- 04.05.2017, 07:45:36
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Familienbund: Nachbesserungsbedarf beim Autonomiepaket
Ressourcen sollten so eingesetzt werden, dass die Kinder in der Qualität ihres Schulalltags Verbesserung erfahren
Utl.: Ressourcen sollten so eingesetzt werden, dass die Kinder in
der Qualität ihres Schulalltags Verbesserung erfahren =
Wien/St. Pölten (OTS) - Der Österreichische Familienbund sieht beim
vorliegenden "Autonomiepaket" (Bildungsreformgesetz 2017 - Schulrecht
sowie Dienstrechtsnovelle 2017 - Bildungsreform)den Umstand kritisch,
dass viele Maßnahmen auf Einsparungen abzielen. Weiters ist bei
vielen Maßnahmen nicht zu sehen, dass durch sie die Lernsituation der
Kinder verbessert wird. Wichtig ist es, für die Schülerinnen und
Schüler Raum zu schaffen sich zu entwickeln, Begabungen zu stärken,
zu unterstützen wo notwendig. Ressourcen müssen primär so eingesetzt
werden, dass die Kinder in der Qualität ihres Schulalltags
Verbesserungen erfahren.
Die Bildung von Schulclustern muss sorgsam erfolgen, die Leitung
eines solchen auf bestimmten Ernennungsvoraussetzungen zu bauen, ist
wichtig.
Die Einbindung der Schulpartner beim Auswahlverfahren für
ausgeschriebene Leiterfunktion sehen wir als Schritt in die richtige
Richtung. Ebenso den vorgesehenen Schulmanagementkurs, um
pädagogische und soziale Fähigkeiten mit professionellem Management
zu kombinieren, weil wir die Tätigkeit der Schulleitung als
Schlüsselfunktion für das Gelingen von guter Schule halten.
Dass die Schulleitung in die Personalauswahl für das Lehrerteam
eingebunden wird sehen wir positiv. Leider haben wir nichts gefunden
was darauf hinweist, dass die Leitung auch endlich geeignete, sozial
verträgliche Möglichkeiten hat, sich von Personal zu trennen, wenn es
im Lehrberuf nicht die richtigen Zugänge zu den Schülerinnen und
Schülern findet. Hier müssen Perspektiven entwickelt werden, um eine
sinnvolle Neuorientierung anzubieten und nicht das Problem einfach in
die nächste Schule zu verlagern.
„Wenn durch die Verlagerung von administrativer Tätigkeit an
geeignetes Unterstützungspersonal die freiwerdenden Kapazitäten dem
Unterricht und der Förderung der Lernenden zu Gute kommen begrüßen
wir die Maßnahme“, so Familienbundpräsident Mag. Bernhard Baier.
„Prämisse jeder Reform die Schule betreffend muss es sein, dass es zu
einer spürbaren Verbesserung für die Lernbedingungen aller
Schülerinnen und Schüler kommt“, so Baier weiter: "Das lesen wir aus
dem vorliegenden Entwurf nicht ausreichend heraus.“
Primär geht es in diesem Entwurf um Verwaltung und Schulorganisation,
durchaus mit der Optik, dass das Gesetz Einsparungen und damit eine
Budgeterleichterung brächte. Dass mehr Lehrpersonal für
differenzierte Förderung bereitsteht – wie es notwendig wäre – geht
daraus leider nicht hervor.
Ferner müssen wir unser Bedauern aussprechen, dass bei der Gestaltung
dieses komplexen Vorhabens, das dieses Gesetz darstellt, die
Schulpartner als unmittelbar Beteiligte nicht rechtzeitig und aktiv
eingebunden wurden. Die demokratische Chance, dringende
Verbesserungsvorschläge von allen Betroffenen zu erhalten und sie
dann einzuarbeiten, wurde leider nicht genützt. So bleibt uns leider
nur die begrenzte Möglichkeit jetzt unsere Einwände einzubringen.
Für die Kinder in der Grundschule ist Kontinuität beim
Klassenlehrenden sehr wichtig, hier muss seitens der Schulleitung
sichergestellt werden, dass es zu keinem vermeidbaren Wechsel kommt.
Auch bei dem Bestimmen der Klassen- und Gruppengröße sollten die
Schulpartner enger eingebunden sein, als hier vorgesehen.
Die Abschaffung der 2/3 Mehrheit für einige Entscheidungen in
schulpartnerschaftlichen Gremien sehen wir sehr kritisch und als
Rückschritt in der Entwicklung von Schulautonomie. Die
Klassenschülerhöchstzahlen als Richtwert dürfen nicht gestrichen oder
angehoben werden.
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