- 15.05.2017, 11:34:00
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Dieselantrieb ist und bleibt Erfolgsgeschichte
17 Mrd. Euro Wertschöpfung und 250.000 Arbeitsplätze in Österreich auf Diesel rückführbar – Fahrverbote brächten Wertverlust bis zu 5,56 Mrd. Euro
Utl.: 17 Mrd. Euro Wertschöpfung und 250.000 Arbeitsplätze in
Österreich auf Diesel rückführbar – Fahrverbote brächten
Wertverlust bis zu 5,56 Mrd. Euro =
Wien (OTS) - „Der Dieselmotor ist in letzter Zeit leider in Verruf
geraten – aus unserer Sicht völlig zu Unrecht“, so Dr. Christian
Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure in
der Industriellenvereinigung (IV), heute, Montag, im Rahmen der
Studienpräsentation „Die Bedeutung des Dieselantriebs in Österreich“
in der Sky Bar in Wien. „Der moderne Dieselmotor ist effizient und
sauber. Ohne ihn wären die strengen EU-Klimaziele nicht erreichbar,
denn es ist und bleibt nun einmal der Dieselmotor, der sich durch
einen geringen CO2-Ausstoß auszeichnet“, so Pesau, der betonte: „Die
vielen Vorteile des Dieselmotors sind unbestritten und das wurde auch
von der Politik ursprünglich richtig erkannt. Österreich hat sich in
den vergangenen Jahrzehnten zu einem wahren Dieselland entwickelt.
Auf der einen Seite hat sich der Dieselmotor als beliebteste
Antriebsform in Österreich etabliert – sechs von zehn Pkw fahren
derzeit mit Dieselmotor. Auf der anderen Seite hat Österreich eine
Vielzahl an weltweit erfolgreichen Unternehmen im Bereich der
Dieselantriebstechnologie vorzuweisen, die Wertschöpfung generieren
und Arbeitsplätze sichern.“
Dieseltechnologie stärkt Wirtschaftsstandort Österreich
Die Studienergebnisse zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des
Dieselantriebs, präsentiert von Dr. Christian Helmenstein vom
Economica Institut für Wirtschaftsforschung, untermauern diese
Tatsachen. In Österreich gehen demnach 17,2 Milliarden Euro an
Bruttowertschöpfung auf den Dieselantrieb zurück. Die Wertschöp¬fung
des Dieselantriebs liegt somit in derselben Größenordnung wie jene
des Tourismussektors, ist größer als die der Baubranche und doppelt
so groß wie jene des Sektors „Information und Kommunikation“. Zudem
finden mehr als 125.000 Menschen direkt bei Unternehmen der
Automobilwirtschaft, die mit dem Dieselantrieb verknüpft sind,
Beschäftigung. Werden hier noch die indirekt – über die
Wertschöp¬fungsverflechtungen – abhängigen Beschäftigten
hinzugezählt, so sind das über 230.000 Arbeitsplätze. Aus diesen
Beschäftigungseffekten ergeben sich in weiterer Folge vier Milliarden
Euro an lohnabhängigen Steuern und Abgaben. Im Rahmen der Studie
wurden zudem die Innovationsleistungen im Bereich des Dieselantriebes
untersucht. Aus der Analyse lässt sich feststellen, dass mittlerweile
jedes zweite Dieselpatent den Klimaschutz bzw. Umweltschutz betrifft.
Die österreichischen Top-Patentanmelder im Dieselbereich sind BMW,
AVL List, Bosch und MAN.
Klare Aussagen der Politik gefordert
„Im Zusammenhang mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung des
Dieselantriebs in Österreich ist es nahezu fahrlässig, wie
unverantwortlich derzeit Aussagen gegen eine etablierte Technologie
getätigt werden. All das, ohne zu bedenken, wie stark der heimische
Wohlstand von der Dieseltechnologie abhängt. Jetzt den Dieselmotor
plötzlich als den Klimasünder schlechthin zu brandmarken und
Fahrverbote in Aussicht zu stellen, ist durch harte Fakten nicht zu
rechtfertigen und daher auf das Schärfste zu verurteilen. Ohnedies
wären Fahrverbote für viele Rechtsexperten ein verfassungswidriger
Eingriff in bestehende Eigentumsrechte“, so Pesau.
