- 06.05.2017, 08:00:01
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„profil“: Rapid verrechnete EADS 450.000 Euro für „Consulting und PR“
SPÖ soll EADS laut internen E-Mails 2006 "Hilfe im Ausland" angeboten haben
Utl.: SPÖ soll EADS laut internen E-Mails 2006 "Hilfe im Ausland"
angeboten haben =
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, sponserte die EADS Deutschland GmbH
den SK Rapid Wien zwischen 2003 und 2007 mit exakt 4,05 Millionen
Euro. Dies geht aus "profil" nun vorliegenden Verträgen und
Rechnungen hervor. Davon fakturierte die dem Verein nachgeordnete SK
Rapid Wirtschaftsbetriebe GmbH (heute SK Rapid GmbH) im Wege dreier
Rechnungen 450.000 Euro, wobei als Rechnungszweck stets "Consulting
und PR-Aktivitäten" genannt wurden. Rapid-Sprecher Peter Klinglmüller
wollte sich mit Hinweis auf vertrauliche Vertragsinhalte nicht
äußern. Laut dem früheren Rapid-Präsidenten Rudolf Edlinger bekam
EADS dafür "Zugang zu unserem VIP-Club und zum Kreis unserer
Sponsoren." "profil" liegen zudem EADS-interne E-Mails vor, die auf
rege Kommunikation zwischen dem Rüstungskonzern und dem damaligen
General Manager von Rapid, Werner Kuhn, schließen lassen. Demnach
dürfte Kuhn EADS nach den Nationalratswahlen 2006 mit Informationen
aus der SPÖ versorgt und zumindest einen Termin mit SPÖ-Chef Alfred
Gusenbauer koordiniert haben. In einem internen E-Mail vom 13.
Dezember 2006 berichtete EADS-Manager Wolfgang Aldag unter Bezugnahme
auf ein Treffen mit Kuhn Folgendes: "SPÖ bietet uns Hilfe im Ausland
an, z.B. Griechenland. Haben angeblich starke Verbindung nach Athen.“
Was damit gemeint war, ist unklar. Griechenland hatte 2000/2001
erwogen, Eurofighter-Jets anzuschaffen, der Plan wurde aber nie
realisiert. Kuhn wollte sich gegenüber "profil" nicht äußern. Alfred
Gusenbauer hielt auf "profil"-Anfrage fest: "Ich habe davon weder
eine Ahnung, noch eine Erklärung dafür." Der frühere
SPÖ-Bundesgeschäftsführer und spätere Verteidigungsminister Norbert
Darabos, damals auch Mitglied des Rapid-Kuratoriums, gegenüber
"profil": "Ich habe niemandem Hilfe angeboten, ich weiß auch nicht,
was mit Griechenland oder der starken Achse nach Athen gemeint
gewesen sein könnte." Er, Darabos, habe den Eindruck, "da wollte sich
jemand gegenüber EADS wichtigmachen. Da wurde offenbar vonseiten
Rapids der falsche Eindruck suggeriert, dass man Einfluss bei uns
geltend machen konnte. Es gab aber keine wie immer geartete
Beeinflussung. Und es ist auch kein Geld zur SPÖ geflossen."
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