- 27.04.2017, 10:35:46
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Bilaterales Magistratsdirektorentreffen in Wien
Brünner Magistratsdirektor pflegt halbjährlich Achse zu Wiener Magistratsdirektor – Bahnhofsausbau Brno und Sicherheitsfragen standen diesmal im Mittelpunkt der Gespräche
Utl.: Brünner Magistratsdirektor pflegt halbjährlich Achse zu Wiener
Magistratsdirektor – Bahnhofsausbau Brno und Sicherheitsfragen
standen diesmal im Mittelpunkt der Gespräche =
Wien (OTS/RK) - Halbjährlich treffen die Magistratsdirektoren von
Brno, Pavel Loutocky, und Wien, Erich Hechtner, einander. Als Geste
der gegenseitigen Wertschätzung sind die beiden Verwaltungschefs
wechselseitig in den jeweiligen Städten zu Besuch. Beim diesmaligen
Treffen in Wien berichtete der seit 24 Jahren im Amt befindliche
Magistratsdirektor von Brno u.a. über ein negatives Referendum zum
Thema: Modernisierungsoffensive des Bahnhofs in Brno. Der Standort
des Bahnhofs Brno ist seit dem 19. Jhdt. innerstädtisch und aufgrund
seiner zentralen Lage kaum erweiter- und adaptierbar.
Da sich Brno in den letzten 10 Jahren verstärkt in den
internationalen Routen der Bahn- und Busverbindungen im Aufschwung
befindet, gibt es seitens der Stadt Brno und der tschechischen Bahn
die grundsätzliche Überlegung den Bahnhof für die zunehmenden
Zugsverbindungen auszubauen. Zum einen sollte der Bahnhof ein
zeitgemäßer Verbindungskopf für die Anbindung des Süden und Ostens
über Prag in den Westen aber auch Passagiermotor vice versa und
landesweit sein. Dazu müsste der denkmalgeschützte Jugendstilbau
erweitert und adaptiert werden. Derzeit gebe es rund 50
Fahrverbindungen (Zug und Bus) pro Tag zwischen Wien und Brno.
Rund 1h20 dauere die Fahrt mit dem Railjet von Wien nach Brno –
das ist weniger als mit dem PKW. Seitens der Stadt Brno warte man
seit dem Referendum auf eine Machbarkeitsstudie der tschechischen
Bahn, die die beiden möglichen Optionen – Ausbau des alten Standorts
oder Standortverlagerung des Bahnhofs an den Einfahrtskorridor von
Brno – überprüfen soll.
„Wien hat mit dem Ausbau, der Verlagerung und der Modernisierung
des ehemaligen Südbahnhofs zum neuen Hauptbahnhof ein
Jahrhundertprojekt meisterhaft und ohne große Behinderungen im
innerstädtischen Bereich aus der Taufe gehoben“, sagte
Magistratsdirektor Hechtner. „Wir hatten mit den ÖBB einen
kompetenten Partner und nutzten die Möglichkeit einen neuen Stadtteil
rund um den neu entstehenden Bahnhof hochzuziehen und neu zu
gestalten.“
Brno Magistratsdirektor Pavel Loutocky dazu: „Wien war immer schon
unser Vorbild – natürlich haben wir das Projekt Hauptbahnhof genau
verfolgt. Leider sind unsere Rahmenbedingungen nicht mit Wien direkt
vergleichbar. Der Ausbau des alten Bahnhofs würde das Leben in der
Innenstadt jahrelang maßgeblich komplizieren.“
Wichtiger zweiter Aspekt der Besprechungen war der aktuelle Stand
zu Folgethemen aus der Flüchtlingskrise in Wien sowie der Umgang mit
dem Thema „Sicherheit im öffentlichen Raum“. Brno hat im Jänner 2017
den Europäischen Kriminalitätspräventionspreis (European Crime
Prevention Award) und feiert heuer mit seiner „Stadtpolizei“ 150.
Jubiläum. Zudem entstand in Brno im Vorjahr das neue nationale
Zentrum für Cybersicherheit. „Sicherheit spielt bei uns ein
maßgebliches Thema“, so Loutocky. „Bei uns sank die Kriminalitätsrate
in den letzten drei Jahren um jährlich drei Prozent. Seit der Wende
verzeichne die Kriminalität in Tschechien generell ein Ansteigen der
Wirtschaftskriminalität. Die Folgen der Flüchtlingskrise 2015 führten
zu einem Programm, das gerade startet. Dabei werden BeamtInnen zur
besseren Hilfestellung von Flüchtlingen geschult. Und natürlich
machen wir uns Gedanken über den Umgang mit Terroranschlägen. Wir
haben, wie Wien, unsere Weihnachtsmärkte abgesichert und haben in
Brno eine ähnliche Diskussion, was die aktuelle Sicherung von
öffentlichen Plätzen anlangt.“
Anlässlich des Internationalen Seniorenjahres biete Brno Wien
seine Erfahrungen aus seinem 11-jährigen Programm zum Schutz der
SeniorInnen (Seniorenakademie) an. Dazu gehören Schulungen gegen
Wirtschafts- und Cyberkriminalität, Gesundheit aber auch der eigenen
körperlichen Sicherheit, so Loutocky.
Eine Kooperation im Bereich „mehr Sicherheit für SeniorInnen“
könne sich der Wiener Magistratsdirektor Hechtner gut vorstellen,
allerdings müsse zunächst auf Wiener Ebene eine bilaterale
Kontaktschiene eingezogen werden. (Schluss)
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