Mobbingprozess gegen Republik/MedUni Wien: Schadenersatzansprüche großteils nicht verjährt

OLG Wien bestätigte weitgehend Zwischenurteil

Wien (OTS) - Nachdem keine Abhilfe gegen Mobbing erfolgte, reichte die Thoraxchirurgin Prof. E. 2010 eine Amtshaftungsklage gegen die Republik ein. Nach über fünf Prozessjahren wandten die Republik und die Medizinische Universität Wien als Nebenintervenientin Verjährung der Vorfälle ein. Das LG für ZRS Wien wies den Einwand zurück, da die schädigenden Handlungen fortlaufend seien. Das Urteil wurde vom OLG Wien bestätigt und ist rechtskräftig: Der Großteil der Schadenersatzforderungen ist nicht verjährt. Der Prozess wird fortgeführt.
Vorgeschichte: http://wien.orf.at/news/stories/2741227/

Zivilcourage und Ausdauer gefragt

Das Aufzeigen von Fehlern im System und Thematisieren von Mobbing vor Gericht hatte Folgen für Prof. E.: Die Frühpensionierung durch den Dienstgeber konnte abgewehrt werden; auch eine zwangsweise unbefristete Dienstfreistellung durch den Dienstgeber wurde nach einem Jahr aufgehoben. Immer wieder betont die Chirurgin, dass eine befriedigende Arbeit für jeden Arzt wichtig sei, und generell auch beamtete Chirurgen ein Recht auf Arbeit (=Operieren) haben sollten.

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der hohen Anzahl an Verfahren und Mobbing-Fällen an der MedUni Wien / AKH wurde die Interessensgemeinschaft „Faire Medizin“ als unabhängige Plattform gegründet. Sie setzt sich für ein faires Miteinander zwischen allen im Spital tätigen Berufsgruppen ein. Der Austausch und die Vernetzung zwischen Betroffenen und in Verfahren involvierten Mitarbeitern/innen wird gefördert. www.faire-medizin.at

Rückfragen & Kontakt:

PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at, www.purkarthofer-pr.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PUR0001