Mehrbelastung der Haushalte durch Kalte Progression beenden

Wien (OTS) - Inflation lässt die Löhne nominell steigen und hat Auswirkungen auf die öffentliche und private Nachfrage, die Einkommensverteilung sowie die Zusammensetzung und den Umfang der öffentlichen Budgets. Besonders beträchtlich sind die Wirkungen der Inflation auf die Lohn- und Einkommensteuer. So betrugen im Jahr 2015 die inflationsbedingten Mehreinnahmen gegenüber 2009 etwa 3 Mrd. Euro bzw. 1 Prozent des BIP. „Die Kalte Progression führt zu einer erheblichen Mehrbelastung der Haushalte“, sagt Tobias Thomas, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria.

„Die Mehrbelastung der Haushalte durch die Kalte Progression lässt sich am besten mit einer Indexierung des Steuertarifs und automatischen jährlichen Anpassungen vermeiden“, erläutert Thomas. Dabei sollte die gesamte Lohnsteigerung – inklusive der produktivitätsinduzierten – im Tarifindex berücksichtigt werden. „Auch sollte der gesamte Tarif angepasst werden und nicht nur einzelne Steuerstufen“, so Thomas. Politische gewollte Änderungen der Umverteilungspolitik könnten weiterhin im Prozess der demokratisch legitimierten Willensbildung stattfinden, so das Fazit einer heute veröffentlichten EcoAustria-Policy Note.

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