- 17.05.2017, 09:05:32
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100 Jahre Verkehrsbüro - Teil 2: Schöne neue Urlaubswelten - Reisen in der Zukunft
Wien (OTS) - Schon in naher Zukunft – in 15 bis 20 Jahren – wird sich
das Reisen in vielen Bereichen völlig anders abspielen als heute:
Neue technische Möglichkeiten setzen sich immer stärker durch,
gleichzeitig wird die persönliche Komponente im Urlaub noch
wichtiger.
Bald wird unser Urlaub ganz anders aussehen als heute und dennoch
wird einiges beim Alten bleiben: Laut Andreas Reiter, Chef des Wiener
Zukunftsbüros ZTB, wird das Urlaubsverhalten in 15 bis 20 Jahren noch
fragmentierter sein als heute, da Destinationen schneller und
günstiger erreichbar sein werden. „Es wird zum Beispiel
transkontinentale Billigflieger als Standard und vollautomatisierte
Budget-Hotels geben“, sagt der Zukunftsforscher, der davon ausgeht,
dass auch Fernreisen zunehmen werden: „Extrem schnelle Verbindungen
zwischen Metropolen werden dazu beitragen, etwa mittels Techniken wie
Hyperloop, an denen ja bereits geforscht wird.“
Die Vertikale wird zur Destination, es geht also von oben nach unten
bzw. umgekehrt: Weltraumflüge werden leistbarer und von UberSpace
bereits um 60.000 US-Dollar offeriert (Uber tritt inzwischen als
integrierter Mobilitätsanbieter auf). „Unter Wasser werden U-Boote
die neuen Kreuzfahrtschiffe sein, Unterwasser-Lodges in Asien und im
Nahen Osten sind schon heute begehrte Destinationen“, so Reiter.
Freilich wird das aber auch im Jahr 2033 immer noch im Luxus-Segment
angesiedelt sein.
Lost Spaces und Cool Spots als Trend-Destinationen
Auch was die Reiseziele betrifft, wird es zu Verschiebungen kommen.
Länder wie der Iran oder Nordkorea (Skifahren in Masik-Ryong), werden
als bislang abgeschottete Lost Places an Bedeutung gewinnen. Und da
es aufgrund des Klimawandels zu einer Süd-Nord-Verschiebung der
Reiseströme kommen wird, gilt dies auch für Cool Spots wie
Spitzbergen, Norwegen oder Island.
„Für die globale Mittelschicht, also Asiaten oder Lateinamerikaner,
gilt künftig die Devise‚ Europe First‘. In Zeiten der Fakes werden
Originale, wie beispielsweise Hallstatt, zu Historic Highlights und
Massen-Destinationen“, sagt der Zukunftsforscher. „Und die Alpen
werden für Chinesen, die gerade das Skifahren entdecken, zum
Winter-Prestige.“
Bei Städtereisen entwickeln sich Teheran, Tirana und Trondheim zu den
Trendstädten schlechthin und bieten Partylife vergleichbar mit der
heutigen Touristenhochburg Barcelona. Andererseits werden
Top-Destinationen zum Teil limitiert: Venedig, Dubrovnik und Co sind
angesichts der immer weiter wachsenden Touristenströme nur noch mit
Voranmeldung zu besichtigen. Für den Sundowner am Markusplatz sind
dann spezielle Tarife zu berappen.
Work-Life-Blending
Die Welt verändert sich durch die fortschreitende Digitalisierung.
Das Ergebnis wird ein sogenanntes Work-Life-Blending – das
Ineinanderfließen von Berufs- und Privatleben – sein, was sich in
hybriden Hotelling-Welten niederschlagen wird: Hotel und Office
vermischen sich, Clubs und Concept Stores finden sich unter einem
Dach wieder.
Ein weiterer Trend, mit dem zu rechnen sein wird, ist Medical
Wellness: Vorsorge, Regeneration, Empowerment und Anti-Aging werden
in einer alternden Gesellschaft verstärkt nachgefragt. Ebenso das
Thema Digital Detox – also Offline-Locations zur Regeneration, in
denen Stille, Ruhe und manuelle Tätigkeiten die Atmosphäre bestimmen.
