• 23.05.2017, 11:01:31
  • /
  • OTS0093

Eröffnung des exil.arte Zentrums der mdw

Am 22. Mai wurde das exil.arte Zentrum für Exilmusik der mdw mit der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien“ feierlich eröffnet.

Utl.: Am 22. Mai wurde das exil.arte Zentrum für Exilmusik der mdw
mit der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in
Wien“ feierlich eröffnet. =

Wien (OTS) - Im Rahmen des Jubiläumsjahres „200 Jahre mdw –
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien“ eröffneten gestern
Abend mdw-Rektorin Ulrike Sych und Leiter des exil.arte Zentrums
Gerold W. Gruber das Zentrum für Exilmusik mit der Ausstellung „Wenn
ich komponiere, bin ich wieder in Wien“. Sie begrüßten neben
zahlreichen Gästen auch Tanya Tintner, Witwe von Dirigent Georg
Tintner, sowie den Komponisten Walter Arlen. Musikalisch umrahmt
wurde die Eröffnung mit Musik von den im Nationalsozialismus
vertriebenen KünstlerInnen Walter Arlen, Julius Bürger, Georg
Tintner, Vally Weigl und Egon Wellesz.

„Der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ist es
ein großes Anliegen, mittels dieser Ausstellung Künstlerinnen und
Künstlern, Kolleginnen und Kollegen, die von den Nationalsozialisten
vertrieben, verfemt und ermordet wurden, Raum zu geben, sichtbar zu
machen, ihnen eine Stimme und damit auch ihre Sprache wieder zu
geben“, so Rektorin Ulrike Sych.

Lebensschicksale

Das exil.arte Zentrum für Exilmusik befindet sich genau an jener
Stelle in der Lothringerstraße 18 im 3. Bezirk, wo ab 1913/14
hervorragende KünstlerInnen sowohl als Lehrende sowie Studierende
tätig waren. Viele von ihnen mussten 1933 bzw. 1938 Europa verlassen
und flohen vor dem Terror der Nationalsozialisten. Einige konnten
ihre Karriere fortsetzen, andere hatten die Grundlage ihres Schaffens
verloren. Den unterschiedlichen Lebensschicksalen der vielen
MusikerInnen, die Österreich im Nationalsozialismus verlassen
mussten, ist die erste Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich
wieder in Wien“ gewidmet. Dargestellt werden unter anderem die
Lebensgeschichten des ersten jüdischen Sängerknaben und späteren
Dirigenten Georg Tintner, dem Leiter der Manila und Brooklyn
Symphonieorchester Herbert Zipper, der Leiterin des
„Mädchenorchesters“ in Auschwitz Alma Rosé sowie der Komponisten
Walter Arlen, Robert Fürstenthal und Erich Wolfgang Korngold. Im
Rahmen der Ausstellung werden auch herausragende Exponate, unter
anderem das Klavier des Komponisten Egon Wellesz, erstmals der
Öffentlichkeit vorgestellt.

Gerold Gruber, Leiter des exil.arte Zentrums, hat es sich zur Aufgabe
gemacht den vertriebenen KünstlerInnen eine Stimme zu geben: „Wenn
wir zulassen, dass die Musik der Vertriebenen für immer verstummt,
haben die Nationalsozialisten gewonnen.“

Wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung

Ziel des exil.arte Zentrums der mdw unter der Leitung von Gerold W.
Gruber ist eine wissenschaftliche und künstlerische
Auseinandersetzung mit KomponistInnen und MusikerInnen, die von den
Nationalsozialisten vertrieben, verfemt und ermordet wurden. Dazu
gehört auch die Auswertung von Vor- und Nachlässen, die dem Zentrum
zur Verfügung gestellt werden, sowie deren Präsentation in Konzerten,
Workshops, Symposien und Ausstellungen. Die mdw wird sich im
exil.arte Zentrum auch mit der Frage auseinandersetzen, wie der
Gedanke der Restitution im Falle der Musik zu verstehen und zu
interpretieren ist.

http://www.exilarte.at/
http://mdw200.at/ausstellung-exil-arte-zentrum-der-mdw/

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Di-Sa 14:30-19:30 Uhr (ausgenommen Feiertage)
Eintritt frei.

Führungen auf Anfrage (info@exilarte.at)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UMK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel