, kämpfen viele Milchbauern ums Überleben. Jeden Tag sperren in Österreich zehn Bauern bzw. Milchbauern zu – nicht nur ein herber Verlust von täglich ca. 30 Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, sondern auch von Lebensqualität. Immerhin pflegt eine Kuh etwa einen Hektar Dauerwiese, dank der natürlichen Kreislaufwirtschaft – Pflanze – Tier – Dünger – werden dadurch unsere Umwelt und das Klima nachhaltig geschützt, wertvolle und gesunde Lebensmittel erzeugt und tausende regionale Arbeitsplätze gesichert, Stichwort: Tourismus“, so Steinbichler.

Der Team Stronach Mandatar übt dabei heftige Kritik an der Exportpolitik von Agrarminister Andrä Rupprechter, wo wertvollste regionale Milch- und Molkereiprodukte zu Spottpreisen ins Ausland verscherbelt werden. „Das Überschuss-Argument ist frei erfunden und dient nur zum Preisdruck am Bauernhof“, betont Steinbichler.

Das Preistief bei Milch hat für den Team Stronach Mandatar mit dem zunehmenden Palmöl-Boom in der Lebensmittelindustrie zu tun. In Europa würden Nahrungsmittelhersteller immer öfter Milch- und Butterfette durch das umstrittene Palmöl ersetzen. „Die EU ist nach Indien der zweitgrößte Importeur von Palmöl, Palm- und Kokosfett. Wenn man heute in die Kühlregale der Supermärkte schaut, hat die echte Butter aus Milchfett nur mehr einen Anteil von ca. 25 Prozent. Der Rest sind Ersatzprodukte wie Margarine, die zu einem Großteil aus Palmöl erzeugt werden. Dieses wird zwar als „gesundes Pflanzenfett“ angeboten, jedoch unter brutalstem Einsatz von Kunstdünger und Glyphosat in Monokulturen und unter Ausbeutung der regionalen Bevölkerung erzeugt. Dieser Raubtierkapitalismus der Großkonzerne zerstört wissentlich und nachhaltig unsere Mutter Erde – und die EU mitsamt unserer Regierung unterstützt durch ihr „Milchreduktionsprogramm“ bzw. „Milchkuhschlachtungsprogramm“ indirekt die Regenwaldabholzung zur Palmölproduktion“, mahnt Steinbichler, der in diesem Zusammenhang auch seine Forderung nach einer Palmölsteuer bekräftigt.

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