• 08.05.2017, 12:43:30
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  • OTS0118

Mitterlehner zum 8. Mai: Aktive Erinnerungskultur leben, richtige Lehren aus der Geschichte ziehen

Rede des Vizekanzlers am Gedenktag zur Befreiung vom Nationalsozialismus und zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Europa

Utl.: Rede des Vizekanzlers am Gedenktag zur Befreiung vom
Nationalsozialismus und zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs
in Europa =

Wien (OTS/BMWFW) - Der achte Mai ist ein Tag der Freude. Man könnte
aber auch von einem Tag der Verantwortung sprechen, an dem wir uns
alle intensiv mit unserer Vergangenheit und vor allem mit den Lehren
für die Zukunft auseinandersetzen sollten.“ Das sagte Vizekanzler
Reinhold Mitterlehner am Montag in seiner Rede beim Staatsakt zum
Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und an die
Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa.

„Allzu lange haben wir uns Zeit gelassen, mit der uneingeschränkten
Anschlussthese und der damit verbundenen Opferrolle, aber auch mit
den Heldenmythen der Nachkriegsjahre auszuräumen“, sagte
Mitterlehner. „Erst 50 Jahre nach Kriegsende haben wir Zwangsarbeiter
entschädigt und Restitution geleistet und festgestellt, dass
Österreich ein Land von Opfern und Tätern ist. Dessen ungeachtet tun
wir uns 72 Jahre nach Kriegsende immer noch schwer, die richtige
Gewichtung zu finden“, so Mitterlehner.

Mitterlehner mahnte eine aktive Erinnerungskultur ein, um die
richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen. „Wir haben
mittlerweile weniger Zeitzeugen und nun schon mehrere Generationen,
die Vergangenheit nur als Geschichte sehen, die mit ihrem heutigen
Leben nichts mehr zu tun hat. Gerade junge Menschen stehen dem
Geschehenen oft fassungslos und verstört gegenüber und finden keine
Erklärung, noch schlimmer, viele suchen keine mehr“, so Mitterlehner.
„Daher haben wir alle die Verantwortung und Verpflichtung, das
‚niemals wieder‘ mit konkreten Handlungen zu unterlegen.“

Hilfreich bei der Aufarbeitung der Gräueltaten der NS-Zeit sei der
aktive Umgang mit der Geschichte, im Unterricht, in Diskussionen, in
Büchern und Dokumentationen. „Am Berührendsten und emotional
Wirksamsten ist wohl die Konfrontation in den Gedenkstätten, wie dem
damaligen Konzentrationslager Mauthausen, dessen Befreiung wir
gestern gedacht haben“, sagte Mitterlehner. Auch dort war die
verblassende Erinnerung, die Verharmlosung, auch die Kompensation mit
anderen Gräueltaten in der Geschichte bei vielen Teilnehmerinnen und
Teilnehmern ein Gesprächsthema.

Abschließend nahm Mitterlehner auf das heurige Motto des
Befreiungstages Bezug: „Internationalität trennt nicht, sie
verbindet. Das ist eine wichtige Lehre, die wir aus den Ereignissen
von damals und aus unserer Geschichte mitnehmen können“, so
Vizekanzler Mitterlehner.

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