Von Nanotechnologie bis Migrationsforschung – BMWFW fördert 38 neue Sparkling Science-Projekte

Sechste Ausschreibung des BMWFW-Nachwuchsförderprogramms ermöglicht mit einer Gesamtsumme von rund 6,5 Millionen Euro die Förderung von 38 neuen Forschungs-Bildungs-Kooperationen.

Wien (OTS) - Von 15. Juni bis 30. September 2016 konnten wissenschaftliche Einrichtungen im Rahmen der sechsten Ausschreibung des Forschungsprogramms „Sparkling Science“ erneut Projektanträge einreichen, in denen Schüler/innen Seite an Seite mit Wissenschaftler/innen an aktuellen Forschungsfragen arbeiten. Der Fokus dieser letzten Ausschreibung des Programms in der bisherigen Form lag auf der Verstetigung von Langfristkooperationen zwischen Schule und Wissenschaft sowie auf dem wissenschaftlichen Konzept „Citizen Science“. Mit 293 gültig eingereichten Anträgen war die Resonanz so hoch wie noch nie. So wurden insgesamt 47.099.790,91 Millionen Euro an Förderung beantragt, zur Verfügung gestellt werden können gesamt 6,5 Millionen Euro.

Um die innovativsten und im Sinne der Schwerpunktsetzungen förderwürdigsten Projekte herauszufiltern, wurden alle 293 Anträge in den letzten Monaten von mindestens drei unabhängigen Wissenschaftler/innen und Pädagog/innen begutachtet. Aufgrund dieser Gutachten wurden im Rahmen einer Sitzung des wissenschaftlichen Kuratoriums Ende März 38 Projekte zur Förderung empfohlen. Die Projekte decken alle wissenschaftlichen Disziplinen – von Naturwissenschaften, Technik und Informatik, über Medizin und Gesundheit, bis hin zu Sozial- und Geisteswissenschaften – ab. Auch die Palette der Forschungsthemen ist breit gefächert und reicht von Vegetationsökologie über Schreibdidaktik und Mittelalterforschung bis hin zu folgenden zwei Beispielen aus der Nanotechnologie und Migrationsforschung:

Im interdisziplinären Forschungsprojekt „Nan-O-Style“ erforschen Wissenschaftler/innen der Universität Salzburg gemeinsam mit sechs Partnerschulen Wechselwirkungen von Nanomaterialien in Konsumentenprodukten mit Substanzen aus dem täglichen Leben und insbesondere mit modernen, jugendlichen Lifestyle-Produkten. Die Jugendlichen erheben sowohl ihre persönlichen Einstellungen zu Nanomaterialen als auch ihre Kontaktmöglichkeiten mit diesen und bestimmen mittels Zellkulturen im Labor die daraus resultierenden biologischen Effekte. Als Produkte werden im Projekt Unterrichtsmaterialen sowie Peer-Teaching-Programme zum Forschungsthema entwickelt. Der Fokus liegt dabei auf Schulen mit erhöhtem Mädchenanteil, um dort fächerübergreifend MINT-Themen im Unterricht zu forcieren.

Den aktuellen Themen Migration und Integration widmet sich das Projekt „Gesichter der Migration“ an der Universität Innsbruck. Im Zentrum stehen dabei die eigenen familiären Migrationsgeschichten Tiroler Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus suchen die Jugendlichen nach Spuren von Migration in den Stadtteilen, in denen sie wohnen, und organisieren eine Ausstellung sowie eine Tagung zum Thema an der Universität Innsbruck. Ziel des Projekts ist es u.a., ein anderes Bewusstsein über Migration und Diversität zu erzeugen, indem Mobilität in Form von Migration als europäische Normalität im Gegensatz zur Sesshaftigkeit gesehen und Migrationserfahrungen als ein universelles und normales Phänomen wahrgenommen werden.

In den neu geförderten Projekten, die größtenteils im Herbst 2017 starten, forschen insgesamt Schüler/innen aus 87 Schulen (davon drei internationale Schulen aus Deutschland und Ungarn) mit Wissenschaftler/innen von 21 Universitäten (davon neun internationale aus Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und Ungarn), zwei Fachhochschulen, drei pädagogischen Hochschulen sowie 15 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Vereinen (davon zwei internationale aus Deutschland).

Facts & Figures zum Programm

Mit „Sparkling Science“ hat das BMWFW 2007 einen unkonventionellen und europaweit einzigartigen Weg in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung eingeschlagen. Das Programm erlaubt es Kindern und Jugendlichen, schon früh in das spannende Umfeld von Wissenschaft und Forschung einzutauchen und gibt ihnen die Möglichkeit, an aktuellen Forschungsfragen aktiv mitzuarbeiten. In den 260 bisher geförderten Projekten der ersten fünf Ausschreibungen arbeiteten und arbeiten mehr als 78.000 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ca. 2.800 Wissenschaftler/innen und Studierenden sowie 1.800 Lehrpersonen und angehenden Lehrpersonen aus den unterschiedlichsten Forschungsfeldern.

Beeindruckend ist auch der Durchdringungsgrad des Programms an den Schulen, insbesondere an den Höheren Schulen, in Österreich: So sind von den 347 österreichischen AHS 157 in Sparkling Science-Projekte involviert, bei den BMHS sind es 111 von 525 Schulen, 66 Volksschulen (von österreichweit 3.039), 79 Neue Mittelschulen (von 1.563), sowie fünf Sonderpädagogische Zentren (von 290)und eine polytechnische Schule (von 250). Ähnlich hoch ist der Durchdringungsgrad an österreichischen Forschungseinrichtungen: An 19 von 21 österreichischen Universitäten laufen bzw. liefen Sparkling Science-Projekte, neun der insgesamt 21 Fachhochschulen sowie sieben der 15 pädagogischen Hochschulen sind bzw. waren an den bisher geförderten Projekten beteiligt.

Sparkling Science ist ein Programm des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Das Programmbüro ist beim Österreichischen Austauschdienst angesiedelt. Weitere Informationen zum Programm: www.sparklingscience.at

Rückfragen & Kontakt:

Programmbüro Sparkling Science
Mag. Petra Siegele (Leitung)
Petra.siegele@oead.at

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