AK kritisiert Entscheidung des Werberats: Der Sexismus-Vorwurf ist falsch

Linz (OTS) - „Mit seiner Verurteilung unseres Kinospots zur AK-Leistungskarte, speziell aber mit dem Vorwurf der Herabwürdigung von Frauen, liegt der Werberat meiner Ansicht nach inhaltlich falsch“, sagte heute AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Sexuelle Belästigung komme in der Realität leider oft vor, das zeige auch die Beratungspraxis im AK-Frauenbüro. „Es erscheint wenig sinnvoll, die Überbringerin der Botschaft zu prügeln, statt für ein Betriebsklima zu sorgen, in dem so etwas gar nicht vorkommt“, so Kalliauer.

„Mit unserem Spot thematisieren wir die schwarzen Schafe unter den Unternehmerinnen und Unternehmern, nicht alle pauschal. Und wir weisen auf die bekannte Tatsache hin, dass das Vermögen in unserer Gesellschaft sehr ungleich verteilt ist. Wir tun das mit satirisch überhöhten Mitteln“, erklärt der AK-Präsident. Was darf Satire? Diese Frage hat Kurt Tucholsky letztgültig beantwortet: Alles!

Der Spot, so Kalliauer, kritisiere sexistisches Verhalten am Arbeitsplatz. Es finde sich darin eine – wiederum stark überzeichnete – Darstellung von Sexismus. Das sei genau das Gegenteil einer sexistischen Darstellung. „Alleine im vergangenen Jahr wurden in unserem Frauenbüro 600 Beratungsgespräche im Zusammenhang mit sexueller Belästigung geführt. Wir haben in den letzten Jahren vielen Betroffenen zu ihrem Recht verholfen und gesetzliche Verbesserungen durchgesetzt. Uns da jetzt Sexismus vorzuwerfen, das grenzt an Böswilligkeit“, sagt Kalliauer.

In diesem Zusammenhang erinnert der AK-Präsident daran, wie sich der Werberat zusammensetzt: Er ist ein Organ der Unternehmen selbst, Mitglieder sind fast ausschließlich Arbeitgeberverbände im Umfeld der Werbewirtschaft. Auch die Wirtschaftskammer ist Mitglied, nicht aber die Arbeiterkammer.

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