• 24.05.2017, 09:38:52
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Grüne/Lesjak: Inter- und transdisziplinäre Forschung und Fortbildung an der Uni Klagenfurt muss erhalten bleiben

Bildung darf nicht zu einer Kosten-Nutzen-Entscheidung werden

Klagenfurt (OTS) - 

Die Zukunft der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) wurde auf Antrag der Grünen im gestrigen Rechts- und Verfassungsausschuss des Kärntner Landtags behandelt. Als Auskunftspersonen waren der Rektor der Universität Klagenfurt Oliver Vitouch sowie der Dekan der IFF Konrad Krainer geladen. Bei der Debatte kristallisierte sich deutlich heraus, wie wertvoll und unverzichtbar die IFF, die internationale wissenschaftliche Größen, wie etwa die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter hervorgebracht hat, ist. Allerdings ist die Entscheidung, dass die Fakultät aufgelöst wird, seitens der Universität bereits gefallen. Es ist daher zu befürchten, dass das Forschungs- und Lernparadigma, welches von der IFF repräsentiert wurde, verloren geht.

„Die IFF diente der Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuartiger Formen von Wissenschaft in Forschung, Lehre und Organisation. Ziel des inter- und transdisziplinären Forschungsansatzes ist die Bearbeitung ausgewählter aktueller gesellschaftlicher Problemfelder mittels Gestaltung geeigneter Forschungs- und Lernprozesse. Die IFF hat bzw. hatte mit dieser Forschungsorientierung eine Alleinstellung in der Wissenschaftslandschaft im deutschsprachigen Raum. Dies aufzugeben ist für die Uni Klagenfurt eine irreversible Fehlentscheidung. Zudem verliert sie das Herzstück ihrer regionalen und gesellschaftsentwickelnden Wirksamkeit. Sie beschränkt sich zunehmend auf eine rein innerwissenschaftlich orientierte Wettbewerbsausrichtung und verkommt dadurch zu einem Elfenbeinturm. Die Spaltung von Theorie und Praxis wird forciert, anstatt sie zu Gunsten der Beteiligung von PraktikerInnen aufzuheben“, stellt Barbara Lesjak, Klubobfrau der Grünen im Kärntner Landtag, fest und meint weiter: „Es ist unverständlich und äußerst bedauerlich, dass man sich vom Juwel der Exzellenz und der Regionalität trennt, um sich in internationalen Rankings hinten anzustellen. Obendrein ist es auch noch bizarr, dass für Rektor Vitouch das Kosten-Nutzen-Argument allein entscheidend ist und die Frage des Mehrwerts und der Bereicherung für die Region vollkommen ausgeblendet wird“, so Lesjak.

„Diese Entscheidung manifestiert die Uni Klagenfurt als relativ unbedeutende Provinz-Uni, verglichen mit innovativen Universitäten im deutschsprachigen Raum. Andernorts wird sehr wohl erkannt, dass die Inter- und Transdisziplinarität einen hohen gesellschaftlichen Gestaltungseffekt hat. Die Wissenschaft muss heute mehr denn je ihren Interventionscharakter kritisch reflektieren und soll helfen, auf echte Probleme im echten Leben von Menschen und Organisationen Antworten zu finden. Wenn die Wissenschaft nur noch für sich selber da ist und nicht mehr der Gesellschaft dienen kann, dann ist sie überfinanziert.“

Daher begrüßt Lesjak den einstimmigen Beschluss im zuständigen Ausschuss, dass die Landesregierung aufgefordert wird, sich bei der Leitung der Alpe Adria Universität Klagenfurt dafür einzusetzen, dass die inter- und transdisziplinäre Forschung und Fortbildung erhalten bleibt. 

(Schluss)

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