Luxus boomt weiter
„Als Gegenpol zum in Zukunft noch größeren Billigsegment wird auch
das Luxus-Segment stärker“, erwartet sich Reiter. Persönliche
Dienstleistungen und Face-to-Face-Betreuung werden in einer von
Algorithmen, Bots und Avataren bestimmten Welt sehr gefragt sein. Zum
Beispiel der persönliche Chauffeur, statt dem selbstfahrenden Taxi,
gemäß dem Motto: High-End-Convenience auf Abruf während der gesamten
Reise. Außergewöhnliche Erlebnisse – statt Produkte – werden Luxus
der Zukunft sein, beispielsweise ein Retreat in Butan oder eine
Expedition zu den Königspinguinen auf Feuerland.
Gleichzeitig wird auch der sogenannte Branded Lifestyle während des
Urlaubs in Form von Kooperationen zwischen Luxus-Marken und Hotels
immer mehr Einzug halten. Reiter: „Nutzer-Daten werden mittels
Algorithmen ausgewertet. Auf dieser Basis werden dann auf jeden Gast
individuell zugeschnittene Mode- oder Sportartikel im Zimmer
bereitstehen“.
Reisebüro der Zukunft
Verkehrsbüro-Vorstand Helga Freund: „Die Outlets werden als
repräsentative Concept-Stores an Hochfrequenz-Lagen in der City, in
Airport-Malls oder an Bahnhöfen angesiedelt sein. Und sie werden den
Kunden nahtlose, multisensuelle Erfahrungen bieten, zum Beispiel
multifunktionale Experience-Stores mit Kletterwand, Food-Court,
Adventure-Zone und Kino mit 6D-Filmen. Locals und Travel-Experten aus
den jeweiligen Destinationen werden als Hologramme beratend ins
Verkaufsgespräch zugeschaltet, Reise-Avatare werden als USP
fungieren.“
Freund: „Das Reisebüro der Zukunft wird auf die Bedürfnisse von Best
Agern und Special Interest Gruppen fokussiert sein, wobei Sicherheit,
Orientierung und ein persönlicher Marken-Filter im Vordergrund stehen
werden.“
Erfüllung konträrer Ansprüche
Um zu zeigen, wie der Urlaub der Zukunft aussehen könnte, hat Andreas
Reiter exemplarisch das Reiseerlebnis zwei völlig unterschiedlicher
Zielgruppen skizziert: Zwei Best Ager, die 55-jährige Lehrerin Sarah
und ihr Mann, der 58-jährige Möbeltischler Michael, sowie als
Kontrapart der 29-jährige Digital Native und Data Scientist Lukas.
Während das Paar Romantik, Spa und Kulinarik im Sinn hat, steht es
Lukas nach aktiver Erholung und Regeneration.
Für beide gilt, dass sie vor Reisebuchung und -antritt mittels
digitaler Datenauswertung Vorschläge für die Destination erhalten.
Via VR-Datenbrille und Hologramm-Berater können sie sich vorab das
Hotel und dessen Angebote wirklichkeitsgetreu ansehen.
Auch während der Anreise macht High Tech vieles einfacher – sei es
das selbstfahrende Auto, Travel-Mate oder Biometrischer Scan und
Gepäcksroboter am Airport. Dasselbe gilt für den Aufenthalt im Hotel.
Dort wird entweder via Gesichtserkennung eingecheckt, vom
Service-Roboter ein Welcome-Smoothie überreicht oder - in der
Luxus-Variante - alles persönlich abgewickelt.
Für die Best Ager gibt es ein digitales, multisensuelles
Romantik-Package sowie Matratzen und Kissen, die anhand der
biometrischen Daten individuell angepasst sind. Der Digital Native
freut sich dagegen über ein Mood-Pad, mit dem Beleuchtung, Sound und
Temperatur des Zimmers individuell gestaltet werden.
Und auch bei der Auswahl der Aktivitäten vor Ort können je nach
Buchungsvariante bzw. -wunsch persönliche und virtuelle Angebote
gewählt werden. „Das Spektrum zwischen analog und digital wird sich
künftig durch den gesamten Urlaubsverlauf ziehen“, erwartet
Zukunftsforscher Reiter: „Die einen bekommen ein edel designtes
Fotobuch überreicht, in dem Magic Moments und Bilder aus
Fotoshootings festgehalten sind. Der andere einen Videoclip, in dem
seine sportlichen Leistungsdaten in einer Story verpackt sind, die er
dann in seinen sozialen Communities teilen kann.“
Alle historischen Fotos, das Video, die Infografik und Präsentation
unter: bitly.com/Verkehrsbuero100Jahre
Weitere Presseaussendungen der Verkehrsbüro Group finden Sie unter:
www.verkehrsbuero.com/presse
Teil 1 inkl. Video, Bilder und O-Töne:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170517_OTS0020/
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