Kubik/Chorherr: GR-Ausschuss beschließt Flächenwidmung und städtebaulichen Vertrag WEV/Hotel Intercont/Wiener Konzerthaus

Wien (OTS) - Der Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung hat heute mit den Stimmen von SPÖ und Grünen die Flächenwidmung und den städtebaulichen Vertrag Wiener Eislaufverein/Hotel Intercont/Wiener Konzerthaus beschlossen.

“Der Wiener Eislaufverein gewinnt zu seinen 150 Jahren weitere 99 Jahre Bestehen und wird noch attraktiver und für die WienerInnen wird ein neuer öffentlicher Platz mitten in der Stadt geschaffen. Wien als Konferenzhauptstadt Nummer eins erhält zusätzlich einen modernen Konferenzstandort”, erklärten SPÖ-Planungssprecher Gerhard Kubik und Grünen-Planungssprecher Christoph Chorherr.

Die umfassenden Verbesserungen für die Allgemeinheit werden durch einen städtebaulichen Vertrag sowie bilaterale Vereinbarungen zwischen Eigentümer und WEV abgesichert. Dazu gehören:

- Die langfristige vertragliche Absicherung eines Mietrechtes für den Wiener Eislaufverein (WEV).

- Eine Modernisierung der Anlagen des WEV, um den Eislaufsport zu fördern und den Sport im Allgemeinen zu pflegen, um damit das innerstädtische Angebot für das Eislaufen sicherzustellen.

- Die öffentliche Zugänglichkeit der im Winter vom WEV genutzten Freifläche außerhalb der Wintersaison.

- Die Schaffung eines öffentlichen Durchgangs entlang der Längsfassade des Wiener Konzerthauses.

- Eine Öffnung der Projektfläche an der Lothringer Straße mit stadträumlichem Bezug zum Beethoven-Platz und eine verbesserte Sichtbeziehung hin zur Längsfassade des Wiener Konzerthauses.

- Eine Neugestaltung der Lothringerstraße, die auch auf der Seite des 3. Bezirkes ein angemessenes Vorfeld für die Projektfläche schafft.

- Stärkung des Kongressstandorts Wien durch Erweiterung der Konferenzflächen des Hotel InterContinental.

- Die Möglichkeit für diesbezüglich unterversorgte, öffentliche Schulen eine Standard-Turnhalle zu nutzen, die zusätzlich auch Vereinen zur Verfügung stehen soll.


Zwtl.: Chronologie des Planungsverfahrens

- Kooperatives Planungsverfahren (2012)

Auf Initiative der Stadt Wien wurden 2012 in umfangreichen Hearings die Möglichkeiten des Areals ausgelotet. Daran nahmen AkteurInnen vor Ort (WEV, Konzerthaus, Hotel InterContinental), der Investor, VertreterInnen des Magistrats und der Politik (Stadtplanungsressort, Planungssprecher, Bezirke) sowie Fachexpertinnen und Fachexperten aus Architektur und Städtebau sowie Denkmalschutz teil. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein mehrstufiges kooperatives ExpertInnenverfahren durchgeführt, an dem 50 Beteiligte aus Politik und Magistrat, des Wiener Eislaufvereins, des Konzerthauses, des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS), des Investors sowie des Hotelmanagements teilnahmen. Die Öffentlichkeit wurde mittels AnrainerInnen-Befragung in das Verfahren eingebunden und eine Ausstellung mit begleitenden Dialogen durchgeführt. Das kooperative ExpertInnenverfahren war bewusst so angelegt, dass der gesamten Bandbreite an unterschiedlichen Sichtweisen Gehör verschafft wurde.

- Beschluss der Stadtentwicklungskommission und Architekturwettbewerb (2013-2014)

Auf Basis für den Wettbewerb diente der Beschluss der Stadtentwicklungskommission zur Neugestaltung des Areals. Im Wettbewerb selbst, der seitens des Investors ausgelobt wurde, haben 24 hochqualifizierte Architekturbüros eine große Bandbreite an Konzepten vorgelegt. Für das mit VertreterInnen der Stadt und internationalen Architektur- und StädtebauexpertInnen besetzte Preisgericht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Markus Allmann (Universität Stuttgart) war das Projekt des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld eindeutig die beste und tragfähigste Lösung.

- Fachbeirat (2014-2016)

Aufbauend auf den vorangegangenen umfangreichen Planungsschritten wurden Vorbereitungen für ein Flächenwidmungsverfahren gestartet. Die dazu eingeholten fachlichen Beurteilungen des Magistrats und des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung führten im Mai 2016 zur Einschätzung, dass es trotz der soliden Vorarbeiten noch offene Fragen und Bedenken gab.

- Nachdenkpause und Vermittlungsverfahren (2016)

In der im Mai 2016 vorliegenden Form konnte daher für dieses Vorhaben kein Flächenwidmungs¬verfahren eingeleitet werden. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou erklärte deshalb für alle Seiten eine „Nachdenkpause“, um im Zuge eines Vermittlungsverfahrens tragfähige Lösungen zu suchen. Im Zuge des Vermittlungsverfahrens unter Leitung von Univ. Prof. Dipl. Architekt ETH Christoph Luchsinger und DI Christof Schremmer MCP konnte der Entwurf in entscheidenden Bereichen optimiert und die Hinweise des Fachbeirates aufgenommen werden. 

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat Grüne Wien
Katja Svejkovsky
(+43-1) 4000 - 81814
presse.wien@gruene.at
http://wien.gruene.at

SPÖ Wien Rathausklub
Tom Woitsch Kommunikation
(01) 4000-81 923 tom.woitsch@spw.at
www.rathausklub.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001