Burgtheater Wien: Spielzeit 2017/2018

"es kommt ein augenblick, in dem die perspektive dreht" Auftakt zur Spielzeit 2017/2018

Wien (OTS) - es kommt ein augenblick, in dem die perspektive dreht – mit einem Zitat aus Ferdinand Schmalz neuem jedermann (stirbt) geht das Burgtheater unter der Direktion von Karin Bergmann in die Spielzeit 2017/2018 – und legt damit den Fokus auf die immer wieder überraschenden, erhellenden, oftmals aber auch beängstigenden Perspektivenwechsel in Politik, Geschichte und Gesellschaft.

Elf der angekündigten 21 Premieren sind Ur- oder Erstaufführungen, Ferdinand Schmalz und Josef Winkler schrieben ihre neuen Stücke im Auftrag des Burgtheaters. Gefeiert wird der Fund eines lange verschollen geglaubten Stücks von Wolfgang Bauer. Zu entdecken gilt es Autor*innen wie Thomas Köck, Yade Yasemin Önder, Noah Haidle sowie Neues von Ewald Palmetshofer und Ayad Akhtar. Die Regiegrößen Johan Simons und Luk Perceval werden erstmals am Burgtheater arbeiten. Neben dem Schwerpunkt Österreichische Dramatik gibt es eine Renaissance der Autoren der klassischen Moderne.

21 Premieren, davon elf Ur- oder Erstaufführungen

präsentierte Karin Bergmann heute der Presse und via Livestream dem Publikum auf der Bühne des Burgtheaters. Eröffnet wird die Saison mit Harold Pinters Die Geburtstagsfeier in der Regie von Andrea Breth als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen sowie der Erstaufführung von paradies fluten von Thomas Köck im Akademietheater, mit Shakespeares Ein Sommernachtstraum in der Regie von Leander Haußmann im Burgtheater sowie der Erstaufführung von Kartonage von Yade Yasemin Önder im Kasino – einer Kooperation mit den Berliner Autorentheatertagen in der Regie des jungen Österreichers Franz-Xaver Mayr.

Schwerpunkt Österreichische Autoren

Neben dem neuen „Jedermann“ – jedermann (stirbt) von Ferdinand Schmalz ist ab Februar in der Regie von Stefan Bachmann im Burgtheater zu sehen – bildet Joseph Roths Jahrhundertroman Radetzkymarsch eines der Herzstücke des Spielplans. Die Premiere in der Regie von Johan Simons findet im Dezember im Burgtheater statt. Das diffuse Gefühl, am Ende einer Epoche zu stehen, findet sich auch in den neuen (bzw. neu entdeckten) Stücken der österreichischen Autoren Ewald Palmetshofer, Thomas Köck, Josef Winkler und Wolfgang Bauer.

Neue Stücke aus Amerika – Klassische Moderne – der Kosmos Shakespeare

In Österreich erstaufgeführt werden Stücke von Noah Haidle und Ayad Akhtar. Autoren der klassischen Moderne wie die Amerikaner Eugene O’Neill und Tennessee Williams sowie der britische Nobelpreisträger Harold Pinter zeigen den Reichtum und die Armseligkeit, die Kraft und die Zerbrechlichkeit des Menschen. Nach der zauberhaften Komödie Ein Sommernachtstraum zu Beginn endet die Spielzeit im Burgtheater dann mit Shakespeares vielleicht schwärzester Tragödie Macbeth. Es inszeniert Antú Romero Nunes.

Johan Simons und Luk Perceval erstmals an der Burg

Mit der Dramatisierung von Roths Radetzkymarsch übernimmt der renommierte holländische Regisseur und Theaterleiter Johann Simons erstmals eine Regie an der Burg. Der Belgier Luk Perceval, derzeit leitender Regisseur am Thalia Theater Hamburg, wird die Uraufführung Roza Rozendaal nach dem gefeierten Roman Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Haus bei seiner Frau von Dimitri Verhulst im März 2018 inszenieren. Neben Andrea Breth, Leander Haußmann, Stefan Bachmann und Antú Romero Nunes inszenieren auch Robert Borgmann, Jette Steckel, David Bösch, Alvis Hermanis, Christian Stückl, Peter Wittenberg, Felix Prader und Dušan David Pařízek sowie die junge katalanische Regisseurin Alia Luque wieder an der Burg.

Offene Burg, Familien- und Kinderstück

Mit einem vielfältigen Programm für alle Generationen tritt die Offene Burg unter der Leitung von Renate Aichinger an. Als Familienstück wird ab November im Akademietheater Willkommen bei den Hartmanns geboten, Angelika Hager schreibt die Fassung für das Burgtheater auf der Basis des Erfolgsfilms. Im Dezember folgt für Kinder ab sechs Jahren An der Arche um acht von Ulrich Hub.

Eine Vorschau, die über die Grenzen hinausblickt

In seinem Essay „Über Grenzen“ schrieb Joseph Roth: „Ich hasse die Grenze zwischen zwei Ländern. Sie ist ein viel zu weiter Begriff für die Realitäten, die sie bezeichnet“. Als eine Art roten Faden durch die neue Saisonvorschau, welche ab sofort an allen Spielstätten ausliegt, haben die Autor*innen Ayad Akhtar, Noah Haidle, Thomas Köck, Yade Yasemin Önder und Ferdinand Schmalz neue Texte geschrieben, die sich mit Roths Frage „Was ist eine Grenze?“ auseinandersetzen und wiederum ganz neue, persönliche wie politische Perspektiven enthalten.

Der Livestream von der Pressekonferenz ist noch bis Mittwoch 3. Mai auf www.burgtheater.at/livestream zu sehen.

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