- 28.04.2017, 12:29:21
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„Orientierung“ am 30. April: Papst in Ägypten – Schwierige Mission im Schatten des Terrors
Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im
ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 30. April 2017,
um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:
Papst in Ägypten: Schwierige Mission im Schatten des Terrors
Es sind nur rund 27 Stunden, die Papst Franziskus am Freitag und
Samstag in Ägypten verbringen wird, doch diese Auslandsreise hat es
in sich: Erst vor wenigen Wochen haben IS-Attentate auf koptische
Kirchen mehr als 45 Todesopfer gefordert, schon zuvor hatte IS-Terror
auf der Sinai-Halbinsel Hunderte Christen in die Flucht getrieben.
„Im Schatten des Terrors“ – mit einem riesigen Aufgebot an
Sicherheitskräften – findet also diese päpstliche Visite statt.
Geplant sind Gespräche mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi und
Kopten-Papst Tawadros II., aber auch – als Signal der interreligiösen
Verständigung – Unterredungen mit dem Großimam der
Al-Azhar-Universität, Ahmed Mohammed al-Tayyeb. An einer
Friedenskonferenz an der wichtigen islamischen Bildungseinrichtung
wird auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christenheit, Patriarch
Bartholomaios I., teilnehmen. Eine Messe, zu der rund 20.000
katholische Christen erwartet werden, soll am Samstag – nicht zuletzt
aus Sicherheitsgründen – auf einem Luftwaffenstützpunkt am Stadtrand
von Kairo stattfinden. Bericht: Karim El-Gawhary.
„Bedrohung der Ordnung“: Russland verbietet Zeugen Jehovas
Der Zusammenbruch des kommunistischen Systems vor 25 Jahren hat
Russland weitgehende Religionsfreiheit gebracht. Die im Land schon
lange verwurzelten Religionen, allen voran die russisch-orthodoxe
Kirche, blühten wieder auf, neue Glaubensgemeinschaften kamen hinzu.
Doch nun verbietet Russland erstmals eine größere Gemeinschaft: die
Zeugen Jehovas mit ihren mehr als 170.000 Mitgliedern. Der gesamte
Besitz der Gemeinschaft wird vom Staat eingezogen, nachdem das
Höchstgericht die Zeugen Jehovas als „extremistisch“ eingestuft hat.
Russische Religionswissenschafter sehen den Gerichtsprozess als
juristisch konstruiert – doch sie meinen, gegen den Willen des
russischen Staates und der russisch-orthodoxe Kirche hätten die
Zeugen Jehovas keine Chance gehabt. Die Orthodoxen sehen die Zeugen
Jehovas als Häretiker. Und da die orthodoxe Kirche in Russland
inzwischen schon fast die Rolle einer Staatskirche spielt, kann sie
ihre Interessen oft durchsetzen, vor allem, wenn sie – wie in diesem
Fall – mit den Interessen der Staatsführung zusammenfallen. Die stört
an den Zeugen Jehovas, dass sie zur weltlichen Macht auf Distanz
gehen, Wahlen boykottieren und den Wehrdienst verweigern, anstatt –
wie das im heutigen Russland gewünscht wird – die Staatsführung durch
patriotische Parolen zu unterstützen. Die Zeugen Jehovas wollen gegen
das Verbot berufen, ihre Chancen auf Erfolg gelten aber als gering.
Bericht: Christian Lininger.
„Armut ist ein Verbrechen“: Sophie Kibuywa will Kenia verändern
„Armut ist ein Verbrechen! Ihr dürft sie nicht in eure Häuser
einladen.“ Mit drastischen Worten macht Sophie Kibuywa kenianischen
Bauern am Fuß des Mount Elgon Mut, mit einfachen Methoden ihre
Erträge in der Landwirtschaft zu steigern. Das beginnt damit, dass
klar gemacht wird, dass nicht nur Frauen arbeiten sollen – wie das
bisher oft der Fall ist –, sondern auch Männer. Mit ihrer
Organisation DESECE (Development Education Services for Community
Empowerment) unterstützt sie Hunderte Initiativen im Kampf gegen
Armut und für eine bessere Ausbildung. Ein Engagement mit Erfolg: In
vielen Dörfern der Region hat ein Umdenken stattgefunden, zahlreiche
Familien konnten bereits Wege aus der Armut finden. Der Einsatz von
Sophie Kibuywa wurde 1997 auch mit dem Romero-Preis der Katholischen
Männerbewegung Österreich ausgezeichnet. Die Aktion „Sei so frei“ der
KMB ist es auch, die die Arbeit von Sophie Kibuywa mit Spendengeld
unterstützt. Bericht: Marcus Marschalek.
„Den Glauben zurückbringen“: „Pilger der Eucharistie“ in Spanien
Vor fünf Jahrhunderten waren es vor allem spanische Missionare, die
den katholischen Glauben auf den amerikanischen Kontinent brachten.
Angesichts einer „Glaubenskrise“ in weiten Teilen Europas sieht Papst
Franziskus – so hat es den Anschein – die Zeit einer „neuen
Missionierung der Alten Welt“ gekommen. Denn Klöster und
Priesterseminare stehen zunehmend leer, es mangelt an Berufungen.
„Pilger der Eucharistie“ nennt sich eine Ordensgründung aus
Lateinamerika, die jetzt auch in Spanien Fuß gefasst hat. Im Jahr
2005 wurde der Orden in Kolumbien gegründet und breitete sich auf
Uruguay, Argentinien und Mexiko aus. Der Bischof von Pamplona und
Tudela in Spanien wurde auf die expandierende Gemeinschaft der
„Pilger der Eucharistie“ aufmerksam und bot ihr an, vom Verfall
bedrohte Klöster in seiner Diözese zu übernehmen. Seither arbeiten
die „Pilger“ nicht nur an der Renovierung von zwei Klöstern in
Nordspanien, sondern auch an der „Erneuerung des Glaubens“ im
Gastland. Ihre Aktivitäten – wie Katechese-Einkehrtage für Familien –
haben Erfolg. Die Zahl der „Pilger der Eucharistie“ nimmt zu.
Bericht: Josef Manola.
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
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