Gewerkschaft vida: Arbeitgeber machen Gebäudereinigern unsichere Versprechen

vida-Rosensteiner: „1.500 Euro Mindestlohn von tatsächlicher Inflationsentwicklung abhängig“

Wien (OTS/ÖGB) - "Gerhard Komarek kann offenbar in die Zukunft blicken! Diese Gabe hätte ich auch gerne!“, kommentiert Monika Rosensteiner, Vorsitzende des Fachbereichs Gebäudemanagement der Gewerkschaft vida, die heutigen Aussagen des Wiener Landesinnungsmeisters der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger. In einem Pressegespräch ist Komarek mit der Information nach vorne geprescht, dass die Gebäudereinigungsbranche noch heuer einen KV-Mindestlohn von 1.500 Euro erreichen wird. „Wir wünschen uns, dass sich das ausgeht, wissen werden wir es aber erst im September“, so die vida-Gewerkschafterin.

„Liegt der Inflationswert von August 2016 bis September 2017 nur bei 1,5 Prozent, dann haben wir ein echtes Problem! Dann liegt es an den Arbeitgebern, ihre heute getätigten Aussagen umzusetzen und auf den Lohnzetteln sichtbar zu machen“, fordert Rosensteiner. Zur Erklärung: In internen Gesprächen haben sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung von 0,5 Prozent plus Inflationsrate geeinigt – nur wenn diese über 1,6 Prozent liegen würde, werden die 1.500 Euro erreicht.

Löhne anheben, nicht Mindestsicherung kürzen 

Verwundert zeigt sich Rosensteiner auch über die Aussage Komareks, dass ein Mindestlohn von 1.700 Euro bis 2020 nicht machbar sei: „Warum nicht? Hat der Wiener Landesinnungsmeister auch hier in seine Glaskugel geschaut und keine positiven Signale bekommen?“ Die vida-Gewerkschafterin betont, dass gerade das Erreichen dieses Ziels besonders wichtig sei: „Nur mit höheren Löhnen für Teilzeitkräfte schaffen wir es, dass Menschen tatsächlich von ihrer Arbeit auch leben können. Wir wissen aus dem Arbeitsklimaindex, dass nur die Hälfte der Beschäftigten in der Reinigungsbranche mit ihrem Einkommen zufrieden ist. Das hängt auch damit zusammen, dass es eine Teilzeitbranche ist, in der die Beschäftigten nochmals in geteilten Diensten arbeiten müssen. Es ist kaum Vollzeitbeschäftigung möglich, da an Randzeiten gearbeitet wird.“ Es entstehen Arbeitsverhältnisse bis maximal 25 Stunden und daraus resultiert ein geringerer Verdienst. „Das soziale Netz, wie die Arbeitgeber vermuten, ist jedenfalls nicht zu eng. Es kann nicht sein, dass die Lösung ist, die Mindestsicherung zu kürzen, damit der Abstand zu Löhnen größer wird. Die Mindestsicherung hilft Menschen, die ohnehin wenig bis nichts haben. Hier zu streichen lehne ich entschieden ab!“, schließt Rosensteiner.

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