- 06.05.2017, 08:00:01
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„profil“: Ex-Kameraden des österreichischen Ukraine-Söldners Ben F. packen aus
Mitkämpfer schildern Gefechte und verteidigen Vorarlberger gegen Kriegsverbrecher-Vorwurf
Utl.: Mitkämpfer schildern Gefechte und verteidigen Vorarlberger
gegen Kriegsverbrecher-Vorwurf =
Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlicht in seiner
Montag erscheinenden Ausgabe neue Details über den Fall eines
Vorarlbergers, der von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt
verdächtigt wird, als freiwilliger Kämpfer in der Ostukraine an
"Kriegsverbrechen gegen Personen" (§ 321b StGB) beteiligt gewesen zu
sein.
Ben F. wurde am Sonntag, 30. April, aufgrund eines europäischen
Haftbefehls in Polen festgenommen, als er nach einem längeren
Aufenthalt in Österreich und der Schweiz wieder in die Ukraine reisen
wollte.
Nach Informationen von "profil" stützt die Staatsanwaltschaft die
Vorwürfe gegen ihn unter anderem auf Fotos, die zeigen, wie der
25-Jährige in einem Schützengraben mit verstümmelten Leichen posiert.
Gegenüber "profil" schildert ein ehemaliger Mitkämpfer des
Vorarlbergers nun exklusiv, wie die Bilder zustande gekommen seien.
Demnach war eine Aufklärungseinheit des 11. Bataillons der
ukrainischen Armee, der Ben F. vergangenes Jahr beigetreten war, Ende
Juli 2016 nahe der Stadt Popasna in der Oblast Lugansk in schwere
Gefechte mit pro-russischen Separatisten verwickelt.
Die Auseinandersetzungen forderten am 23. Und am 30. Juli mehrere
Menschenleben auf beiden Seiten. Ben F. war laut seinen Kameraden
allerdings nicht direkt an den Kämpfen beteiligt. Er sei als
"Tactical Medic" – also in etwa "kämpfender Sanitäter" – bloß daran
beteiligt gewesen sein, Leichen zu bergen und abzutransportieren.
Dabei sollen die Fotos entstanden sein.
"Mit ihrem Tod hat Ben nichts zu tun", beteuert ein Mitkämpfer des
Vorarlbergers, der anonym bleiben will, dessen Identität "profil"
jedoch bekannt ist: "Die waren schon gestorben, und keiner hat
irgendeinen Scheiß mit ihnen angestellt." Die Verstümmelungen an den
Toten seien vielmehr durch Schüsse und Granatexplosionen im Gefecht
verursacht worden. Die Angaben des Mannes klingen nachvollziehbar,
konnten von "profil" allerdings nicht unabhängig überprüft werden.
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