Flughafen Wien – 3. Piste:

Bürger fordern Ehrlichkeit von der Flughafen Wien AG

Wien (OTS) - Seit die Flughafen Wien AG das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts in der Hand hält, womit ihr der Bau der 3. Piste untersagt wurde, werden ihre Vertreter und politischen Förderer nicht müde, die Richter zu beschimpfen, den Untergang des Wirtschaftsstandortes zu prophezeien und den Verlust von Arbeitsplätzen – zuletzt gar 30.000 – zu bejammern. 

Würde sich Ofner an seine Aussagen aus 2012 halten, wäre heute keine Rede mehr von einer 3. Piste

Ganz anders hat sich der Flughafen-Vorstand noch im Juli 2012 angehört, als auf Ebene der niederösterreichischen Landesregierung die Genehmigung für den Bau der 3. Piste erteilt wurde. So wurde in der „Krone“ vom 11. Juli 2012 berichtet und der Vorstand zitiert:  

Der Vorstand des Flughafen Wien will – einen positiven letztinstanzlichen Bescheid vorausgesetzt – 2014/2015 endgültig entscheiden, ob mit dem Bau der 3. Start- und Landebahn in Wien Schwechat begonnen wird. Das macht der Airport auch von der Entwicklung der großen in Wien ansässigen Airlines AUA (Austrian Airlines) und Niki (Fly Niki) abhängig. „Unsere Prognosen für 2020 gehen davon aus, dass wir bis dahin zumindest 30 Millionen Passagiere in Wien haben. … Wenn sich die Vorhersagen als falsch herausstellen sollten, werden wir auch keine 3. Piste bauen.“   

Auch andere Tageszeitungen, wie die Presse oder der Standard, berichteten gleichlautendes.  

Im Jahr 2016 gab es 23,4 Millionen Passagiere; die Wachstumsprognose nach eigenen Angaben des Flughafens beläuft sich auf 0-2 % pro Jahr. 2020 wird es also sicher nicht 30 Millionen Passagiere geben, bestenfalls 25 Millionen. Die Flugbewegungen sind seit Jahren deutlich rückläufig und mit AUA und Niki läuft es auch nicht so gut. Niki wird aufgrund der Air-Berlin-Restrukturierung deutlich weniger Flugzeuge in Wien stationiert haben als bisher. Der AUA-Vorstand Kratky hat wissen lassen, dass er froh ist, wenn es keine 3. Piste gibt, da er die Konkurrenz zum Schaden der AUA fürchtet. Es sei angemerkt, dass heimische Arbeitskräfte bei der AUA Anstellung finden können, kaum aber bei Airlines wie Emirates oder Etihad.  

Eigentlich müsste das Aus für das Projekt 3. Piste vom Flughafen selbst kommen. Der aber täuscht der Öffentlichkeit jetzt vor, er müsse unbedingt bauen, um Schaden vom Wirtschaftsstandort abzuwenden. Woher das Geld kommen soll, wenn es knapp wird, hat Herr Ofner auch schon 2012 wissen lassen: von den Aktionären, also in erster Linie Wien und Niederösterreich, also vom Steuerzahler.   

Dazu sei angemerkt, dass die Raiffeisen Centrobank ausdrücklich die positiven Bewertungseffekte für die Flughafen Aktie infolge der Untersagung des Baus der 3. Piste durch das Bundesverwaltungsgericht hervorhob. Sie stufte die Aktie hinauf, da – wie die Analysten festhalten – der Bedarf für die 3. Piste zunehmend unsicherer geworden ist  (Börse-Express 17.2.2017).

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im Verfahren zur 3. Piste am Flughafen Wien
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