- 15.05.2017, 16:05:39
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Zeckenschutz* in Rot-Weiß-Rot: Sport und die FSME-Impfung
Wien (OTS) - Die Zahlen der jährlichen FSME-Erkrankungsfälle in
Österreich sprechen eine deutliche Sprache. Gab es 1979, bei einer
Impfrate von lediglich 3%, 677 hospitalisierte Fälle von FSME
(Frühsommer-Meningoenzephalitis), waren es 2016 nur 89 Fälle (1), bei
einer Impfrate von 83% (jemals geimpfte ÖsterreicherInnen; davon sind
jedoch nur 64% nach dem korrekten Schema geimpft)(2). Man kann also
behaupten, dass dem Großteil der Bevölkerung die Gefahr der FSME
bewusst ist. Dennoch gibt es Themenbereiche, die in Bezug auf FSME
gerne unterschätzt oder vergessen werden. Unter den Neuerkrankungen
findet sich die Altersgruppe der Menschen ab 30 Jahren auffällig oft,
weil Auffrischungsintervalle häufig nicht eingehalten werden oder die
Impfung ganz vergessen wird. Da in Österreich immer noch FSME-Fälle
auch mit bleibenden Schäden und Todesfolge diagnostiziert werden,
sind weitere Anstrengungen notwendig, um die Anzahl der Erkrankungen
weiter zu reduzieren bzw. niedrig zu halten.
Sport und Freizeitaktivitäten: Impfschutz für Österreichs
Sportfans
Frei nach dem Motto: „Es lebe der Sport!“, treibt beinahe jede zweite
Frau und jeder zweite Mann in Österreich mindestens 150 Minuten Sport
pro Woche. Die Ergebnisse im Detail: (3)
• 30% der ÖsterreicherInnen betreiben regelmäßig, das heißt
mindestens einmal pro Woche Sport
• 21% sind gelegentliche Sportler, die zwei bis drei Mal pro Monat
Sport betreiben
• 19% sind nur einmal pro Monat, oder sogar weniger häufig sportlich
aktiv
• 30% der ÖsterreicherInnen betreiben gar keinen Sport
Während im Winter das Schifahren Volkssport Nummer eins ist, sind
Radfahren, Wandern und Laufen die Top-3 der beliebtesten
Sommersportarten im Outdoor-Bereich.
Für Schwimm-Ass und Olympia-Medaillengewinnerin MIRNA JUKIC gehört
die FSME-Schutzimpfung neben Badeanzug und Schwimmbrille zur
Grundausstattung eines Wassersportlers. Speziell für Wasserratten ist
im Sommer Vorsicht geboten. Zecken lieben die feuchten Gräser und
Wiesen sowie die Bäume in Ufernähe. „Wer so wie ich nicht nur gerne
im Hallenbad, sondern auch im See, der Donau oder im Freibad
schwimmt, sollte neben dem Sonnenschutz auch an die FSME-Impfung
denken, damit dem Badespaß und neuen Bestzeiten nichts mehr im Wege
steht.“ empfiehlt die Wassersportlerin Jukic.
Zecken sporteln mit
Freizeitaktivitäten in der Natur sind die häufigste Ursache für eine
Frühsommer-Meningoenzephalitis-Ansteckung durch Zecken. Schon bei
einem Spaziergang im Wald, auf der Bank am Spielplatz, beim Joggen im
Park, beim Fahrradfahren oder Fußball spielen kann eine Zecke von
einem Grashalm abgestreift werden. Das Risiko von einer mit dem
FSME-Virus infizierten Zecke gestochen zu werden, besteht für Kinder
genauso wie für Erwachsene. Entsprechend dem österreichischen
Impfplan wird die vorbeugende FSME-Schutzimpfung daher für alle in
Österreich lebenden Personen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr
empfohlen. 4 „Viele Menschen verbringen ihre Freizeit im Grünen mit
Ausflügen, Wanderungen, oder Sport. Ein Spaziergang im Park oder
Joggen kann schon ausreichen, um eine Zecke mit nach Hause zu nehmen.
Jeder, der sich in der freien Natur aufhält oder im eigenen Garten,
ist gefährdet, von einer Zecke gestochen zu werden. An einer FSME
kann man in jedem Alter erkranken: Kinder genauso wie Erwachsene.
Vorbeugen kann man nur mit der Schutzimpfung“, so Dr. Martin
Hochstöger, Präsident der Tiroler Apothekerkammer.
Besonders bei Aktivitäten wie etwa Wanderungen in Wäldern, aber auch
in städtischen Parks oder an Seeufern, sollte die Gefahr einer
möglichen Infektion mit dem FSME-Virus nicht unterschätzt werden.
Sogar in Höhen weit über 1000 Metern können Zecken überleben.
Wanderer und Bergsteiger sind also genauso gefährdet, wie
Spaziergänger im Park oder spielende Kinder. „Sport in freier Natur
unterstützt die Gesundheit – aber man sollte dabei nicht auf
schützende Vorsorgeimpfungen vergessen. Zecken sind schon ab ca. 7
Grad Celsius aktiv und warten auch auf über 1000 Metern Seehöhe auf
uns“, so Dr. Christiane Körner, Präsidentin vom Verein zur Förderung
der Impfaufklärung. Wer sich häufig sportlich in der Natur bewegt,
sollte auf keinen Fall die FSME-Schutzimpfung und deren regelmäßige
Auffrischung vergessen.
Was ist FSME?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung,
die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des
Zentralnervensystems führen kann. Rund 30% der Infizierten werden
tatsächlich krank. Die Dauer vom Zeckenstich bis zum Ausbrechen der
Erkrankung (Inkubationszeit) schwankt zwischen wenigen Tagen und
einem Monat. Die Krankheit verläuft typischerweise in 2 Phasen: in
der ersten Phase treten grippeartige Symptome wie Fieber, Kopfweh und
Gliederschmerzen auf. Bei ca. einem Drittel der Infizierten kommt es
nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche zur zweiten
Phase, in der die Krankheit auf das zentrale Nervensystem übergeht.
