- 17.05.2017, 10:49:32
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Mahrer: Erhalt der Medizinerquote sichert Qualität und Versorgung des Gesundheitsstandortes
EU-Moratorium aufgehoben - Weiterhin 75 Prozent der Anfängerplätze für heimische Studierende - Rechtssicherheit für Medizinische Universitäten
Utl.: EU-Moratorium aufgehoben - Weiterhin 75 Prozent der
Anfängerplätze für heimische Studierende - Rechtssicherheit
für Medizinische Universitäten =
Wien (OTS/BMWFW) - Die EU-Kommission hat heute die Aufhebung des
EU-Moratoriums bekannt gegeben. „Mit der Beibehaltung der Mediziner
Quote haben wir die Qualität und Versorgung unseres
Gesundheitsstandortes nachhaltig sichergestellt und endlich
Rechtssicherheit für unsere medizinischen Universitäten geschaffen.
Das ist ein wichtiger Erfolg für Österreich und Ergebnis der
jahrelangen Argumentation und Dokumentation für die Notwendigkeit der
Quote“, sagt Wissenschaftsminister Harald Mahrer, der insbesondere
seinem Amtsvorgänger Reinhold Mitterlehner für dessen konsequenten
Einsatz dankt.
Die Europäische Kommission hat formell über die Einstellung des
Verfahrens entschieden, Einzelheiten folgen in einem detaillierten
Schreiben. „Wir haben bereits Maßnahmen zur Attraktivierung des
Medizinberufs in Österreich gesetzt. Zusätzlich braucht es
verbesserte berufliche Rahmenbedingungen für Jungärzte. Hier sind die
künftigen Arbeitgeber und die einzelnen Standorte gefordert. Eine
alleinige Aufstockung der Studierendenzahlen in Humanmedizin kann
jedenfalls nicht die einzige Lösung sein, wenn offensichtlich ist,
dass die Absolventen aus beruflichen Gründen wegziehen“, betont
Mahrer.
2006 wurde die Quotenregelung für die Studien Human- und Zahnmedizin
mit 75 Prozent der Plätze für Österreicher, 20 Prozent für EU Bürger
und 5 Prozent für Bewerber aus Drittstaaten eingeführt. Ohne Regelung
wäre etwa der Anteil der deutschen Studienanfänger im Jahr 2012 bei
rund 50 Prozent gelegen, von denen allerdings ca. 77 Prozent nach
Abschluss des Studiums wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ohne
Quotenregelung wären rund 700 Medizin-Absolventen weniger in
Österreich geblieben und somit würden in der Folge bis 2030 etwa
3.500 Ärztestellen im Gesundheitssystem fehlen.
Derzeit werden in Österreich 1.476 Studienplätze für Humanmedizin
sowie 144 Studienplätze für Zahnmedizin pro Jahr angeboten. Um den
Medizinstandort zu attraktivieren und im Wettbewerb um die besten
Ärzte zu bestehen, hat das Wissenschaftsministerium in den letzten
Jahren umfassende Maßnahmen gesetzt. Die Gründung der Medizinischen
Fakultät Linz schafft etwa bis zum Jahr 2022 300 weitere
Anfängerplätze. Im Rahmen des Ausbaus der Studienplätze werden somit
im Studienjahr 2022/23 1.800 Medizinplätze zur Verfügung stehen.
Zudem wurde das Studium reformiert, wodurch mehr Praxiserfahrung für
Studierende wie beispielsweise im Rahmen des klinisch- praktischen
Jahres gewährleistet wird. Im Zuge der Umsetzung des
Ärztearbeitszeitgesetzes wurden die Gehälter der österreichischen
Spitalsärzte um bis zu 30 Prozent angehoben. Damit wurde ein
vergleichbares Gehaltsniveau wie in Deutschland erreicht.
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