• 28.05.2017, 12:54:17
  • /
  • OTS0025

Thomas Bubendorfer auf Ö3 über sein Kletter-Comeback nach seinem schweren Unfall: "Wenn ich gehen kann, kann ich auch wieder klettern"

Der Extrembergsteiger heute in Ö3-"Frühstück bei mir" ganz persönlich

Utl.: Der Extrembergsteiger heute in Ö3-"Frühstück bei mir" ganz
persönlich =

Wien (OTS) - Anfang März schwebte Thomas Bubendorfer eine Woche lang
in Lebensgefahr: nach seinem Absturz aus zehn Metern Höhe beim
Eisklettern waren alle Rippen – bis auf eine – gebrochen, die Leber
und die Lunge zerrissen, sein rechter Fuß zerschmettert. Drei Monate
nach dem schweren Unfall besuchte Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl den
rekonvaleszenten Extremkletterer für Ö3-"Frühstück bei mir" in seiner
Wahlheimat Monaco. In seiner Wohnung im 24. Stock mit weitem Blick
auf Monte Carlo sagte er Erstaunliches: "Ich werde ab Mitte Juni
wieder klettern. Dann brauche ich keine Krücken mehr. Und wenn ich
gehen kann, kann ich auch klettern."

Ob er – jetzt schon zum zweiten Mal Überlebender eines schweren
Kletterunfalls – sein Schicksal nicht herausfordert? Da differenziert
der 55-Jährige: "Ich bin jetzt ja nicht beim Klettern, sondern beim
Abseilen abgestürzt. Bei einer Routinegeschichte: Ich habe das Seil
zu wenig weit durchgezogen, ich war einfach mit dem Kopf ganz
woanders. Dann fällt man hinunter wie ein Stein." Dass er viel Glück
hatte, ist dem Extrembergsteiger bewusst: "Ich bin in ein Flussbett
gefallen, mit dem Gesicht nach unten, das Wasser war dort circa
zwanzig Zentimeter hoch. Hätte mich mein Kletterpartner nicht so
schnell geborgen, wäre ich ertrunken." Gelernt habe er durch diesen
Absturz: "…dass ich mehr Auszeiten brauche. Ich schalte nie ab, bin
dauernd von geplanten Expeditionen, Vorträgen, Buchprojekten
getrieben." Und der Salzburger, der eigentlich als weltweit
Vortragender über "intelligente Leistungsentwicklung" sein Geld
verdient und dabei auch immer die Wichtigkeit von Regeneration
betont, kehrt jetzt auch vor seiner eigenen Türe: "Ich habe gelernt,
dass ich öfter Pausen brauche."

Neun Kilo Muskelmasse habe er nach dem Unfall abgebaut, so
Bubendorfer. Durch Schwimmen und jetzt auch Training am Ergometer
versuche er seine Fitness wiederzuerlangen. Und die Ärzte – so
Bubendorfer – versichern, dass durch diesen Absturz keine
nachhaltigen Schäden bleiben: "Meine größte Sorge war, dass der
rechte Fuß gehandicapt bleibt – denn seit meinem Absturz 1988 ist ja
mein linkes Sprunggelenk kaputt. Aber bei meiner letzten Untersuchung
war zu sehen, dass das rechte Sprungbein nicht abstirbt – das war
meine größte Sorge – sondern sich erholt. Ende Juni kommen fünf
Schrauben heraus, drei bleiben drin, und dann ist es wie vorher."

Nächstes Jahr möchte Bubendorfer wieder für einen Alleingang nach
Tibet aufbrechen, derzeit widmet er sich seinen Memoiren – es wird
das erste Buch, das er auf Englisch schreibt. "Ich schreibe über die
Entwicklung des 12-Jährigen, den es ein Leben lang zu den Bergen
gezogen hat. Und besonders über die Entwicklung und die Lehren vom
Unfall vor drei Monaten bis jetzt." In den Bergen und auf Felswänden
sieht sich der Grenzgänger noch viele Jahre: "Ich klettere, weil es
mein Leben ist."

Ö3-"Frühstück bei mir" – das große Interview der Woche,
Persönlichkeiten ganz persönlich – jeden Sonntag von 9.00 bis 11.00
Uhr im Hitradio Ö3 und zum Nachhören online auf oe3.ORF.at.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HOA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel