Leipnik-Lundenburger feiert "150 Jahre – Ohne Grenzen"

Festredner und Diskutanten plädieren für ein offenes und mutiges Österreich und Europa, um die Transformation in die Zukunft zu schaffen

Wien (OTS) - Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG (LLI) luden Generaldirektor Josef Pröll und Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Hameseder in die landwirtschaftliche Produktenbörse in Wien. Die Feier stand unter dem Motto "150 Jahre – Ohne Grenzen", denn auch die LLI sei seit ihren Anfängen und vor allem seit 1989 vom Wirtschaften über Grenzen hinweg geprägt, so Josef Pröll in seinen Begrüßungsworten. Wirtschaftsminister Harald Mahrer betonte in seiner Festrede, dass Österreich zu einem Zentrum im Bereich Smart Agriculture und Life Sciences werden müsse und Südost-Asien in punkto Dynamik und sinnvollen Regeln ein guter Benchmark sei. Robert Misik (Journalist und Schriftsteller), Franz Schellhorn (Direktor der Agenda Austria), Andreas Rudas (Medienmanager) und Amil Hota (Geschäftsführer Blumberry) diskutierten anschließend unter der Moderation von Presse-Chefredakteur Rainer Nowak die notwendigen Mittel und Wege für Europa, um die Transformation in die Zukunft zu schaffen. Unter dem Titel "Land. Wirtschaft. Werte. Wandel. Zeitenwende zwischen Nostalgie und Fortschrittsglaube." plädierten sie dabei für Mut, Offenheit und Optimismus, um Europa wieder zu einem Hub für Forschung, Wissen und Innovation zu machen. Christiane Teschl-Hofmeister führte durch die Veranstaltung.

"Die Geschichte der LLI war trotz zahlreicher Standbeine und Ausprägungen immer von einer Klammer geprägt: dem Wirtschaften ohne Grenzen. Das hat sich schon zu K.u.K.-Zeiten und dann wieder ab 1989 erfüllt. Und das ist auch möglich geworden, weil für Österreich 1995 wirtschaftliche Grenzen aufgegangen sind und wir die Chancen genutzt haben", unterstreicht Josef Pröll bei seinen Begrüßungsworten. "Und wir waren im Lebensmittelbereich damals wie heute in Zeiten von TTIP-und CETA-Verhandlungen viel Kritik ausgesetzt. Aber eines muss auch gesagt werden: Wir haben die Agrarexporte seit 1995, seit dem Beitritt zur Europäischen Union, um 440 Prozent steigern können. Das ist eine Erfolgsgeschichte. Warum sollten wir das nicht auf internationalen Märkten auch können? Warum sollen wir nicht den erneuten Unkenrufen zum Trotz wieder mutig und aufgeschlossen das Neue wagen?"

Hameseder & Köstinger: Wirtschaft braucht Mut & Gestaltungswillen

"Die LLI war und ist ein Paradebeispiel für einen Brückenbauer zwischen landwirtschaftlicher Produktion und dem Konsumenten", so Erwin Hameseder, Aufsichtsratsvorsitzender der LLI. Er erwarte von der Politik, mehr zu ermöglichen als zu verhindern sowie Regulierung und Bürokratie wieder zurückzuschrauben. "Es geht darum, weniger Angst und mehr Mut zu machen. Das brauchen wir in der Wirtschaft. Das Ziel ist, weiterhin zu wachsen, aber risikobewusst und moderat. Wichtig sind ordentliche Dividenden, die Erhaltung von Arbeitsplätzen und eine Wertsteigerung", so Hameseder.

"Eines der besten Beispiele für grenzenloses Wirtschaften ist die Gemeinsame EU-Agrarpolitik. Vor allem in Zeiten von Renationalisierung und nationalstaatlichem Denken muss man sich in Erinnerung rufen, dass das gemeinsame Europa von der Agrarpolitik getragen wird", betont Europaparlamentarierin Elisabeth Köstinger. Sie nennt die ökosoziale Marktwirtschaft als einen möglichen Rahmen, um Globalisierung zu gestalten. Österreich solle sich jetzt im Zeitalter der Digitalisierung der Landwirtschaft als Hub für Agrarinnovation und Bioökonomie positionieren, so Köstinger, denn "Österreich kann hier gestalten, aber nur mit den richtigen Rahmenbedingungen".

