• 28.04.2017, 11:01:35
  • /
  • OTS0105

10 Jahre Stein- /Textilrestaurierung: Kulturerbe profitiert von hohem Ausbildungsniveau

Universität für angewandte Kunst Wien feiert Fachspezialisierung

Utl.: Universität für angewandte Kunst Wien feiert
Fachspezialisierung =

Wien (OTS) - Seit dem Studienjahr 2000/2001 bietet die Universität
für angewandte Kunst Wien im Rahmen des Diplomstudiums
Konservierung-Restaurierung die Fachspezialisierungen Stein- und
Textilrestaurierung an. Sie ist damit die einzige Einrichtung
Österreichs, die neben den traditionellen Spezialisierungsrichtungen
Gemälde- und Objektrestaurierung eine Ausbildung in diesen Feldern
auf universitärem Niveau anbietet. Am 27. und 28. April feiert das
Institut die bisherigen 47 AbsolventInnen mit einem Symposium vor dem
Hintergrund des 150-jährigen Bestehens der Angewandten.
"Mit der Ausweitung unseres Diplomstudiums wollten wir das Spektrum
einer auf wissenschaftlichem Fundament stehenden
Restaurierungsausbildung erweitern und ein Angebot schaffen, das im
Rahmen der Spezialisierung Stein sowohl der Baudenkmalpflege, als
auch dem Feld Bodenfunde bzw. der Archäologie zugutekommt. Die
Spezialisierung Textil war die Antwort auf die zahlreichen textilen
Bestände in Österreichs Sammlungen und Museen, von kirchlichen
Paramenten bis zur modernen Kunst, die bis 2000 in den Händen von
nicht akademisch ausgebildeten Restauratorinnen lagen", sagt
Univ.Prof. Gabriela Krist, seit 1999 Leiterin des Instituts. Das
derzeitige Studienangebot, so Krist, ziele insgesamt auf eine
Professionalisierung der Restaurierung und Konservierung in
Österreich ab. Mit dem Studium habe das Institut ein
wissenschaftliches Fundament für eine systematische und nachhaltige
Betreuung ganzer Sammlungsbestände und die vorbeugende Konservierung
geschaffen.

Diplomstudium sichert hohes Ausbildungsniveau
Das Festhalten am zehnsemestrigen Diplomstudium mit seiner
wissenschaftlichen und zugleich praktischen Orientierung, so Krist,
habe sich als richtig erwiesen. In anderen Ländern wie insbesondere
Deutschland kam es nach 1998 zur Gründung neuer Ausbildungsgänge auf
Universitäts- bzw. Fachhochschulniveau sowie zur Umstellung auf das
Bachelor- bzw. Masterstudium. Die Folge war eine höhere
Studierendenzahl und ein Überangebot an Fachkräften. In Österreich
finden die hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen dank des
bestehenden Systems in Institutionen oder als Selbständige
ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten in einem interessanten und
fordernden Umfeld. Seit Aufnahme der Spezialisierungsrichtungen Stein
und Textil in das Curriculum haben bisher 22 TextilrestauratorInnen
und 25 SteinrestauratorInnen das Studium an der Angewandten
absolviert. Sie arbeiten heute als selbständige RestauratorInnen oder
als MitarbeiterInnen in Museen und Institutionen des Kulturbetriebs
sowohl in Österreich als auch in anderen europäischen Ländern sowie
in Nordamerika.

Wesentlicher Schritt für Erhalt des Kulturerbes
Beate Murr, Präsidentin des Österreichischen Restauratorenverbands
zur Spezialisierung des Restaurierungsstudiums an der Angewandten:
"Die von der Europäischen Union eingeforderte Verantwortung für unser
Kulturerbe können wir nur wahrnehmen, wenn wir eine qualifizierte
Ausbildung in möglichst allen Fachbereichen der Konservierung und
Restaurierung ermöglichen. In diesem Sinn war die Erweiterung der
Ausbildung auf Diplom- bzw. Masterniveau im Jahr 2000 auf die
Bereiche der Stein- und Textilkonservierung/-restaurierung ein sehr
wesentlicher und nun Früchte tragender Schritt, um den gemeinsamen
Zielen qualifizierter RestauratorInnen in Österreich und Europa zum
Erhalt des kulturellen Erbes gerecht zu werden."

Starke internationale Ausrichtung
Die Ausgewogenheit von Theorie und Praxis ist ein zentrales
Ausbildungsprinzip: Die Studierenden sollen die neuesten Erkenntnisse
der Konservierungswissenschaft methodisch in ihrer praktischen Arbeit
an Original-Objekten aus Museen und Sammlungen umsetzen. Darüber
hinaus weist die Ausbildung eine starke internationale Ausrichtung
auf. Das Institut ist dazu in ein intensiv genutztes internationales
Kooperations-Netzwerk eingebunden und u.a. Partner des
Eurasia-Pacific-Uninets EPU und ASEA oder der Austrian Development
Agency (ADA). Diese internationale Ausrichtung ermöglicht
Studierenden das Sammeln praktischer Erfahrung im Ausland wie zurzeit
im Zuge der Restaurierung des Königspalasts in Patan, Nepal, dem
durch das Erdbeben 2015 stark in Mitleidenschaft gezogenen
UNESCO-Welterbe.
Martin Ledolter, Geschäftsführer der ADA: "Das Institut für
Konservierung und Restaurierung der Universität für Angewandte Kunst
Wien war und ist für das von Österreich geförderte Projekt in Patan
ein sehr wichtiger Partner. Besonders bei der Behebung der
Erdbebenschäden ist die ausgewöhnliche Expertise des Instituts in der
Restaurierung und Konservierung von Stein- und Metallobjekten
gefragt. Ich freue mich, dass es uns mit Hilfe des Instituts gelungen
ist, rasch sichtbare und nachhaltige Resultate im Wiederaufbau des
kulturellen Erbes vorzuweisen."

Mehr Info zum Studium: http://www.dieangewandte.at/restaurierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UAK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel