Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe Österreich (BAWO) Fachtagung 2017 „Zerreißprobe: Armut und Wohnen“

Rund 250 ExpertInnen und MitarbeiterInnen sozialer Einrichtungen rücken u.a. die Schwerpunkte Mindestsicherung und Wohnversorgung für einkommensschwache Gruppen ins Zentrum.

Salzburg (OTS) - Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe Österreich (BAWO) lädt unter dem Titel „Zerreißprobe: Armut und Wohnen“ von 22. Mai bis 24. Mai 2017 nach Salzburg zu ihrer jährlichen Fachtagung. Rund 250 ExpertInnen und MitarbeiterInnen sozialer Einrichtungen aus ganz Österreich rücken u.a. die Schwerpunkte Mindestsicherung und Wohnversorgung für einkommensschwache Gruppen ins Zentrum.

Am Montag, 22. Mai 2017 um 15 Uhr eröffnen Landesrat für Soziales Heinrich Schellhorn und Landesrat für Wohnbau Hans Mayr die Fachtagung im Seminarhotel Braunauer in Salzburg. Marlene Streeruwitz, Journalistin, Autorin und Regisseurin, hält im Anschluss das Eröffnungsreferat zum Thema: „Grammatik der Armut“. Ab 17.45 Uhr positionieren sich Vortragende sowie ExpertInnen der BAWO und der Armutskonferenz im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu aktuellen Entwicklungen der Mindestsicherung.

Am Mittwoch, 24. Mai 2017 diskutieren ab 11 Uhr u.a. Bürgermeisterin-Stv.in Anja Hagenauer, Inge Straßl, Institut für Raumplanung Salzburg und Heinz Schoibl, BAWO Salzburg zu Erfahrungen und Perspektiven rund um das Thema Leerstand und Potenziale der Leerstandsmobilisierung für Salzburg. Christoph Reinprecht von der Universität Wien hält an diesem Tag den Eröffnungsvortrag unter dem Motto: „Wenn Wohnen arm macht. Zur Wiederkehr der Wohnungsfrage“.

Aktuelle Entwicklungen forcieren Armut für breite Teile der Bevölkerung und schaffen ein gesellschaftliches Klima von Abwertung und Diffamierung.

Wohnkosten, die steigen und Einkommen, die zur nachhaltigen Existenzsicherung nicht ausreichen: Immer mehr Menschen in Österreich sind von diesen beiden Problemlagen betroffen.

Individuelle Zerreißproben sind aber nur die eine Seite der Medaille, die andere sind ökonomische und gesellschaftliche Verhältnisse: Wenn, wie derzeit, ökonomische Ungleichheiten, fehlende Bildungschancen und prekäre Arbeitsverhältnisse mit einem Mangel an leistbarem Wohnraum zusammenfallen, braucht es, mehr denn je, verstärkte Anstrengungen, um Wohnungslosigkeit und Armut zu verhindern.

Für die Beendigung oder Vermeidung von Wohnungslosigkeit braucht es mehr leistbaren  Wohnraum für einkommensschwache Personen. Eine Mobilisierung von Leerstand ist ein Schritt in die richtige Richtung. 

Die Wohnungslosenhilfe steht vor neuen Herausforderungen, denn immer mehr Menschen können sich Wohnen nicht mehr leisten. Nach einer Untersuchung der Nationalbank gibt das unterste Einkommensquartil der österreichischen Wohnbevölkerung bereits über 51% des monatlich verfügbaren Einkommens für Wohnkosten (inkl. Energiekosten) aus. Die Kosten von Mietwohnungen sind dabei von 2001 bis 2015 um 15% gestiegen – um 5 Prozentpunkte stärker als das allgemeine Preisniveau. Damit ist die Situation am Wohnungsmarkt heute einer der wichtigsten Gründe für Armut und Armutsgefährdung, ungeachtet der bedeutenden Stellung des sozialen Wohnbaus in Österreich. Deswegen braucht es neue Strategien für mehr leistbaren Wohnraum für einkommensschwache Personen. 

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