Grapschender WU-Professor noch immer im Dienst: VSStÖ plant Angriff

Sexuelle Gewalt darf nicht länger verharmlost werden!

Wien (OTS) - Der VSStÖ erhebt schwere Vorwürfe gegen WU und Ministerium: Zahlreiche Mängel im Verfahren haben dazu geführt, dass der Täter trotz jahrelanger sexueller Übergriffe nicht entlassen wurde. Zudem seien nun gravierende Missstände bei der Prävention sowie der Betreuung von Betroffenen bekannt geworden. “Sexuelle Gewalt darf nicht länger verharmlost werden”, mahnt Hannah Lutz, hochschulpolitische Sprecherin des VSStÖ.

Seit zumindest 2006 belästigte ein Professor der Wirtschaftsuniversität Wien seine Studentinnen und Mitarbeiterinnen. Ein dienstrechtliches Disziplinarverfahren kam 2015 zu einem eindeutigen Schulderkenntnis (Medien berichteten). Dennoch blieb der Professor im Dienst und wurde lediglich zu einer viermonatigen Geldstrafe verurteilt. Erst durch die mediale Aufmerksamkeit sowie eine Drohung des VSStÖ, den Namen des Professors zu veröffentlichen, konnte immerhin eine Karenzierung erzwungen werden. VSStÖ-Sprecherin Hannah Lutz macht klar: “Dass der Professor nicht gekündigt wurde, ist ein Skandal. Betroffenen wurde durch die Entscheidung unmissverständlich kommuniziert, dass sie sich bei sexuellen Übergriffen nicht zur Wehr setzen sollen. Das ist inakzeptabel.”

Der VSStÖ nimmt den Abschluss sämtlicher Verfahren nun zum Anlass die Causa neu aufzurollen. Wie mittlerweile bekannt wurde, sei von allen Seiten unsauber gearbeitet worden. Die VSStÖ-Vertreterin nimmt daher WU und Wissenschaftsministerium in die Pflicht: “Was uns an Mängeln zu Ohren kommt, ist haarsträubend. Die Hauptansprechperson der WU war für die Betroffenen nur an einem Tag in der Woche erreichbar. Informationen und Beweismaterial wurden eigenmächtig nicht an die Disziplinarbehörde weitergeleitet. Eine Betreuung der Betroffenen während des Verfahrens war gar nicht gegeben - weder juristisch noch psychologisch. Stattdessen wurde Druck auf sie ausgeübt und ihnen eine Schweigepflicht auferlegt.”

Auch juristisch bestehen berechtigte Zweifel: “Kenner_innen der Sachlage sagen uns hinter vorgehaltener Hand, dass eine Entlassung angesichts der Schwere der Taten sehr wohl möglich gewesen wäre.” Dies wurde offiziell stets bestritten. Für den VSStÖ ist zudem unverständlich, wieso die WU angesichts der Schwere der Taten kein Strafverfahren angestrebt hat.

Neben der Prüfung juristischer Möglichkeiten versucht der VSStÖ nun die Universitätsleitung zur Setzung notwendiger Schritte zu bewegen. Denn seitens der WU seien bis heute kaum Präventionsmaßnahmen gesetzt worden. “Wir sehen uns hier gezwungen einzuschreiten”, kündigt VSStÖ-Sprecherin Hannah Lutz an. “Wir haben von der Veröffentlichung des Namens damals aus Rücksicht auf die Betroffenen, und in dem Vertrauen, dass entsprechende Maßnahmen getroffen werden, Abstand genommen”, erklärt die VSStÖ-Kandidatin. “Nun, da der Professor bald zurückkommen soll, überwiegt aber das Interesse seiner zukünftigen Studentinnen, dass sie vor ihm sicher sein können.”

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