Diakonie Katastrophenhilfe zur Geberkonferenz Somalia: „Schnell und entschlossen gegen den Hunger“

Um eine Hungerkatastrophe in Somalia zu verhindern, müssen die Geberländer die finanziellen Mittel sofort und deutlich aufstocken.

Der Staat ist kaum dazu in der Lage, den vielen Millionen Hungernden zu helfen, daher sind die Menschen so dringend auf Hilfe von außen angewiesen
Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe, zur Situation in Somalia

Wien (OTS) - Bei der letzten großen Hungerkatastrophe 2011 sind in Somalia über 250.000 Menschen gestorben. „Hungertote in dieser Größenordnung könnten verhindert werden, wenn rechtzeitig gehandelt wird“, betont Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. Frühzeitige und gute logistische Planung seien wichtig, um Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter dort zu haben, wo sie im Falle einer Hungersnot gebraucht werden. Neben der andauernden Dürre kommen in Somalia der Bürgerkrieg und daraus resultierende schwache staatliche Strukturen hinzu, was die Situation der Menschen dramatisch verschlimmert.

Der Staat ist kaum dazu in der Lage, den vielen Millionen Hungernden zu helfen, daher sind die Menschen so dringend auf Hilfe von außen angewiesen“, so Lassmann. In Somalia sind laut den Vereinten Nationen mehr als sechs Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen, etwa die Hälfte der Bevölkerung. Über drei Millionen Menschen leiden unter – teils akuter - Nahrungsmittelknappheit. Nicht alle diese Menschen haben jedoch Zugang zu humanitärer Hilfe. Auch deshalb sind alleine seit November 2016 über 600.000 Menschen innerhalb Somalias in Regionen geflohen, wo Hilfe geleistet werden kann. Damit liegt die Zahl der Binnenvertriebenen bei insgesamt etwa 1,7 Millionen Menschen. 

Diakonie verteilt Wasser, Nahrungsmittel und Hilfsgüter

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe Gutscheine für Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Hilfsgüter an neu ankommende Vertriebene im Großraum Mogadischu. In den ländlichen Regionen Hiraan und Middle Shabelle werden in Zusammenarbeit mit der von der Dürre besonders betroffenen ländlichen Bevölkerung kommunale Tiefbrunnen repariert, wofür die Menschen Bargeld und Wassergutscheine erhalten. Der Zugang zu Wasser ist nicht nur für die Menschen direkt überlebenswichtig, er soll auch das massenhafte Sterben der Viehbestände verhindern, die für viele Menschen im ländlichen Raum die einzige Lebensgrundlage sind.

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