Auch KommR Ing. Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann des
Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO),
kritisierte das derzeitige Vorgehen der Politik und forderte ein Ende
der Verunsicherung der Autokäufer. „Einschränkungen, speziell für
Dieselfahrzeuge, müssen unterbleiben. Die Autofahrer erwarten, dass
sie das von ihnen gekaufte Auto bis zu dessen ‚natürlichem Ende‘
verwenden dürfen. Moderne Dieselfahrzeuge entsprechen in jeder
Hinsicht dem neuesten Standard, sei es in Bezug auf Technologie und
Sicherheit, oder auch Umwelt und Fahrkomfort. Es gibt eindeutig
effizientere Möglichkeiten, Emissionen im Verkehrssektor einzusparen.
Das wichtigste wäre es, die alten Pkw von den Straßen zu bekommen,
das wäre beispielsweise durch eine Ökoprämie möglich“, so
Edelsbrunner. Dies würde auch niedrigeren Einkommensschichten, die
nicht so einfach Geld für einen modernen und sauberen Neuwagen
aufbringen können, den Umstieg ermöglichen.
Kritik von vielen Seiten gab es auch dahingehend, dass die soziale
Komponente in der öffentlichen Diskussion überwiegend ausgeklammert
werde. So seien es aber vor allem die unteren Einkommensschichten,
die von Fahrverboten besonders getroffen würden. Denn alte Diesel-Pkw
würden nahezu unverkäuflich und somit wertlos werden. Diese Pkw
werden aber in erster Linie von Menschen mit geringem Einkommen
gefahren – diese „Quasi-Enteignung“ würde sie daher besonders hart
treffen.
Bedeutender Wertverlust durch Diesel-Fahrverbote
Die heute präsentierte Studie beschäftigt sich deshalb nicht nur mit
den volkswirtschaftlichen Daten, sondern auch mit dem Thema
„Diesel-Fahrverbote“ und was die Auswirkungen – insbesondere auf
Fahrzeugrestwerte – wären. Das Szenario wurde vom unabhängigen
Informationsdienstleister „Eurotax“ ausgearbeitet und von Martin
Novak, Geschäftsführer von Eurotax Österreich, präsentiert. In der
Studie wurde ein Szenario angenommen, in welchem die Regierung ein
temporäres Fahrverbot für alle Dieselfahrzeuge beschließen würde, die
nicht der Euro-6-Abgasnorm entsprechen. Das temporäre Fahrverbot gilt
dann, wenn die Feinstaubbelastung den ge¬setzlichen Grenzwert
überschreitet. Im vorliegenden Szenario würde das ein Fahrverbot an
50 Tagen im Jahr bedeuten, in den zehn größten Städten Österreichs.
Eurotax hat den Fahrzeugbestand der letzten 20 Zulassungsjahre
detailliert analysiert und bewertet. Bei den Euro-5 und den bis
zehn¬jährigen Dieselfahrzeugen sieht Eurotax eine Entwertung von bis
zu 25 Prozent. Mit steigendem Alter erhöht sich der Wert auf bis zu
40 Prozent. „Insgesamt prognostizieren wir unter diesen
Rahmenbedingungen eine Abwertung des dieselbetriebenen Fahrzeugparks
um 5,63 Mrd. Euro. Eine enorme Summe, die in normalen Kategorien
nicht mehr greifbar erscheint. Die Politik ist sich offensichtlich
nicht bewusst, dass diese Entwertung Herrn und Frau Österreicher EUR
2.700,- an durchschnittlichem Wertverlust ihres Fahrzeuges kostet“,
warnte Novak.
BMW Steyr – Wölfel: Diskussion darf wirtschaftliche Entwicklung nicht
beeinträchtigen
Veranschaulicht wurden die Entwicklungen im Bereich der
Dieseltechnologie von DI (FH) Gerhard Wölfel, Geschäftsführer der BMW
Motoren GmbH Steyr. Mit 4.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von
knapp 4 Milliarden Euro werden im Motorenwerk in Steyr rund 900.000
Dieselmotoren im Jahr produziert, rund 6,4 Milliarden Euro wurden
bisher in den Standort investiert. „Ungerechtfertigte Kritik an der
modernen und sauberen Diesel-Technologie darf nicht dazu führen, dass
die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt oder Arbeitsplätze
gefährdet werden. Moderne Diesel-Fahrzeuge tragen entscheidend zur
CO2-Reduzierung bei, weil sie bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff
als vergleichbare Benziner verbrauchen. Es wäre deswegen schon
klimapolitisch völlig verkehrt, den Diesel grundsätzlich in Frage zu
stellen“, stellte Wölfel daher in aller Deutlichkeit abschließend
klar.
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