Mahrer: Bereich Smart Agriculture & Life Sciences nach Österreich holen

"Disruptive Veränderungen sind auf Game-Changer-Innovationen wie den Buchdruck oder die Digitalisierung zurückzuführen", stellt Wirtschaftsminister Harald Mahrer fest. Dabei müsse eines klar sein, so Mahrer: "Die letzten 20 Jahre waren der Gruß aus der Küche, das Menü kommt in den nächsten zehn Jahren. Wir müssen uns daher offen und mutig mit neuen Formen auseinandersetzen und gemeinsam optimale Rahmenbedingungen zu Wege bringen", betont Mahrer und verweist dabei auf dynamische Wirtschaftsräume wie Südost-Asien und China. "Dort haben sie nur notwendige und sinnvolle Regulierung und keine überbordenden Systeme, die uns unseres Freiraums berauben. Dort ist die Innovationsdynamik eine andere als bei uns, das ist unser Benchmark.“ Er plädiert, um als Österreich morgen in einem international vernetzten Wirtschaftssystem erfolgreich sein zu können: „Wir müssen mit Mut und Zuversicht das Eldorado im Bereich Smart Agriculture und Life Sciences vor uns nach Österreich holen."

Panel: Flexible Rahmenbedingungen & sozialen & technologischen Transfer schaffen

Amil Hota unterstreicht in der Panel-Diskussion, dass man sich "ohne Fortschrittsglauben Nostalgie nicht leisten kann. Wir müssen nach vorne gehen und freie und flexible Rahmenbedingen für Forschung und Entwicklung schaffen". Daher müsse man "viel intensiver in Bildung investieren, loslassen lernen und dem Wissen freien Lauf lassen", so Hota. "Wir haben Wissensvorteile, die wir aber nicht einsetzen können, weil die regulatorischen Rahmenbedingungen so restriktiv sind."

"Den Leuten ist Angst und Bange, weil jeder weiß, das er irgendwann durch eine Maschine oder einen Automaten ersetzt wird", so Robert Misik, der aber dennoch von zu viel Zukunftsdepression abrät: "Wir leben in Europa, einer der prosperierendsten und reichsten Regionen der Welt. Aber bei den Menschen ist mit der Krise 2008 etwas zerbrochen: Diese Maschine, die funktioniert hat, funktioniert jetzt nicht mehr. Und Verunsicherungsgefühle führen zu Angst."

Franz Schellhorn sieht diese antikapitalistische Stimmung ausschließlich in Europa. Die Frage sei dabei aber vielmehr, schaffen die Volkswirtschaften die Transformation zu Innovation: "Sonst kommt Druck von außen. Die industrielle Revolution war damals ein Vorsprung für Europa, Wertschöpfung und Lebenserwartung sind rasant gestiegen. Jetzt kann es sein, dass wir mit unseren sozialen Vorstellungen sitzen bleiben. Es geht also darum, Wertschöpfung im digitalen Zeitalter in Österreich sicherzustellen. Und der Weg ist bis jetzt kein erfreulicher."

"Österreich ist in elementaren Dingen hinten nach. Wir haben z.B. einen Bildungsnotstand. Daher können wir in Österreich Herausforderungen nicht nachkommen. Wir haben schon jetzt zu wenig qualifizierte Facharbeiter. Wenn die Industrie 4.0 kommt, sind wir nicht mehr konkurrenzfähig", analysiert Andreas Rudas. In Europa fehlten auch die Möglichkeiten, um zu forschen, wie dies in anderen Regionen möglich ist. "Die Situation ist so: Asien produziert die Hardware, der Silicon Valley die Software und wir sind die Konsumenten."

Pröll: LLI investiert bereits in die Zukunft

"Wir als LLI werden infrage stellen müssen, wie wir unsere eigenen Kernaufgaben so aufrecht erhalten, dass wir wettbewerbsfähig bleiben. Denn wir wirtschaften in einem makroökonomischen und gesellschaftlichen Umfeld, das politisch bestimmt ist. Wir wollten daher heute eine Debatte führen, die die Fakten auf den Tisch legt", resümiert Josef Pröll abschließend. Er sei auch überzeugt, "dass all jene, die vor uns gewirtschaftet haben, niemals in Pessimismus versunken sind, sondern das Unternehmen mit Optimismus weiterentwickelt haben". Daher investiert die GoodMills-Gruppe in drei neue Standorte in Polen, Tschechien und Deutschland insgesamt 100 Mio. EUR als klares Zukunftssignal an die Mühlenbranche. "In Liesing entsteht das neue Headquarters für café+co. Dort investieren wir 12 Mio. EUR. Und das tun Entscheidungsträger nur dann, wenn man optimistisch in die Zukunft blickt."

Link zu Bildern (Credits: Georges Schneider/LLI):
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