Psychologie in der geplanten Primärversorgung massiv benachteiligt

Wien (OTS) - Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen begrüßt grundsätzlich die Schaffung von Primärversorgungszentren, fordert für die Versorgung der Bevölkerung jedoch die Berücksichtigung aller gesetzlichen Gesundheitsberufe in der Primärversorgung.  

„Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen, die seit vielen Jahren einen wesentlichen Teil der psychosozialen Versorgung für die Bevölkerung erbringen, werden im entsprechenden Gesetzesentwurf mit keinem Wort erwähnt. Das entspricht nicht unserer Vorstellung der vielzitierten multiprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit in der Primärversorgung“, sagt Sandra M. Lettner, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen.  

In diesem Zusammenhang darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass die Tarifstruktur des ärztlichen Berufsstandes eine psychosoziale Betreuung der Bevölkerung kaum bis gar nicht zulässt. „Es wird somit schlichtweg unmöglich sein, den Bereich der psychosozialen Leistungen sowie die im Entwurf ebenfalls vorgesehenen Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention mit dieser Form von Primärversorgungszentren zu gewährleisten.“, stellt Lettner klar. 

Darüber hinaus wird durch die Änderung des § 342 b ASVG die Situation noch weiter verschärft. Durch die Streichung der Personalkosten für nicht-ärztliche Leistungen aus der Grundpauschale wird im negativen Sinne sichergestellt, dass ausschließlich bereits jetzt von den Krankenversicherungsträgern bezahlte Leistungen auch im Rahmen der zu schaffenden Primärversorgungszentren erbracht werden können. Da die Leistungen im Bereich der Prävention, Gesundheitsförderung und der psychosozialen Versorgung bis dato kaum bis gar nicht von den Krankenversicherungsträgern bezahlt werden, wird durch die Neufassung der vorzitierten Gesetzesstelle bewirkt, dass auch zukünftig diese Leistungen im Rahmen der Primärversorgungszentren nicht erbracht werden können. “Damit ist die Sinnhaftigkeit der Schaffung von Primärversorgungszentren in der gegenständlichen Form in Frage zu stellen“, so Lettner.  

Gerade die Berufsgruppe der Klinischen PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen ist als gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf zur Förderung von Gesundheit und zur Prävention vor Krankheiten in besonderem Maß geeignet, um wichtige Leistungen für die Bevölkerung zu erbringen.   

Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen fordert daher die Berücksichtigung aller gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe in der Primärversorgung entsprechend ihrer Tätigkeitsschwerpunkte und Kompetenzen.

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