ÖH zu Statistik Austria Zahlen: Bildung wird in Österreich immer noch vererbt

Hochschulsektor muss ausfinanziert, statt beschränkt werden.

Wien (OTS) - Die heute präsentierten Zahlen der Statistik Austria bestätigen die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) in ihrer Kritik, dass Bildung in Österreich immer noch vererbt wird und der Bildungsgrad der Eltern sich wesentlich auf den ihrer Kinder auswirkt. Laut Statistik Austria haben 44,3% aller Erstsemestrigen an öffentlichen Universitäten und 32,4% aller Studienanfänger_innen einer Fachhochschule zumindest einen Elternteil mit Hochschul- oder Akademieabschluss. "Wir sehen, dass die soziale Durchlässigkeit an Hochschulen immer schlechter wird – Zugangsbeschränkungen sei Dank", so Philip Flacke vom Vorsitzteam der ÖH empört.

Durch die geplanten Ausweitungen der Zugangsbeschränkungen wird sich diese Situation nur noch weiter verschärfen. "Leistungsselektionen wie diese verhindern eine faire soziale Durchmischung an Hochschulen, denn sie erschweren sogenannten first generation Studierenden den Hochschulzugang nochmal zusätzlich", so Flacke weiter. "In einer Zeit, in der die Hochschulen drastisch unterfinanziert sind und das Stipendiensystem seit 18 Jahren nicht inflationsangepasst wurde, sind Zugangsbeschränkungen nur ein weiteres offenes Bekenntnis der Bundesregierung gegen ein faires Bildungssytem", so Flacke empört.

Um die Situation der Studierenden zu verbessern setzt die ÖH auf eine Novellierung des Beihilfensystems. Die Studienbeihilfe ist die soziale Hauptmaßnahme, um sozio-ökonomisch schlechter gestellten Menschen ein Studium zu ermöglichen. Durch die fehlende Inflationsanpassung der Beihilfenhöhe hat sich die Situation nur verschlechtert. "Jahr für Jahr sinkt die Anzahl der Bezieher_innen einer regulären Studienbeihilfe, während die Lebenserhaltungs- und Studienbezogenen Kosten stetig steigen", zeigt sich Flacke besorgt. "Die Aufgabe eines Beihilfensystems ist es, allen Studierenden ihr Studium zu ermöglichen, denn das Einkommen der Eltern darf nicht über den Studienerfolg der Kinder entscheiden. Es braucht daher die dringend notwendige Valorisierung der Studienbeihilfe um der sozialen Selektivität unseres Bildungssystems entgegen zu wirken. Um einer erneuten Fehlentwicklung künftig vorzubeugen, muss die Indexanpassung im Gesetz verankert werden", so Flacke abschließend.

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