Je nach Schwere der Erkrankung kommt es zu entsprechenden Symptomen:
starke Kopfschmerzen, hohes Fieber bis über 40 Grad,
Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und/oder Bewusstseinsstörungen. Es
kann auch zu Lähmungserscheinungen, Gangstörungen, Krampfanfällen
und/oder Atmungsstörungen kommen. Im schlimmsten Fall kann die
Erkrankung tödlich enden (bei 0,5 - 2% der Betroffenen).(5)
Was kann vor FSME schützen?
Insektenabwehrmittel halten die Zecken zwar auf Abstand, schützen
jedoch nicht vor einer FSME-Infektion, sollte es zu einem Stich
kommen. Die Erkrankungszahlen sind seit den 1980er Jahren deutlich
zurückgegangen, trotzdem erkranken in Österreich jährlich noch immer
zwischen 50 und 100 Menschen, die überwiegend nicht geimpft oder
deren Impfung unregelmäßig aufgefrischt wurde.
„Da FSME-Viren durch Zeckenstiche übertragen werden, kann man den
Erreger nicht ausrotten, wie etwa bei Pocken oder Masern, wo eine
alleinige Mensch zu Mensch Übertragung stattfindet. Mittels der
FSME-Impfung kann eine sogenannte Krankheitskontrolle erreicht
werden, d.h. jeder Einzelne muss durch eine Impfung geschützt werden,
um die Erkrankung zu verhindern. Es nützt nichts, wie etwa bei
Masern, wenn andere geimpft sind", sagt Univ.-Prof. Dr.med. Ursula
Kunze, Generalsekretärin des Vereins zur Förderung der
Impfaufklärung.
Generell sind drei Subtypen des FSME-Virus (fernöstlicher,
europäischer, sibirischer Subtyp) bekannt. In unseren Breiten ist der
europäische Subtyp zwar vorherrschend, trotzdem tauchen immer
häufiger andere Virussubtypen in für sie unüblichen Regionen auf.
Dies tritt ein, wenn Zecken beispielsweise Zugvögel als „Taxi“
verwenden und sich so in anderen Gebieten niederlassen. Der nun seit
40 Jahren in Österreich produzierte Impfstoff generiert die
Produktion von Antikörpern, die alle bekannten FSME-Virus Subtypen
gleichermaßen neutralisieren. (6)
Wer impft wann und wo?
In den meisten Fällen werden die Impfungen durch die Hausärztin oder
den Hausarzt durchgeführt. Darüber hinaus kann man sich auch bei der
Amtsärztin oder dem Amtsarzt in der Bezirkshauptmannschaft impfen
lassen. Neben diesen Stellen führen vermehrt Schulen, größere
Betriebe oder Gemeinden Impfaktionen durch.
(https://www.ots.at/redirect/gesundheit.gv.at)
Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass frühestens nach 2
Teilimpfungen, die je nach Impfstoff in einem bestimmten Abstand
durchgeführt werden sollten, ein Schutz vor FSME Erkrankung gegeben
sein kann. Die Grundimmunisierung besteht aus insgesamt 3
Teilimpfungen.
Anschließend müssen die Auffrischungstermine eingehalten werden, da
ansonsten Lücken im Impfschutz entstehen können. Nach Abschluss der
Grundimmunisierung muss nach 3 Jahren zum ersten Mal aufgefrischt
werden. Danach beträgt das Impfintervall 5 Jahre. Ab dem 60.
Geburtstag reduziert sich das Intervall zwischen den
Auffrischungsimpfungen wieder auf 3 Jahre, da das Immunsystem des
Menschen altert.
Die erste Grundimmunisierung kann ab dem vollendeten ersten
Lebensjahr durchgeführt werden. Bei Versäumnis einer Impfung bzw.
längeren Impfabständen wird nach zwei oder mehr Teilimpfungen diese
Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, die
Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden.
Die geimpften Personen sind darauf aufmerksam zu machen, dass nach
der 1. Teilimpfung der Grundimmunisierung noch kein kompletter
Impfschutz vorhanden ist, und daher das Risiko einer Zeckenexposition
vermieden werden soll. (4)
Der FSME-Impfstoff kann das ganze Jahr über in jeder österreichischen
Apotheke gekauft werden. Von Februar bis inklusive August 2017 wird
die Schutzimpfung im Rahmen der Impfaktion der Apothekerkammer zu
vergünstigten Preisen angeboten.
*Die FSME-Impfung bietet ausschließlich einen Schutz vor der
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), nicht vor anderen durch Zecken
übertragenen Krankheiten wie Borreliose
1 Zentrum für Virologie. FSME Epidemiologie 2016. In:
https://www.ots.at/redirect/virologie.meduniwien
2 Gfk Healthcare | Impfstatus 2016 | September 2016
3 IFT Institut für Freizeit- und Tourismusforschung. In:
https://www.ots.at/redirect/freizeitforschung.at
4 Österreichischer Impfplan abgerufen am 02.05.2017 unter
http://bmgf.gv.at/home/Impfplan
5 European Center for Disease and Control. Factsheet: Tick-borne
encephalitis. In: https://www.ots.at/redirect/ecdc.europa.eu
6 Orlinger K, et al. A tick-borne encephalitis virus vaccine based on
the European prototype broadly reactive cross-neutralizing antibodies
in humans. JID 2011;203:1556-1564
Eine Initiative des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung
Mit freundlicher Unterstützung von Pfizer Corporation Austria
Ges.m.b.H., Wien
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