28. April 2017: Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Man weiß, dass Arbeit in der Regel auf die psychische Gesundheit einen positiven Einfluss hat. Arbeit kann aber auch stark belasten und im ungünstigsten Fall sogar krank machen.

Wien (OTS) - Zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz am 28. April macht der Verein ganznormal.at wiederholt darauf aufmerksam, wie dringend notwendig der Ausbau der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung in Österreich ist.

Christian Deutsch, SP-Gemeinderat und Vorstandsvorsitzender von ganznormal.at: „Für Arbeitnehmer hat die psychische Gesundheit in den letzten Jahren, besonders in Zeiten einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise,  zunehmend an Bedeutung gewonnen. Einerseits sind Krankheitszeiten und Frühpensionierungen aufgrund psychischer Störungen deutlich angestiegen, andererseits berichtet eine zunehmende Anzahl von Beschäftigten über steigende betriebliche Arbeitsanforderungen. Leider ist es aber nach wie vor ein Tabu, über eine psychische Erkrankung zu sprechen und damit rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es mangelt an gesellschaftlicher Akzeptanz und der notwendigen Gleichstellung von physischen und psychischen Erkrankungen. Die Behandlung von psychischen Erkrankungen sollte so normal sein wie die Behandlung eines Beinbruches.

 „Psychische Erkrankungen verlaufen nach den gleichen Kriterien wie körperliche Erkrankungen. Erkrankte Menschen benötigen die passenden Hilfsangebote. Je früher im Erkrankungsverlauf, desto besser. Das beginnt mit Prävention, über die Behandlung bis hin zur Rehabilitation“, sagt Prim. Dr. Georg Psota, Vorsitzender des Fachbeirates von ganznormal.at

Deutsch und Psota erinnern in diesem Zusammenhang an einen vom Wiener Landtag 2016 beschlossen Antrag, dessen rasche Umsetzung von ganznormal.at gefordert wird.

Die Kernpunkte sind:

  • Mehr psychiatrische und psychotherapeutische Kompetenz für den steigenden Versorgungsbedarf.
  • Ausbau der rehabilitativen Angebote.
  • Mehr Fachärzte für Psychiatrie mit Kassenverträgen.
  • Bessere Versorgung traumatisierter Menschen.
  • Spezieller Fokus auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie: Hier sollen mehr Ausbildungsplätze für Mediziner geschaffen und die Versorgung verbessert werden.

„Es müssen aber dafür auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden“, so Deutsch.

1 Milliarde für psychische Gesundheit

Michael Felten, Geschäftsführer von pro mente Wien, fordert für die bessere Versorgung psychisch kranker Menschen eine Sofort-Milliarde. „Fünfzig bis sechzig Prozent der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle sind auf Stress zurückzuführen. In Summe sind die gesamtwirtschaftlichen Kosten der psychischen Belastungen mit 3,3 Milliarden Euro anzusetzen“, sagt Felten. Die Investition einer Milliarde Euro bringt daher eine doppelt so hohe Reduktion der gesamtwirtschaftlichen Kosten. Einmal krank, immer krank gilt bei psychischen Erkrankungen nicht. Sie sind behandelbar. Und zwar umso besser, je früher man damit beginnt. Daher ist es wichtig, frühzeitig fachliche Unterstützung zu erhalten.

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